Sexistische Werbung: Die Dose trägt Dessous, hihi

Immer diese Aufschrei-Elsen und die anderen hysterischen Weiber! Regen sich darüber auf, wenn Frauen auf Werbeplakaten ihren Po in die Luft halten oder in Pornoposen in der U-Bahn herumhängen. Schwestern, nehmt's doch mal mit einem Augenzwinkern. Ist doch alles nur Ironie.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-918255.html
  1. #1

    Richtig!

    Kann ich gut nachvollziehen, Ihr Missbehagen. Geht mir auch so. Im Übrigen allerdings auch bei den Femen-Aktivistinnen, die irgendwie das gleiche machen wie die Konservenindustrie...
  2. #2

    Wäre interessant, wieso da nicht mal nachgehakt wird. Oder die Reklame, bei der die Frauen dem Typ bei der Colawerbung nur auf die blanke Brust starren usw. Vielleicht wäre es an der Zeit, Sexismus und Stereotypen mal per se zu behandeln - aber eben per se, was übrigens nicht heißt "nur, wenn es Frauen zu betreffen scheint".
  3. #3

    You got it

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer diese Aufschrei-Elsen und die anderen hysterischen Weiber! Regen sich darüber auf, wenn Frauen auf Werbeplakaten ihren Po in die Luft halten oder in Pornoposen in der U-Bahn herumhängen. Schwestern, nehmt's doch mal mit einem Augenzwinkern. Ist doch alles nur Ironie.

    Silke Burmester über sexistische Werbung: Dose trägt Dessous - SPIEGEL ONLINE
    Dass ich das noch erleben durfte, "Aufschrei-Elsen", wunderbar, für mich einzigartig, obschon ich doch einiges lese, verdrängt den Regen und die Wolken, und dann noch "Und nun diese Tante", die doch gar nicht verwandt ist, aber alle Assoziationen zu diesen wirklichen Tanten, die ich habe, hervorruft. Diese Kolumne geht mir rauf und runter wie feinstes Olivenöl, geschmeidig, schmackhaft, fruchtig, unübertroffen, Frau Burmester. Go on. Aber frau kann nicht immer die zwölf treffen, kenne ich auch. Doch diesmal war´s mittendrin.;-))
  4. #4

    ich kann es nicht verharmlosen ...

    ... ich liebe frau burmester! wieder ganz großer sport. danke dafür. frau mit herz und hirn, aber dafür ohne allüren. ach ja, ich bin ein mann und arbeite in der werbung. scheitere aber mit schöner regelmäßigkeit mit allen einwänden gegen die stereotypen. es gibt nach den unsäglichen rosa ü-eiern ja jetzt auch noch chips für mädels- und männerabende. da packe ich mir nur noch an den kopp. wie soll man jemals respekt und gleichberechtigung erreichen, wenn auch von der industrie vetmeintliche unterschiede konstruiert und zementiert werden? abgesehen von der quälerei, die dieser genderbinaritätsterror bei leuten anrichtet, die sich mit nichts davon identifizieren können.
  5. #5

    Ein Scherz

    Männer haben sich ja schon länger mit ihren Rollen in der Werbung als z.B. "Trottel vom Dienst" abgefunden, ist ja nur ganz ironisch gemeint ;-)

    Und das sich Frauen und Männer bestimmte Serien nicht anschauen liegt bestimmt auch nur daran, dass dieses Programm der Zeit einfach weit voraus ist und nicht an der seltsamen Reklame.
    Vorabend-Flop: ARD stellt Frauen-Serie ein - SPIEGEL ONLINE

    Aber jetzt mal ernsthaft. Kann man (oder frau) Werbung überhaupt ernstnehmen. Die ganze Branche ist ja darauf angelegt, möglichst schnell möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzielen, und das geht nun mal besser über Provokation und Emotion als über Sachlichkeit und Intellekt.
    Und dann muss man sich fragen, warum die Werbung von z.B. H&M für Dessous seit Jahrzehnten funktioniert, wo doch die Mehrzahl der Käufer Frauen sind? Die Männer haben doch eher das Poster von Anna-Nicole Smith an der Bushaltestelle geklaut.
    Einige Frauen aus meinem Bekanntenkreis meinen übrigens, dass Frauenmagazine viel sexistischer gegenüber Frauen sind als Männermagazine, speziell was Körperkult und Diätwahn angeht.

