Selbstvermarktung bei WG-Suche: In der Küche bin ich Karate Kid

TMNNach den Ferien stürzen sich viele künftige Studenten in WG-Castings. Beste Chancen hat dabei, wer sich gut verkaufen kann: Kampf- und Kochkünste geben Pluspunkte, Ehrlichkeit auch - und das Bestechungsgeschenk sollte nicht zu protzig sein.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-918675.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach den Ferien stürzen sich viele künftige Studenten in WG-Castings. Beste Chancen hat dabei, wer sich gut verkaufen kann: Kampf- und Kochkünste geben Pluspunkte, Ehrlichkeit auch - und das Bestechungsgeschenk sollte nicht zu protzig sein.

    Erstsemester auf WG-Suche - Eltern müssen draußen bleiben - SPIEGEL ONLINE
    Kommt es nur mir so vor, aber hat sich unsere Gesellschaft in eine Richtung entwickelt, wo man sich immer nur verkaufen und darstellen muss? Alles ist ein Casting! Jobsuche, Partnersuche und Wohnungssuche mittlerweile auch....
    Wieso kann man nicht potentielle Kandidaten einzeln einladen, sondern muss daraus gleich ein Assessment Center machen?
    Immer steht man in dieser Gesellschaft unter (Leistungs-)druck.
  2. #2

    Generation Casting

    Ja, mein Eindruck ist das auch. Mich ekelt das an. Wenn ich höre, dass WGs zig Leute einladen, um sich den Besten zu angeln, was soll das? Fünf reichen. Wenn da keiner drunter ist, die nächsten fünf. Alles andere ist Unsinn. Weder die Zimmersuchenden (nicht "Bewerber") noch die WGs haben doch Zeit für solchen Mist. Entscheiden scheint den jungen Leuten schwer zu fallen. Ist das irgendwie das derzeitige Lebensgefühl, dass jede Entscheidung bedeutet, dass Möglichkeiten verlorengehen? Also müssen 100 Leute her.
  3. #3

    Ich ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach den Ferien stürzen sich viele künftige Studenten in WG-Castings. Beste Chancen hat dabei, wer sich gut verkaufen kann: Kampf- und Kochkünste geben Pluspunkte, Ehrlichkeit auch - und das Bestechungsgeschenk sollte nicht zu protzig sein.

    Erstsemester auf WG-Suche - Eltern müssen draußen bleiben - SPIEGEL ONLINE
    ... kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschließen ... "Spielen sie ein Instrument? Üben sie Karate? Können sie die besten Spaghetti der Republik kochen?" ... wie lächerlich ist das denn bitte? Wo sind wir nur angekommen? Demnächst gibt es vor jedem Kindergeburtstag noch ein Casting ..
  4. #4

    Viel zu einfach gedacht...

    Es muss leider oft ein Casting veranstaltet werden, auch wenn ich diese 20-Mann bzw. Frau Gespräche für ein Zimmer nicht leiden kann. Auch in unserer WG haben wir zwei Mal "casten" müssen. Immer mit Einzeltermin, immer ne Stunde Pause zw. jedem Suchenden. Aber dann gibt es Überschneidungen, es wird voll und man kann nicht jeden kennen lernen. Und nein, fünf Leute reichen da nicht. Das kostet alles so viel Zeit und Nerven. Man will sich auch nicht jeden x-Beliebigen in die Bude holen. Menschlich sollte es schon passen. Und manche Leute passen besser, andere weniger. Das hat nichts mit ungenügendem Entscheidungswillen zu tun. Aber ich höre auch wie es bei anderen "Castings" abgeht, das ist teilweise unter aller Würde (Fotos machen, gefilmt werden usw.).
  5. #5

    Zimmer frei...

