Krise in Kaschmir: Deutscher Orchester-Auftritt löst diplomatische Turbulenzen aus

Kaschmir ist seit Jahrzehnten zerrissen zwischen Indien, Pakistan und China, nirgendwo auf der Welt sind so viele Soldaten auf so kleinem Raum stationiert. Nun will die deutsche Botschaft im indischen Teil der Region ein Konzert veranstalten. Eine an sich harmlose Idee mit dramatischen Folgen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-920466.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis vor einer Woche. Da wurden erstmals Proteste laut. Deutschland verleihe der indischen Besatzung der Provinz Legitimität, tönte der Separatistenführer Syed Ali Geelani
    Ich hab noch einen alten Atlas im Schrank, auf dem noch die Grenzziehung zu Ende des Kalten Krieges zu sehen ist. Legitimiere ich damit die Sowjetunion?

    Mal ernsthaft. Man kann zur Kaschmir-Frage stehen wie man will. Aber unbestreitbarer Fakt ist: die Inder haben es und halten es. Sie haben in der Vergangenheit drei volle Kriege und mehrere kleinere Konflikte darum geführt und alle wichtigen gewonnen. Und sie geben es nicht mehr her.
    Ob Deutschland das jetzt anerkennt oder legimtimiert oder sonstwas (oder eben nicht), juckt in dem Teil der Welt doch sowieso Niemanden. Der ganze Aufruhr deswegen klingt mir wie die wütende Frustration von Leuten die wissen, dass sie ihr Ziel nie erreichen werden. Und sich deswegen darauf verlegt haben, anderen die Suppe zu versalzen.
  2. #2

    Da der Botschafter Steiner auch ....

    ...für Pakistan zuständig war sollte er die Umstände um den Kaschmir kennen...
  3. #3

    Koloniales Kaschmir - jeder Anlaß für Terror wird gierig genutzt

    Wie in Afrika (man denke nur an Palästina) so auch auf dem indischen Subkontinent. Die englischen Kolonialisten haben eine blutige Spur hinterlassen, für das sich die ehemaligen englischen Machthaber nie haben entschuldigen müssen. Die Grenzen wurden willkürlich gezogen. Nie wurde eine Bevölkerung gefragt. Nie haben sich die Menschen mit der so geschaffenen Situation abgefunden. Jetzt werden Sie von islamischen Extremisten instrumentalisiert. So entstehen mit schöner Regelmäßigkeit Nährböden für Terrorismus. Welche Ideologie oder Religion auch immer, sie wird genutzt um existierende Machtverhältnisse zu kippen.
    Der sog. "Westen" (schon lange nur noch glaubhaft repräsentiert durch die anglo-amerikanische Welt) sollte sich endlich heraushalten aus all diesen Konflikten. Es gilt humanitäre Hilfe zu leisten und sonst nichts! Es wird logischerweise noch einen hohen Blutzoll kosten, aber bitte nie mehr gespeist vom anglo-amerikanischen Weltverbesserungstrauma.
  4. #4

    Ganz groß!

    Eine Übertragung des Konzerts von hier aus wäre sicher sinnvoller gewesen. Wie soll man den leidenden Menschen erklären, dass man Tausende Euros pro Musiker ausgegeben hat, nur um ein Konzert zu geben? Was hat die Bevölkerung davon?
    Man hätte auch kaschmirische Musiker nehmen können.
  5. #5

    Wieder mal

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaschmir ist seit Jahrzehnten zerrissen zwischen Indien, Pakistan und China, nirgendwo auf der Welt sind so viele Soldaten auf so kleinem Raum stationiert. Nun will die deutsche Botschaft im indischen Teil der Region ein Konzert veranstalten. Eine an sich harmlose Idee mit dramatischen Folgen.

    Deutsches Konzert in Kaschmir löst diplomatische Turbulenzen aus - SPIEGEL ONLINE
    Wieder mal ein Beispiel für die Friedensliebe der islamischen Religion und der islamischen Obergurus.
    Hoffentlich kommen die Musiker und ihre Freunde und Anhänger heil aus diesem Dilemma.
    Es sieht leider so aus, dass ein völkerverbindendes Konzert nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden kann oder abgesagt werden muss.
    Nach spätestens 20 Posts werden wieder welche dabei sein, die den USA, Israel oder Deutschland die Schuld dafür geben.