Gebrauchtwagenmarkt: Das neue Geschäft mit den alten Schlitten

SPIEGEL ONLINENeuwagen verkaufen sich in Deutschland nur noch schleppend, die Autohersteller suchen ihr Heil im Handel mit Gebrauchten. Mit schicken Autohäusern und vielen Garantien wollen sie Geld verdienen. Doch die Strategie ist gefährlich.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/b...-a-919821.html
  1. #1

    Nur zu empfehlen

    Habe vor zwei Jahren selbst einen Jungen Stern gekauft. Drei Jahre alte E-Klasse T-Modell, gut ausgestattet, etwas über 25.000km. War deutlich billiger als ein neuer Golf, und hat weniger Wertverlust.
  2. #2

    die Mittelschicht bricht weg

    """Und wenn er zum Manager aufgestiegen ist, kann er den 7er selbst bezahlen"""" , ne, dann fährt er einen steuerlich abschreibbaren Leasingwagen. Aus der breiten Mittelschicht kann sich dort kaum einer mehr Premium Neuwagen leisten
  3. #3

    Kehrseite der Geschäftswagenpolitik....

    weil die Anzahl der Geschäftswagen ständig zunimmt und sich Mercedes, BMW und Audi so sehr - fast nurmehr - auf diese Klientel eingerichtet haben. Müssen sie auf der einen Seite den großen Mietwagen- und Leasingfirmen hohe Rabatte auf deren Flottenfahrzeuge gewähren und am Ende für deren Weitervermarktung sorgen. Die an eigene Mitarbeiter verleasten Fahrzeuge sind meistens noch jünger und türmen - manchmal mit Zwischenstop bei Mietwagenfirmen - die Halde weiter auf.
  4. #4

    Ist die logische Konsequenz bei ständig sinkenden Reallöhnen.
  5. #5

    Kann man nur abraten

    Ich selber habe mir dieses Jahr einen gebrauchten Audi A7 gekauft. Beworben als Premium Jahreswagen mit 110 Punkte Check kaufte ich im Vertrauen entsprechendes Fahrzeug.

    Was im Folgenden jedoch eingetreten ist, übersteigt selbst meiner Phantasie.
    Bereits ein Tag nach Kauf ein Schaden von 4000€ , Partikelfilter, LLk und Luftmassenmesser defekt. Gut dies kann passieren, doch bereits da blieb ein Eigenanteil von 500€.

    Schlimmer kann es nicht mehr kommen?

    Nach kurzer Zeit ging die Ausfahrmechanik des Monitors defekt, 100% Kulanz. Leider verabschiedete sich dabei dann auch nur das Bordnetzsteuergerät.
    Schaden erneut mehrere tausend Euro.

    Rasterlenkung, ja auch dieses Problem besteht und kann nicht gelöst werden... wie es bei dem Thema weitergeht ist ungewiss.

    Doch nun das schlimmste:
    Das Fahrzeug befindet sich nun seit 7 Monaten im Besitz, nun kommt die Steuerkettenlängung hinzu. Beim Starten hört man nun Hui Bui das Schlossgespenst mit seiner Rassel. Ein sehr unwohles Gefühl zugegeben, setzt man nun den Motor aufs Spiel.
    Schaden erneut über 4000€ ; Kulanz Fehlanzeige!

    Hier sollte ganz speziell der Hersteller dringend nacharbeiten. Die Premiumhersteller vergessen scheinbar, dass die Technik kaum ausgereift genug ist. Ob dieser Schachzug nach hinten los geht? Meiner Ansicht nach JA, denn Neuwagenkäufer leasen meist und fahren das Fahrzeug maximal 3 Jahre. Das in dieser Zeit weniger Probleme auftreten sollte verständlich sein. Wie es sich dann später verhält? Damit wird man sich viele Kunden vergraulen, denn diese werden erkennen, dass Premium meist eben nur Premiumpreise bedeutet und über die Standfestigkeit hinweg täuscht.
  6. #6

    Überteuert!

    Wenn ein Neuwagen nach einem Jahr bis zu 40% Wertverlust hat, ist dann nicht evtl der original Neuwagenpreis viel zu hoch angesetzt? Welche Gewinnmarge wird denn so im Allgemeinen angesetzt? Kennt sich da jemand aus?
    Und nur mal als Beispiel (vorletzte Woche): Direkt im Autohaus, Mitsubishi Outlander, Neuwagen, statt 31.000€ - "nur" 21.000€. Zwar keine Bestellung sondern mehrere Lagerfahrzeuge, aber wie hoch bitte schön ist der Gewinn für den Hersteller wenn Otto-Normal-Idiot den Originalpreis zahlt?
  7. #7

    Titel sollte heissen:

    Gigantische Halde von Leasingrückläufern mit nur noch 20 000km Restlebensdauer - die, weil überteuert, niemand will - weil die Leasinggesellschaften Buchwert aufgeblasen haben.

    Risiko wird an speziell dafür geschaffene Auffanggesellschafte "Junge Sterne" ausgelagert.

    Blase, Badbank kommen da als erste Gedanken auf...
  8. #8

    Das ist ja niedlich...

    "Dann kauft der Hochschulabsolvent einen 1er BMW gebraucht mit einem Kredit von der BMW-Bank. Und wenn er zum Manager aufgestiegen ist, kann er den 7er selbst bezahlen."
    An solchen Satz zeigt sich wieder einmal, in welcher Parallelgesellschaft diese Art Unternehmensberater leben, wenn das ganze Geschäftsmodell der BMW-Gebrauchtwagensparte auf derart kindlich-naiven Lebensentwürfen aufbauen soll.

    Wie viele Absolventen wirft unsere hiesige Hochschullandschaft denn aus, auf die ein solch-geradliniger Lebenslauf passen könnte?

    Und mal ernsthaft: Als wenn ein bankfinanzierter 1er BMW der Traum aller Akademiker wäre... trauriges Schubladendenken!
  9. #9

    ...na und?

    ...na und?
    Es gab vor wenigen Wochen die -leider zu großen Teilen wieder vergessene - EZB Statistik zum Vermögen europäischer Haushalte, worin die Deutschen TABELLENLETZTER !! waren.

    Ein Argument war, dass die Deutschen heutzutage ihr Geld gerne in Autos pumpen, die nach 10 Jahren "nix" mehr wert sind. (..natürlich auch die zusammengebombten Häuser im Krieg + Ostdeutschland...)

    Im Übrigen empfinde ich diese Statistik als eine Steilvorlage an die Regierung die Beiträge zur EZB, ESM etc. komplett neu zu verhandeln, nochmal alles ganz auf "Null" setzen, eben den "Reset"-Knopf drücken.