    Zitat von moabit_21 Beitrag anzeigen
    Es muss leider oft ein Casting veranstaltet werden, auch wenn ich diese 20-Mann bzw. Frau Gespräche für ein Zimmer nicht leiden kann. Auch in unserer WG haben wir zwei Mal "casten" müssen. Immer mit Einzeltermin, immer ne Stunde Pause zw. jedem Suchenden. Aber dann gibt es Überschneidungen, es wird voll und man kann nicht jeden kennen lernen. Und nein, fünf Leute reichen da nicht. Das kostet alles so viel Zeit und Nerven. Man will sich auch nicht jeden x-Beliebigen in die Bude holen. Menschlich sollte es schon passen. Und manche Leute passen besser, andere weniger. Das hat nichts mit ungenügendem Entscheidungswillen zu tun. Aber ich höre auch wie es bei anderen "Castings" abgeht, das ist teilweise unter aller Würde (Fotos machen, gefilmt werden usw.).
    Hallo Moabit,
    Ich hatte auch mal ein Zimmer in Berlin zu vermieten. In Friedrichshain. Die Leute haben mir die Bude eingerannt. Ich habe mir fünf Leute nacheinander eingeladen zu Einzelterminen...und zwar diejenigen, die in der Mail am sympathischsten geklungen haben... und mir gedacht, wenn unter denen 5 niemand dabei ist, dann kann ich immer noch weitere Leute kennenlernen. Warum sollte man gleich 30 Leute einladen? Das macht die Entscheidung doch viel schwerer?
    ...und ich stehe sowieso nicht auf so Angeber- Selbstdarstellerpersönlichkeiten die einen auf Alleskönner machen, sondern auf natürliche, nette und normale Leute. Der Witz ist ja, sich mit so einem Casting einzubilden, man könne alle Risiken ausschließen.
    Nur weil man sich 2h nett unterhält und die andere Person einen guten Eindruck macht, heißt das nicht, dass es so bleibt....
    In meiner ersten WG, war ich total begeistert von meiner Mitbewohnerin, die mich "aufgenommen" hatte. Ich dachte, dass wir uns super verstehen und das auch ne echte Freundschaft wird....habe dann schon in der zweiten Woche gemerkt, dass wir (trotz weniger Gemeinsamkeiten) grundverschieden sind und uns eigentlich gar nix zu sagen haben...
    ....mit dieser Story will ich einfach nur den Sinn von solchen WG-Castings in Frage stellen. Denn ich finde sie sinnlos!
  6. #6

    Castings sind ok

    Die Sache ist doch folgende: Wenn es etwas zu wenig gibt, dann kann sich derjenige, der es zu vergeben hat aussuchen wem er es gibt. Ich habe in Köln in einer WG gewohnt und wenn jemand auszog und die Anzeige geschaltet wurde, haben wir meist in 3-4 Stunden über hundert Zuschriften bekommen. Da sind natürlich die Leute rausgeflogen, die nur geschrieben haben "interessiere mich für das Zimmer". Dh etwas lustiges schreiben kommt gut.

    Noch ein Tipp: Mehrmals am Tag auf die entsprechenden Seiten gehen, da WGs ihre Anzeigen oft nach wenigen Stunden rausnehmen.

    Übrigens ist die Wohnungsnot in manchen Stätten so hoch, dass Vermieter mit unmoralischen Angeboten durchkommen. Einfach mal "Zürich WG unmoralisches Abgebot" googeln.
  7. #7

    optional

    Dieses Casting ist kompletter Unsinn! Wer weiß, dass er/sie zu solch einem Casting kommt wird sich natürlich so gut wie möglich darstellen wollen, lügen inklusive.

    "Natürlich bin ich sauber und ordentlich, natürlich koche ich gerne, natürlich höre ich gerne Lady Gaga, natürlich spiele ich jeden Freitag Abend gerne mit dir Mahjong und spreche über Philosphie..."