    P.S.
    Über die Sexualisierung der Werbung hat sich die Werbung übrigens schon vor 30 Jahren lustig gemacht.
    Planters Pretzels Australian commercial 80's with John Cleese - YouTube

    P.P.S.
    Sind am Ende die ganzen neuen Gender-Studien der letzten Jahre nur ein Scherz, den die meisten Menschen nur noch nicht verstanden haben?
  6. #6

    Kann die Aufregung gut verstehen,

    ich hoffe die Autorin versteht auch meine Aufregung, wenn Männer in der Werbung (und Medien) entweder als Superhelden oder als verblödete Waschlappen dargestelt werden, die mit Kindern und im Haushalt voll versagen.
  7. #7

    Laaaangweilig

    Früher waren wir stolz darauf, dass unsere Gesellschaft frei und ungezwungen war. Als jeder noch selbst entscheiden konnte, was er gut findet und was nicht und dann - ganz wie ein mündiger Bürger - ein Produkt kaufte oder nicht. Heute dagegen steht Prüderie ganz oben auf der Tagesordnung. Wie in Amerika, wo Du noch nicht mal Deine Unterwäsche zum trocken in den Garten hängen darfst, weil es sonst die Nachbarn sexuell belästigt. Ihr habt Probleme!
  8. #8

    Bin ich der einzige

    männliche Leser, der diese Kolummne nicht kapiert hat?
    Vll sollten die Werbeagenturen ihre Vorschläge erst mal an die Autorin senden, die dann entscheidet, ob wirklich lustig oder gar nicht lustig.
    Mein Vorschlag: Wenn schon Frauen in der Werbung, dann bitte nur noch in einfach u klar strukturierter Weise, auf gar keinen Fall mehr ironisch oder augenzwinkernd!
    Parfümwerbung nur noch mit schwitzenden u übergewichtigen Frauen und Männern. Oder Sanitärwerbung nur noch mit komplett gekleideten Menschen, die in der Dusche stehen. Oder bitteschön nur noch Werbung für Bekleidung, wenn keine Menschen darauf zu sehen sind.
    Wo kämen wir hin, wenn Werbung auch noch Blickfang wäre!
  9. #9

    Oversexed ...

    Liebe Frau Burmester, ich lese Ihre Kolumnen gern, denn Sie können mit Ironie-Ebenen spielen.

    Natürlich gilt der Marketing-Spruch „Sex sells“ - was auch die Firma Google veranlasst hat, rechts neben Ihrer Kolumne Reklame für aufregende Dessous zu schalten – da ich Ihnen kein Infomercial vorwerfen will, nehme ich an, dass das ohne Ihr Wissen normal bezahlt wird.

    Aber Sie haben in Ihrer Beispielaufzählung die Firma Abercombie & Fitch vergessen: die machen ja sexistische Werbung mit gut gebauten Männern. Die „halten nicht ihren Po in die Luft“, sondern protzen mit Waschbrett-Bäuchen. Da regt sich niemand auf. Was Widerspruch ausgelöst hat, ist der (gescheiterte) Versuch einer „ganzheitlichen“ Verkaufsstrategie, nämlich die Filialen in einen speziellen Duft zu tauchen und so Kaufanreize zu setzen. Im Übermaß eingesetzt erinnert er aber an die Duftsteine im Herrenclo, was viele New Yorker Edelrestaurants veranlasst hat, Träger der Duftnote nicht zu bedienen.

    Ich halte es bei dem Thema mit meiner Säulenheiligen Hildegard von Bingen. Die Dame wird von vielen Esoterik-Elsen (um in Ihrer Sprache zu bleiben) für alles Mögliche missbraucht. Steht aber für ein ganzheitliches Lebensgefühl von Ausgeglichenheit, Maß und Mitte. Oder – wie es ein amerikanischer Geschäftsfreund in Neu-Latein achselzuckend formulierte, die Leute, die sich da künstlich echauffieren, sind „oversexed and underfucked“.