Widerstand der Stipendiaten: Mehr Geld? Nein, danke!

Thomas Gatter Der Bund spendiert den 25.000 Stipendiaten in Deutschland von 1. September an mehr "Büchergeld": Doch es gibt auch Studenten, die auf die zusätzlichen 150 Euro verzichten. Benjamin Paaßen, 23, ist einer davon. Im Interview erklärt er, warum.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-919108.html
  1. #1

    Respekt

    der Mann hat eine gesunde und soziale Einstellung und untermauert diese mit seinem Tun. Da könnten sich viele unserer Politiker ein Beispiel dran nehmen. Die pallavern nur und sahnen ab
  2. #2

    mit derselben Argumentation müßten schleunigst

    die Studiengebühren wieder eingführt werden ! Gerechte Sozialpolitik wird grundsätzlich entschieden,nicht mal hier mal da ! Sollten Studenten eigentlich schon wissen! Wie wärs mit unterschiedlich gestaffelten Bahnpreisen je nach Einkommen,monatlich zu aktualisieren !
  3. #3

    300 Euro

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Bund spendiert den 25.000 Stipendiaten in Deutschland von 1. September an mehr "Büchergeld": Doch es gibt auch Studenten, die auf die zusätzlichen 150 Euro verzichten. Benjamin Paaßen, 23, ist einer davon. Im Interview erklärt er, warum.

    Stipendiaten protestieren gegen Erhöhung des Büchergeldes - SPIEGEL ONLINE
    für Bücher - so viel muss man erstmal lesen, sagt er. Ja, dafür bekommt man, je nach Fachgebiet, so etwa 1,5 wirklich interessante Bücher oder so.

    Das glaube ich gern, dass das ein Student heute nicht mehr schafft. Hat einem aber auch keiner gesagt, dass Studieren was mit Lesen (und zwar viel) zu tun haben könnte. Die Lehrer wussten das ja auch schon nicht mehr...

    Grüße vom Dinosaurier
  4. #4

    optional

    Als jemand der sein Studium mit Nebenjobs finanziert hat weiss ich um die Vorteile eines Stipendiums. Ich habe kein Problem mit Stipendien für Studenten mit guter Leistung, unabhängig von ihrem Elternhaus - denn Leistung sollte generell belohnt werden, dies sollte auch als Ansporn dienen. Für viele Studenten die gezwungen zu Nebenjobs sind ist es aber ein Teufelskreis - den der Nebenjob nimmt Zeit und Energie in Anspruch die dann nicht mehr fürs Lernen verfügbar sind, so dass schon aus diesem Grund es für diese Gruppe schwieriger ist Spitzenstudeinergebnisse zu erzielen. Man sollte diese Gruppe aber trotzdem mit Stipendien fördern. Natürlich auch Leistungsorientiert, aber mit anderen Massstäben.
  5. #5

    fachbücher

    ein ordentliches fachbuch für theoretische physik z.b. von david griffiths quantum mechanics bewegt sich im bereich von 80-100 euro. Für fortgeschrittener themen wie quantum field theory von peskin und schröder zahlt man locker mehr. ich finde leistungsträger in solchen fächern haben es sich verdient mehr als 1,5 bücher zu kaufen. schließlich wollen wir z.b. in der physik nich um meilen von den chinesen abgehängt werden nur weil ein haufen laberakademiker wie soziologen das leistungsimage des studenten herabsetzt. die studienstiftung förder durchaus junge menschen die leistung bringen wollen und denen sollten auch die mittel dazu gegeben werden
  6. #6

    Das nennt man Verantwortungsbewusstsein

    Mit unter 600 Euro im Monat würde sich jeder Student über mehr Geld freuen. Mehr Geld zum Ausgehen, mehr zum Konsumieren, fürs Kino, Party etc. Aber dieser Mann denkt nach und zeigt Verantwortung. Daswürde auch den "Verantwortlichen" da oben nicht schaden. Welche Student kauft denn Bücher für 3600 Euro im Jahr?
  7. #7

    Zitat von kappesstepp Beitrag anzeigen
    für Bücher - so viel muss man erstmal lesen, sagt er. Ja, dafür bekommt man, je nach Fachgebiet, so etwa 1,5 wirklich interessante Bücher oder so.
    Ja, das ist der Punkt ("je nach Fachgebiet"). Ein durchschnittlicher Naturwissenschaftler hat das Büchergeld eventuell schon früher nicht voll ausgenutzt; ein Geisteswissenschaftler kann dagegen noch weit höhere Beträge als 300 Euro im Monat sinnvoll ausgeben.

    Im übrigen handelt es sich, anders als beim BaFöG, um ein Begabtenstipendium; besonders Begabten soll die Möglichkeit gegeben werden, sich über das Normalmaß hinaus in die Materie einzuarbeiten. Wenn dieser Herr Paaßen hier fordert, das Geld stattdessen in BaFöG zu stecken, hat er offenbar nicht verstanden, wofür er ein Stipendium bekommt und was dafür von ihm erwartet wird.
  8. #8

    Respekt

    Die Politiker reden von "Bildungsoffensive" und erhöhen stattdessen das Geld für die, welches sowieso (zum großen Teil) genug haben. Erinnert mich an die Steuerpolitik.
    Das schlimme, viele vergessen, dass man BaföG zu 50% zurückzahlen muss. Das Deutschlandstipendium usw. jedoch nicht. Damit ist ganz klar, wer hier am Ende doppelt profitiert.

