Raab-Auftritt beim TV-Duell: Das Kotelett in der Suppe

Getty ImagesDen beschaulichen Sonntagabend von Angela Merkel und Peer Steinbrück störte nur einer: Stefan Raab. Mit ungewöhnlichen Fragen und echten Emotionen unterbrach der Entertainer den dahinplätschernden Redefluss zumindest kurzzeitig. Ist er nun der Super-Polit-Journalist?

http://www.spiegel.de/kultur/tv/stef...-a-919862.html
  1. #1

    die veranstaltung war...

    ...nett gemeint, gut organisiert und bot kein bißchen spielraum für überraschungen. warum auch? die politische landschaft hat neben euro-krisen management nur komplexe und daher für die allgemeinheit eher uninteressante theme zu bieten. Im vergleich mit dem inner- und außereuropäischem ausland geht es uns blendend und die politische mitte fährt zu 80% die gleiche Linie...also müssen Ketten und Raab als Reizpunkte dienen!
  2. #2

    Wilkommen zum großen TV-Total-Kanzlerduell

    Raab hat das schon ganz gut gemacht. Man merkt, dass er beruflich nicht unbedingt abhängig ist vom guten Willen der interviewten Politiker, wie das bei vielen Nachrichtensprechern oder Talkshowmoderatorinnen leider der Fall ist.
  3. #3

    Jesus Maria

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Den beschaulichen Sonntagabend von Angela Merkel und Peer Steinbrück störte nur einer: Stefan Raab. Mit ungewöhnlichen Fragen und echten Emotionen unterbrach der Entertainer den dahinplätschernden Redefluss zumindest kurzzeitig. Ist er nun der Super-Polit-Journalist?

    Stefan Raab Gewinner des TV-Duells der Kanzlerkandidaten - SPIEGEL ONLINE
    Müssen wir jetzt damit rechnen, dass Raab künftig jede Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts anmoderieren wird? Bei jeder öffentlichen Verlautbarung des Bundespräsidenten aus dem Off dazu springt. Den Bundestag auf Frische trimmt? Ich fand den nicht erfrischend. Ist das schlimm?
  4. #4

    Am Establishment gescheitert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit ungewöhnlichen Fragen und echten Emotionen unterbrach der Entertainer den dahinplätschernden Redefluss zumindest kurzzeitig.
    Raab ist durchaus fähig zu kritischem Nachfragen, zu eigenständigem und gründlichen Vorbereiten (anders als etwa der kaufbare RTL-Kollege Kloeppel und anders als Talkmasterin von der Bundestagsfraktionen Gnaden Illner) und Denken. Eine Talkshow mit ihm alleine wäre sicherlich um einiges härter als solche mit Privatwirtschaft-Kloeppel und Verwaltungsrat-Illner. Er kann zudem - wenn auch unpräzise (etwa "Rentenalter" statt "Renteneintrittsalter") - einfach und landläufig formulieren. Allerdings wurde er durch starke Befürchtungen des (tot-)"etablierten" Politjournalismus gewaltig gebremst, vor allem zu Beginn: ihm war im Vorfeld die Befähigung seitens einiger Politiker und Politberichterstatter (nicht aber -hinterfrager) abgesprochen worden. Vielen Dank an Pro7 - und vor allem an Raab selbst -, dass ein bisschen die Verkrustungen und gegenseitigen Abhängigkeiten des um sich selbst kreisenden Politzirkus gelockert wurden.
  5. #5

    Ohne Raab wäre ich eingeschlafen

    Stefan Raab war noch das Unterhaltsamste an diesem "Duell". Die hohlen Phrasen von Angela und Peer hingegen waren zum einschlafen.
  6. #6

    Raab war die Überraschung

    Auch wenn ich Raab nicht unbedingt mag, muß ich anerkennen, das Raab - mit großem Abstand - die interessanteren Fragen gestellt hat und mehr "Biss" hatte, als die drei 'Profis' zusammen. Lediglich Frau Will blieb auch noch dran. Das zweite Team, Kloeppel und Illner wirkten dagegen nur noch blass und müde.
  7. #7

    Na das stimmt nicht...

    Anne Will ging durchaus auch dazwischen und konnte sich - im Gegensatz zu Klöppel und Illner - gegen den Redeschwall von Merkel und Steinbrück durchsetzen und ihren Fragen Gehör verschaffen. Ich glaube, sie war die Einzige, die sich durch Merkel/Steinbrück nicht beirren ließ und alle ihre Fragen/Nachhacken konsequent zu Ende führte und sich nicht abwürgen ließ.
    Stefan Raab fand ich auch sehr gut, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber die Behauptung, er allein hätte sich bei dem Duell was getraut und es geschafft, die Kanzlerin zu unterbrechen ist schlicht und einfach falsch. Da hätte der Autor genauer hinsehen müssen. Die coolste Frage des Abend kam eindeutig von Anne Will: mit der Aufforderung an Merkel der FDP das vollste Vertrauen auszusprechen. Das war brilliant!
  8. #8

    zu Herrn Gäbler

    und warum ist Raab nicht der "Super-Polit-Journalist" ? und muss er das denn überhaupt sein ?
    Mir genügt's schon, wenn jemand die entscheidenden Fragen stellt und sich nicht ständig von Worthülsen mundtot machen lässt.
    Ich kann zwar verstehen, dass Journalisten auch um ihren Job und ihre Existenz fürchten. Aber grade deshalb sind unabhängige Quereinsteiger das Salz in der Politbrühe.
    Ich würde deshalb Raab wählen, wenn er wählbar wäre.
  9. #9

    Nein!

    Das sehe ich komplett anders:
    Raab erwies sich als nicht geeignet. Die Sprache, de er wählte, war unpassend - bestes Beispiel sein "King oft Kotelett". Außerdem positionierte er sich indem er durchblicken ließ, dass er nicht Steinbrück wählen wird. Das hat dich nichts mit sachlicher Moderation zu tun, die ich persönlich in einem tv-Duell erwarte. Es ist schließlich nicht TV-total Turmspringen oder Nacktschwimmen. NEIN, in 4 Jahren bitte ohne Raab. Aus meiner Sicht war Anne Will die Gewinnerin der Moderatoren!