Riesen-Marktplatz in Istanbul: Wenn der Basar bröckelt

Hasnain KazimSteht einer der berühmtesten Basare der Welt kurz vor dem Einsturz? Händler auf Istanbuls riesigem Marktplatz Kapal Çar widersprechen den Alarmmeldungen der Verwaltung. Sie fühlen sich als Opfer einer Kampagne. Doch manche Schäden lassen sich kaum noch übersehen.

http://www.spiegel.de/reise/europa/g...-a-918286.html
  1. #1

    Fuer solcherlei Fragen gibt es ...

    ... unabhaengige Gutachter (Baustatiker). Die sind von den -jeweiligen- Eigentuemern an den Gebaeuden/Gebaeudeteilen fuer deren Dienste zu bezahlen.
    [Ohne tuerk. Baurecht und Baueigentuemerpflichten zu kennen, sollte dies bereits im eigenen (auch Wirtschafts-)Interesse geschehen. -Nur "melken" geht nicht, ohne auch zu "fuettern".]

    Das aber Gebaeude, einmal errichtet, fuer immer und ewig halten, glauben wohl auch Eigentuemer wie Mieter&Paechter nicht.
    Insb. wenn dicke (stabile?) Waende "duenn gemacht" werden, Daecher nicht sachgerecht renoviert werden (oder "007" Filmteams darauf Motorradfahrer filmen), etc.pp..
    Und wie einer der Haendler ja selbst sagte, sind die Gefahren von Erdbeben noch von ganz anderem Kaliber, und die -teils- alten ueberdachten Basarhallen hielten solchen Naturmaechten wohl kaum stand.
    Die Frage ist, was die Mieter/Paechter und die Eigentuemer wie Touristikindustrie nun will. Gefahren "Teehaus"-Aussitzen, oder versuchen alle, oder bestimmte Gefahren, so gut es technisch wie monetaer vertretbar ginge, versuchen (insb. solche fuer Leib & Leben) einzugrenzen.
    Fakt ist: Auch diese, teils wunderbaren (staats-kulturhistorisch wertvollen?) Gebaeudeensemble haben, wie ueberall anderswo auch, keine "Ewigkeitsgarantien".
    Irgendwann, insb. ohne -sachlich/fachlich- erforderliche Renovierungen und Statikpflegen, ist der Zeitpunkt des Ende der Nutzbarkeiten erreicht. Nur Vollignoranten werden dem widersprechen wollen.
    Und, Bunker hielten vielleicht laenger; aber wer will sich schon in Zweckbunkern aufhalten wollen, oder gar wohlfuehlen koennen.
  2. #2

    Neuer Bauplatz?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Steht einer der berühmtesten Basare der Welt kurz vor dem Einsturz? Händler auf Istanbuls riesigem Marktplatz Kapal Çar widersprechen den Alarmmeldungen der Verwaltung. Sie fühlen sich als Opfer einer Kampagne. Doch manche Schäden lassen sich kaum noch übersehen.

    Großer Basar in Istanbul: Vom Einsturz gefährdet - SPIEGEL ONLINE
    Der Verdacht dass Erdogan dort gerne ein Einkaufszentrum eines finanzkräftigen Konzerns etablieren würde, kommt gewiss nicht von ungefähr.
  3. #3

    Dafür, daß "die Türken" den Großen Basar "Kapal Çar" und nicht "Kapalı Çarşı" nennen, hätte ich gerne einen Nachweis.
  4. #4

    Erdbeben

    Erinenrt mich an die Einwohner von Neapel oder San Francisco. Vulkanausbruch? Schon lange her. Erbebengefährdet? Superbeben im Anmarsch? Das wäre ja noch schöner!
    Naja, irgendwann rumpelts und dann ist alles hin und man schimpft auf die unfähige Politik.
    Menschen sind nur bedingt logische Wesen.
  5. #5

    ...

    1. es heisst "Kapalı Çarşı" - im Text genannte Wörter gibt es im Türkischen gar nicht.
    2. zum Problem der Einsturzgefährdung: Wenn der Staat wollte, dann kann er eine Zwangsräumung und Sanierung anordnen und dann die Verkaufsräume neu/teurer vermieten. Wird ja mit Wohnsiedlungen/alten Häusern in der Innenstadt auch so gemacht. Alles ist möglich, egal ob es der Bevölkerung passt oder nicht.
  6. #6

    Korrektur

    Es heißt tatsächlich "Kapali Çarşı" und nicht "Kapal Çar".
    Ansonsten netter Artikel.
  7. #7

    gfh9889d3de spricht mir aus der Seele, außerdem ist es eben ein Markt und kein Marktplatz!
  8. #8

    Türkisch

    Laut Internetseite http://www.kapalicarsi.org.tr/ und auch laut Wikipedia heißt es Kapalı Çarşı. also zweimal das "i ohne den i-Punkt". (Wie auch im Namen des Badeortes, der u.a. in Reiseprospekten gerne mal "Kusadasi" geschrieben wird, richtig aber Kuşadası heißt.) Von einem Spiegelkorrespondenten, der seit einigen Monaten in Istanbul arbeitet, sollte man das erwarten können. Und der Spiegel dürfte auch über die Technik verfügen, diese besonderen türkischen Buchstaben darzustellen ...
    Kleinigkeit? Sicher, aber auch ein Zeichen mangelnder Sorgfalt, die mich immer wieder ärgert, gerade bei Online-Ausgaben.
  9. #9

    Leider kein Einzelfall, sondern ein "Trend der Zeit". Man hat das Gefühl, dass viele Errungenschaften der Zivilisation, auch Bauwerke, die Jahrhunderte überdauert haben, in kürzester Zeit zugrunde gerichtet werden. Ein Phänomen, dass insbesondere mit dem Massentourismus auftritt.

    Anderes Beispiel: Venedig. Es werden Milliardenumsätze mit solchen Kulturgütern (der Allgemeinheit gehörend!) gemacht, aber es wird nicht reinvestiert.