Chirurgie: Zahl der Operationen drastisch gestiegen

DPAMehr als 15 Millionen Operationen führten deutsche Ärzte 2011 durch - ein Viertel mehr als 2005. Vor allem die Zahl der Wirbelsäulen-OPs ist drastisch gestiegen. Die Linke moniert Fehlanreize zum Schneiden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-918152.html
  1. #1

    Wie überalls geht es nur um Kohle

    Wir haben ja auch keine Arztpraxen und Krankenhäuser mehr, sondern Wirtschaftsunternehmen. Wer interessiert sich von denen schon noch um das Wohl des Patienten (mit Aussnahme der immer weniger werdenden "richtigen" und engagierten Ärzte, die irgendwo ihre kleine Praxis auf dem Land betreiben...
  2. #2

    schmiergelsiepen

    meine Frau ist auch schon 2 mal an der Wirbelsauele operiert worden. Die Aerzte habe Moeglichkeiten probiert, Veroedung, Tabletten usw. Es hat alles nichts geholfen. Nach der Operation ist alles OK. Nach meiner Feststellung versuchen die meisten Aerzte, nicht zu operieren. Aber das kostet den Krankenkasssen wahrscheinlich mehr Geld, als es sofort richtig zu machen. Und em Patienten ist damit nicht geholfen. Das Ansteigen der Operationen wird nicht belegt, mit Statistiken, sondern mit praktischen Beispielen.
  3. #3

    Gründe vielschichtig

    Immer der schnelle Schrei danach, dass im Gesundheitswesen die Ergebnisse von Studien auf Geldgier zurückzuführen ist. Es ist langweilig. Den in einem anderen Artikel beschriebenen Zustand des Bildungssystems schreibt man ja auch nicht pauschal dem zu, dass die Lehrer sich diesen Beruf ausgesucht haben um viel Ferien zu haben und jetzt mit der anstrengenden wirklichen Arbeitswelt überfordert sind. Nein, Ärzte sind nicht per se geldgeil!
    Wenn die Anzahl der Operationen Rücken, Knie, Hüfte ansteigt könnte das auch mit geändertem Ernährungs- und Bewegungsverhalten in der Bevölkerung zusammenhängen. Wenn mehr operiert wird in Deutschland gegenüber dem europäischen Ausland könnte es auch damit zusammenhängen, dass es in Deutschland auch deutlich mehr Arztbesuche pro Person und Jahr gibt und auch der gutmütigste Arzt bei ständigem Patientenbesuch irgendwann mal sagt, "jetzt bleibt nur die OP". Einige Patienten fordern dies sogar sehr vehement ein. Die haben eine Lust, die Ernährung oder gar die Bewegung umzustellen, denn das dauert länger und erfordert eigene Mühe! Und zum weiteren hat sich gerade im Fach Orthopädie die Ausbildung weg von der klassischen Orthopädie hin zur chirurgischen Orthopädie entwickelt. Viele Krankenhausärzte können nicht mehr viel anderes. Das ist eher ein bildungspolitisches als ein wirtschaftspolitisches Thema.
    Letzter Punkt: Die AOK!!! kommt zu dem Schluss, dass Eingriffe "ohne medizinische Notwendigkeit" erfolgen. War es in dieser oder der letzten Woche als sich ein Autor von SPON und auch eine große Anzahl von Lesern über die "menschenunwürdige Sparwut" der Krankenkassen ausgelassen haben? Jetzt ist diese Krankenkasse also mit ihrer Einschätzung (der sicherlich auch wieder Sparwille zugrunde liegt) also unstrittig im Recht? Das müsste wohl auch noch mal hinterfragt werden.
    SPON, du machst es dir zu einfach, jedes Gesundheitsthema zum Ärzte-Bashing zu missbrauchen. Schaut euch die Arbeit der Ärzte im Gesundheitswesen doch mal ebenso mitleidig an, wie das der Lehrer (die natürlich weniger verdienen)! Was beide Berufsgruppen eint ist, dass sie derzeit die Burn-out-Kliniken des Landes überschwemmen. Aber das ist ein anderes Thema.
  4. #4

    Diese Debatte ist schuld

    Bei der ständigen Reduzierung von Krankenkassenleistungen muss man sich doch mit jeder Operation beeilen - nächstes Jahr könnte sie schon riesige Zuzahlungen erfordern oder ganz gestrichen sein. Früher wurden Brillen noch komplett erstattet, heute muss man sie selbst bezahlen - was kommt als nächstes? Muss man in 10 Jahren auch schon eine Graue-Star-Operation selbst bezahlen? Dann doch lieber schnell unters Messer, solange es noch geht!
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 15 Millionen Operationen führten deutsche Ärzte 2011 durch - ein Viertel mehr als 2005. Vor allem die Zahl der Wirbelsäulen-OPs ist drastisch gestiegen. Die Linke moniert Fehlanreize zum Schneiden.