    Aufsteiger aus dem Arbeiterumfeld entscheiden sich meist für ein sinnvolles Studium mit guten Jobmöglichkeiten, denn vor dem Schuldenberg danach durch BaföG hat man viel Respekt, vor allem wenn keine gut situierte Familie im Hintergrund mit der Rückzahlung behilflich ist.
    CDU und Co haben aber statt einer erneut geforderten BaföG-Erhöhung lieber weiter in die Elitenförderung investiert.

    Das die Stipendianten jetzt selbst Gelder zurückgeben, weil sie die Ungerechtigkeit erkennen, zeigt mir, dass diese Menschen die vernünftigeren und verantwortlicheren Politiker wären. Engagiert Euch bitte auch politisch! Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung, denn jeder würde sich gerne dieses Geld für einen kleinen Luxus gönnen, auch wenn man es nicht braucht.

    An die aktuellen Politiker appeliere ich:
    - BaföG schneller gewähren, Studenten warten 3+ Monate auf Geld. Politik muss Verantwortung für das Verwaltungsdesaster übernehmen
    - Einfachere Bafög-Regelungen / Nachweise
    - Freibeträge für Vermögen klarer Regeln und jedes Jahr um xx Euro anheben. Für viele Dinge muss man heute Kaution hinterlegen, das sollte Schonvermögen sein (Mietwohung, CarSharing, Einkaufsgemeinschaften, usw.)
    - BaföG alle 2 Jahre automatisch an die Inflation anpassen.
    - BaföG immer auch elternunabhängig fördern mit 75% Rückzahlquote, wenn die Eltern sich die Förderung des Studiums nicht leisten wollen. Die Kinder dürfen darunter nicht leiden. Das betrifft Kinder, deren Eltern zuviel verdienen aber nicht zahlen wollen/können. Maßnahmen gegen Missbrauch einführen (Vermögen, Freiberufliche Eltern) z.B. Pfändungsprüfung. Eltern sollten nicht 2 Mercedes Benz fahren und dann kein Geld fürs Studium übrig haben, wg. hoher Leasingraten (überspitzt!).

    - BaföG IMMER zinsfrei anbieten bis mind. 5 Jahre nach dem Studium
    - Kredite für Studienabschluss oder zum überbrücken zw. Bachelor/Master zinsfrei anbieten. Warum? Für alle "Zwischenfälle" hat ein gut situierter Student die Eltern im Rücken. Einer ohne Mittel, kann auf NIX zurückgreifen.
    - Studiengebühren NIE wieder einführen
    - Wohngeld für Studierende zulassen in den Städten, die horrende Mieten haben.
    Gleichzeitig JETZT mehr Studentenheime/Wohnungen für Studenten bauen und fördern. Großes Problem in Innenstädten. Wenn günstiger Wohnraum vorhanden ist, kann man das wieder abschaffen.

    Man sieht, der Staat macht hier nur das nötigste und verbessert nur langsam. Es ist noch viel zu tun.

    Nicht alles ist bunt, wenn man in die Geschenkboxen mit der Schleife und der Aufschrift "Bildungsförderung" aufpackt und nutzt.
  9. #9

    So ein Blödsinn

    Zitat von kappesstepp Beitrag anzeigen
    für Bücher - so viel muss man erstmal lesen, sagt er. Ja, dafür bekommt man, je nach Fachgebiet, so etwa 1,5 wirklich interessante Bücher oder so.

    Das glaube ich gern, dass das ein Student heute nicht mehr schafft. Hat einem aber auch keiner gesagt, dass Studieren was mit Lesen (und zwar viel) zu tun haben könnte. Die Lehrer wussten das ja auch schon nicht mehr...

    Grüße vom Dinosaurier
    Sie wollen doch blos dummdreist rummeckern über die faule Jugend, vom echten Studentenleben haben sie keinen Funken Ahnung.
    Natürlich ist ein Stipendiat an der Uni eingeschrieben und als eingeschriebener Student hat er Zugang zur Unibibliothek. Die deckt thematisch Feld Wald & Wiese, da kann man auch mal ein Fachbuch mit nach Hause nehmen, kostet (den Studenten) keinen Pfennig.
    Dazu gibt's zu den Vorlesungen oft Skripten vom Prof. Dafür verlangt irgendjemand (Lehrstuhl, Fachschaft, Druckerei - je nachdem) den Selbstkostenpreis für Copyshop/Druck, das waren bei mir sicher keine 100€ Pro Semester.
    Erst für Dinge die darüber hinausgehen brauchen sie als gewöhnlicher Student ein "Büchergeld" zur privaten Verfügung.

    Wer als Student monatlich 300,- € für Drucksachen wegstudiert ist nun wirklich fleißig und strebsam genug daß er sich von Ihnen keine blöden Sprüche anhören muß - Egal welches Fachgebiet.