Expatriates in Genf: Europas Hauptstadt der Arbeitsnomaden

Sebastien Agnetti Sie arbeiten für ein paar Jahre bei Procter & Gamble, der Uno oder einer Privatbank. Sie haben reichlich Geld - und geben es gern aus, am liebsten fürs Feiern. Willkommen in Genf, Europas Treffpunkt der Nobel-Gastarbeiter: ein Disneyland für junge Erwachsene.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-916335.html
  1. #1

    Willkommen im Steuerhinterzieher-....

    Verzeihung im Steuervermeider-Paradis Schweiz.
    Diese ganzen "Europa-Zentralen" sind aus keinem anderen Grund in der Schweiz als "wir zerstören Milliarden an Steuern in unseren Nachbarstaaten - und kassieren im Gegenzug ein paar Millionen an Umsatz- und Einkommenssteuer".

    Toller Deal für die Schweiz.
    Mir völlig schleierhaft, warum Deutschland da mitspielt.
  2. #2

    optional

    Als jemand, der Accounting Management Erfahrung bei internationalen Unternehmen hat muss ich dem zustimmen: Die meisten Expats sind überbezahlt mit Zusätzen nicht nur im Bonusbereich sondern auch Dienstwagen, Wohnungszuschüssen und wenn Kinder dabei sind den Kosten für die Privatschulen inkl. Taschengeld für die nachgezogene Familie. Anstatt das Unternehmen voranzubringen wird der eigene Stil "probiert" mit den nachteiligen Folgen für langjährige Angestellte, die wirklich für die Firma da sind. Oftmals sind diese auch nicht bereit, sich den landestypischen Gepflogenheiten anzupassen, was auch das Betriebsklima nicht verbessert. Vielleicht ist es in Genf anders, ich habe die Erfahrungen auf dem fernasiatischen Markt. Neid? Nein, mein Gehalt stimmte aber man sieht so, wie Firmen Geld sinnlos verpulvern.
  3. #3

    optional

    first world problems der reichen und schönen ;)
  4. #4

    Das Buch zum Thema

    Toller Artikel, der das Leben in Genf recht gut umschreibt... Ich kann dazu nur Christoph Höhtkers Buch "Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite" empfehlen. Sehr lustig und bösartig - der Roman nimmt die Genfer Finanzler und die UN-Welt auf eloquente Art und Weise auf die Schippe! Must read für alle deutschsprachigen Expats ;)
  5. #5

    @silversurfer:

    Nachdenken beim lesen hilft:

    - 2/3 der Expats arbeitet bei Internationalen Organisationen, nicht in den "Europa-Zentralen".
    - Die Internationalen Organisationen wurden in der Schweiz aufgebaut/gegründet, weil der Rest von Europa sich binnen 50 Jahren zweimal dermassen verkriegte, dass die Organisation auf Drängen USA Sitz in Europa, aber nicht in einem der Kriegsstaaten haben musste, sondern in neutralem (was auch immer das heute noch heisst, aber zumindest nicht kriegstreibenden) Land.
    - Deutschland spielt da mit, weil sehr gut ausgebildete Leute aus Deutschland auch mal was anderes als "Geiz ist Geil" bzw. die "Du verdienst zu viel, wir nehmen dir alles wieder weg"-Reichensteuer erleben möchten.
    - Die Problematik in Genf wird sich bald von selbst wieder lösen, weil wir "Normalo-Schweizer" haben von der Dekadenz bzw. dem teilweise äusserst fragwürdigen Auftreten gewissen ausländischer Arbeitskräfte die Nase gestrichen voll (Stichwort: Oligarchen-Söhnchen-Porsche-Raser-rennen durch die Stadt morgens um 4 und Papa bezahlt die Bussen). In einigen Städten ist die sog. Pauschalbesteuerung von Ausländern auf der Kippe und wenn sie in Genf fällt, dann sind viele dieser Yuppies bald auch wieder weg und SPON kann einen Artikel über die Expats in Singapur / HongKong / J'burg etc.
  6. #6

    Tja

    Haufen Geld am Start und doch irgendwie sinnlos.
  7. #7

    Seltsam...

    Immer, wenn es hier Artikel über Genf gibt, erscheint mir die Stadt extrem unsympathisch.
    Dabei arbeite ich in Genf (lokaler Vertrag - "lokalisiert" würde ich nie sagen...) und fühle mich hier pudelwohl. Das oben beschriebene Genf mag es geben, aber man kann es sehr leicht vermeiden. Zum Glück.
  8. #8

    Teilaspekt

    Zitat von CaroB. Beitrag anzeigen
    Toller Artikel, der das Leben in Genf recht gut umschreibt...
    Falsch - der Artikel beschreibt lediglich das Leben junger Expats in Genf. "Das Leben" in Genf beschreibt er nicht. Denn die Mehrheit der in Genf Lebenden sind eben keine ausländischen Kaderangestellten internationaler Firmen oder Organisationen. Das Leben dieser "Normalos" kommt in diesem Artikel höchstens dort vor, wo darauf hingewiesen wird, dass die finanziell sehr gut gestellten Expats an der Miet-Schraube mitdrehen. Genf lebt zwar mit und (auch) von den interantionalen Firmen und Organisationen, aber bei den Einheimischen hat sich in den letzten Jahren (leider) eine heftige Allergie gegen Expats - und noch mehr gegen franzöische Grenzgänger - ausgebreitet.
  9. #9

    Steuerparidies

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie arbeiten für ein paar Jahre ....Sie haben reichlich Geld - und geben es gern aus, am liebsten fürs Feiern.
    und weil alle Feiern sind die Flieger am Wochenende alle gerammelt voll, egal wohin die auch gehen?

    Genf ist schoen, es laesst sich viel verdienen und ausgeben wobei die Mieten und das Preisniveau London als Schnaeppchen aussehen laesst. Ansonsten ist der Freizeitwert sehr hoch, aber in erster Linie Sport aber bei "Feiern" ist jede regionale Kleinstadt in D eine Konkurrenz