    Einfach einen Besichtigungstermin machen, die WG zeigen, entspannt quatschen und ein paar Fragen stellen.
    Reingucken kann man in Menschen nicht, also zumindest versuchen sie so natürlich wie möglich zu erleben.
  8. #8

    Kein Koch, kein Mitbringsel, kein Anruf

    Ich war in letzter Zeit selbst auf Mitbewohnersuche und kann damit feststellen, wie relativ jede Aussage ist:
    Telefonnummer gab's nicht. Mitbewohnersuche ist eine zeitaufwendige Sache. Fehlt noch, dass in der verbleibenden Zeit zwanzig dreißig wildfremde Leute jederzeit anrufen können.
    "Gern kochen" habe ich nicht gern gehört, da denke ich sofort, Mist, die Person blockiert die ganze Zeit die (natürlich zu kleine) Küche.
    Ein Mitbringsel bedeutet für mich, die Person ist bereit, sich auch auf etwas unfaire Weise einen Vorteil zu verschaffen, und wird sich in der WG ebenso verhalten. Sie kommt daher nicht in Frage.
    Man braucht mindestens zwanzig dreißig Leute. Bei neun von zehn denkt man "Oh Gott", bevor sie das Maul aufmachen, und der zehnte Bewerber sagt einem ab, weil er als einzig Sympathischer natürlich die Wahl zwischen verschiedenen WGs hat. Und ebenso viele Termine sollte man also - denke ich - als Suchender ausmachen. Von Gruppencastings halte ich allerdings nichts, da die Zurückhaltenderen, mit denen sich wahrscheinlich am besten auskommen lässt, dabei untergehen.
    Letztlich bekommt wohl fast immer die Person das Zimmer von der man das Gefühl hat, dass sie sich gibt, wie sie ist, und dass man mit ihr, so wie sie ist, gut auskommen kann. Da gibt es wohl nicht viele Tricks. Höchstens, was zu vermeiden ist. Denn es gibt tatsächlich genügend, die naiv genug sind, mit Mama oder Papa zu kommen oder aufzuzählen, was sich alles zu ändern hat, sobald sie eingezogen sind.
  9. #9

    Kein Koch, kein Mitbringsel, kein Anruf

    Ich war in letzter Zeit selbst auf Mitbewohnersuche und kann damit feststellen, wie relativ jede Aussage ist:
    Telefonnummer gab's nicht. Mitbewohnersuche ist eine zeitaufwendige Sache. Fehlt noch, dass in der verbleibenden Zeit zwanzig dreißig wildfremde Leute jederzeit anrufen können.
    "Gern kochen" habe ich nicht gern gehört, da denke ich sofort, Mist, die Person blockiert die ganze Zeit die (natürlich zu kleine) Küche.
    Ein Mitbringsel bedeutet für mich, die Person ist bereit, sich auch auf etwas unfaire Weise einen Vorteil zu verschaffen, und wird sich in der WG ebenso verhalten. Sie kommt daher nicht in Frage.
    Man braucht mindestens zwanzig dreißig Leute. Bei neun von zehn denkt man "Oh Gott", bevor sie das Maul aufmachen, und der zehnte Bewerber sagt einem ab, weil er als einzig Sympathischer natürlich die Wahl zwischen verschiedenen WGs hat. Und ebenso viele Termine sollte man also - denke ich - als Suchender ausmachen. Von Gruppencastings halte ich allerdings nichts, da die Zurückhaltenderen, mit denen sich wahrscheinlich am besten auskommen lässt, dabei untergehen.
    Letztlich bekommt wohl fast immer die Person das Zimmer von der man das Gefühl hat, dass sie sich gibt, wie sie ist, und dass man mit ihr, so wie sie ist, gut auskommen kann. Da gibt es wohl nicht viele Tricks. Höchstens, was zu vermeiden ist. Denn es gibt tatsächlich genügend, die naiv genug sind, mit Mama oder Papa zu kommen oder aufzuzählen, was sich alles zu ändern hat, sobald sie eingezogen sind.