Per Anhalter nach England: "Eigentlich wollten wir Richtung Portugal"

Klarissa Kaiser Wie weit weg kommt man in 24 Stunden ohne Geld? Studenten aus Leipzig haben ein Tramprennen veranstaltet. Gewonnen haben Tim Vogel, 21, Medizin, und Klarissa Kaiser, 21, Tiermedizin. Sie landeten nördlich von London - unerwartet und mit sehr viel Glück.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...-a-917990.html
  1. #1

    memories...

    Leider scheint das Trampen allerdings aus der Mode gekommen zu sein. Hat nun jeder ein Auto?
    Noch als ich Student war (vor 20 Jahren...) war Autostop weit verbreitet. Ich bin oft mitgenommen worden, musste selten warten und hatte verschiedene Taktiken entwickelt. Die weiteste Strecke war bis in die Türkei, allerdings ohne Zeitdruck. Waren nette Erlebnisse, die easy jet nicht bietet.

    Jetzt würde ich Anhalter auch mitnehmen, nur sieht man (fast) keine mehr. Wo sind sie abgeblieben?
  2. #2

    optional

    Schade, dass die Anhalterkultur so den Bach runter gegangen ist. