"Papers, Please" angespielt: Pässe stempeln, Menschen quälen, überleben

Lucas Pope"Papers, Please" ist eines der überraschendsten und wichtigsten Spiele des Jahres. Als Grenzbeamter eines totalitären Regimes muss man Dokumente prüfen, Familien abweisen, das Flehen alter Menschen barsch abbügeln. Wer unmenschlich handelt, kann seine Familie ernähren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...-a-919126.html
  1. #1

    Miese Grafik, langweilige Spielidee, man kann nur verlieren und aus jeder Zeile tropft die Betroffenheit über diese unmenschliche Welt.

    Das "wichtigste Spiel des Jahres" wird bestimmt der Renner.
  2. #2

    Renner

    Zitat von berufskonsument Beitrag anzeigen
    Miese Grafik, langweilige Spielidee, man kann nur verlieren und aus jeder Zeile tropft die Betroffenheit über diese unmenschliche Welt.

    Das "wichtigste Spiel des Jahres" wird bestimmt der Renner.
    Das will ja auch gar kein Renner werden, sondern Denkanstöße liefern.

    Das ist der gleiche Gegensatz wie der zwischen einem Blockbuster und einem Arthaus-Movie, oder zwischen einem Bestseller-Schmöker und einem Suhrkamp-Roman. Hat alles seine Berechtigung und sein Publikum.

    Nur, das man diesen Gegensatz bei Filmen und bei Büchern schon gewohnt ist, während er bei Computerspielen noch etwas Neues ist. Aber ein interessantes Zeichen dafür, dass das Genre langsam erwachsen wird (auch wenn man die Message sicherlich etwas weniger plump verpacken könnte, da haben Sie schon recht).
  3. #3

    In Zeiten des Grafik-Overkills, wo mir jedes Jahr praktisch die selben Spiele (z.B.Call of Duty) mit verbesserter Grafik und minimalen Tweaks in Story und Setting zum Preis von 60€ verkauft werden, bin ich über jedes neue Spielkonzept froh. Der pixelige Retro-Look ist hierbei oft Stilmittel und daher nicht per se "schlecht". Die technikgeilen "Hardcore Gamer" (damit meine ich nicht die Hardcore-Gamer in ihrer Gesamtheit), die alles spielen, so lange es wie eine digitale Umsetzung eines michael-bay-films daherkommt, machen die Industrie kaputt. Gute Ideen und neue Spielkonzepte wandern in den Indiebereich, zu Valve und vielleicht noch zu Nintendo ab, während die AAA-Titel seit Jahren auf bewährte Konzepte und immer krassere Technik setzen, dabei aber hohl und austauschbar werden. Während auf der Technikseite rasante Fortschritte gemacht werden, herrscht auf der Kreativseite zumindest im Mainstreambereich weitgehend stillstand.
    Wer spielt denn Spiele wie Uncharted oder Gears of War wirklich mehr als einmal durch (die Jagd nach Trophies/Achievments mal aussen vor gelassen)? Zeitlose Klassiker, die man auch 20 Jahre später noch gerne mal aus dem Regal holt, werden solche Spiele nicht werden. Sie sind jetzt gut, weil sie gut aussehen. Wenn der Lack einmal ab ist, wird sich die Wahrnehmung ändern...

    Ich finde das Konzept von Papers, please klingt interessant und wenn der Preis okay ist (>10€), spiele ich es sicher mal an. Den Titel wichtigstes Spiel des Jahres finde ich trotzdem weit hergeholt.
  4. #4

    Interessant

    Klingt für mich echt nach einer sehr interessanten Spielidee.
  5. #5

    Das Spiel wirkt sehr interessant. Die "miese Grafik" bringt eine Metaebene ins Spiel, denn zur Zeit des kalten Krieges gabs reihenweise Titel wie "Raid over Moscow", so dass die 8-bit-Grafik uns genial in die 80er versetzt. Für ein weiteres Urteil muss ich das Spiel heute abend mal testen (ja, hab's mir schon für 7,50€ gekauft).
  6. #6

    Viel aktueller

    Statt alte Feindbilder zu pflegen, hätte das Spiel besser in einem heutigen Arbeitsamt bzw. Arge gespielt und sich damit beschäftigt, HartzIV-Empfänger zu gängeln, Strafen zu verhängen, die für solche Menschen mit Hunger oder Kälte gleichzusetzen sind, etc. Gerade heutzutage, wo der entsprechende Mitarbeiter schon kaum noch die Kompetenz hat, fallspezifisch zu entscheiden, weil der Computer vorgibt, was zu tun ist, ist die Unmenschlichkeit doch eher noch gewachsen. Wenn ich mich recht entsinne, wurde zuletzt einer Mitarbeiterin rechtmäßig gekündigt, weil sie sich weigerte, unmenschliche Strafen gegen "ihre" HartzIV-Empfänger zu verhängen.

    Ansonsten käme noch eine deutsche Botschaft in einem ärmeren Drittland in Frage. Was ich da an Ungerechtigkeiten und förmlichen Gemeinheiten und Schickanen gegenüber der Landesbevölkerung erleben durfte, spottet jeder Beschreibung.

    Nein, Behördenwillkür brauchen wir nicht im Ausland zu suchen, oder per Computerspiel zu simulieren. Mit etwas Pech erlebt das jeder auch in diesem schönen Land.
  7. #7

    Unfreundlich bis Mies

    Zitat von amber25 Beitrag anzeigen
    Klingt für mich echt nach einer sehr interessanten Spielidee.
    als upgrade dann US Grenzbeamter, leicht abgewandelte Handlung und gleiches menschliches Verhalten
  8. #8

    Zitat von amber25 Beitrag anzeigen
    Klingt für mich echt nach einer sehr interessanten Spielidee.
    Klingt für mich nach einer weit weniger reißerischen Zusammenfassung - Danke schön. Mal eine Frage an den Kolumnisten: Mit der Floskel "Das wichtigste [bitte einsetzen] des Jahres" soll genau was erreicht werden? Das ich drauf klick. Glückwunsch, hätt ich aber auch gemacht, wenn da etwas anderes gestanden hätte. Die Idee klingt nämlich wirklich nicht schlecht.
  9. #9

    Zitat von quark@mailinator.com Beitrag anzeigen
    Statt alte Feindbilder zu pflegen, hätte das Spiel besser in einem heutigen Arbeitsamt bzw. Arge gespielt und sich damit beschäftigt, HartzIV-Empfänger zu gängeln, Strafen zu verhängen, die für solche Menschen mit Hunger oder Kälte gleichzusetzen ...
    Spielverderber! Jetzt haben Sie den Inhalt des Bonuslevels verraten :-)