    Krankenhäuser: Zahl der Operationen laut Regierung drastisch gestiegen - SPIEGEL ONLINE
    Das gesundheitswesen ist längst zur Industrie verkommen. Ich bin überzeugt, dass 50% und mehr der OP gänzlich überflüssig sind. Aber die Krankenhäuser müssen Kasse machen. Gerade auch Kathederbuden sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Täglich braucht man eine gewisse Anzahl Patienten- und die werden auch rekrutiert. Ich kann nur jedem Empfehlen jede Operation zunächst skeptisch zu betrachten. Medizinischer Erfolg ist oft nicht angesagt, aber Hauptsache, die Kasse stimmt. Gleiches gilt im Übrigen für Medikamente. Das Ganze grenzt an Körperverletzung.
  6. #6

    Profitdenken ist in Bezug auf den Umsatz am Patienten ohnehin eine äußerst fragwürdige Angelegenheit, die man grundsätzlich überdenken sollte. Nicht nur in Bezug auf die Fallpauschalen. Die Linken scheinen die einzige Partei zu sein, die hier entschlossen Veränderungen herbeiführen will. Ein bisschen an den Praktiken großer Pharmakonzerne herumzunörgeln, das vermochte ja selbst Herr Rösler. Passiert ist daraufhin nichts. Die Frage ist, wie man tatsächlich ein Umdenken erreichen kann.
  7. #7

    Der Verfasser des ersten Beitrags hat es auf den Punkt getroffen. Schon bei der Überschrift hatte ich sofort den gleichen Gedanken. Es geht immer nur um die Kohle. Menschen gehen dafür über Leichen.
  8. #8

    Niemand sollte Heute damit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 15 Millionen Operationen führten deutsche Ärzte 2011 durch - ein Viertel mehr als 2005. Vor allem die Zahl der Wirbelsäulen-OPs ist drastisch gestiegen. Die Linke moniert Fehlanreize zum Schneiden.

    Krankenhäuser: Zahl der Operationen laut Regierung drastisch gestiegen - SPIEGEL ONLINE
    anfangen zu Jamern wenn es um unsere Krankenhäuser und das
    Gesundheitssystem geht. Wo waren all die Kritiker als es darum ging
    Ulla Schmidt gehörig auf die Finger zu hauen als diese damit anfing
    unser Gesundheitswesen zu demontieren? Und wieviele Jahre ist das
    jetzt schon her? Ist dafür ein Mensch auf die Strasse gegangen um zu Demonstrieren und die Politik davon abzubringen, daß zu zerstören was Generationen vorher aufgebaut haben. Es war nur noch von
    Kosten die Rede und um die zu Senken ging man einen Pakt mit dem
    Teufel ein. Und der Teufel heißt hier Privatisierung auf der ganzen
    Linie.Das passiert immer wenn der Staat seine Pflichten in die falschen
    Hände legt und keine Sorge dafür trägt, daß sich keiner Bereichern kann. Es kommt nicht von ungefähr das die Krankenhäuser meist
    in der Staatlichen oder Krichlichen obhut waren. Hätte man dagegen
    dem Wähler ganz offen und Wahrheitsgemäß erklärt, daß die Kosten
    so hoch gestiegen waren, daß man einfach mal ein paar Mark(damals)
    mehr einzahlen muss, wäre das mit Sicherheit von den meisten
    Wählern verstanden und Akzeptiert worden. Wer wäre denn so dumm
    nicht ein paar Mark oder Euro mehr für seine Gesundheit zu bezahlen.
    Aber wie immer ging es den Politikern dabei nicht um Ehrlichkeit, sondern sich wieder mal einer ihrer eher Ungeliebten Pflichten die sie
    den Volk gegenüber hatten zu entledigen. Und wo sind wir damit
    gelandet?Denkt mal darüber nach!
    schönen Tag noch,
  9. #9

    Nur mal nachfragen...

    ... wie WIR Ärzte das sehen!
    Würde man nicht die gnadenlos praxisfremden Lauterbachs & Co. fragen sondern uns klinisch, praktizierende Mediziner könnte man jedes einzelnes Desaster des Deutschen Gesundheitssystem pragmatisch beschreiben!
    Lächeln und schweigen werden nur die Großverdiener! Orthopäden, Radiologen etc. schweigen bis zum Golfplatz!
    Gebt uns Kernleistern mehr Macht und nicht den MVZ, KBV und Krankenhausbetreibern ... Deutsche Gesundheitsschande! Schämt Euch! Dr.P.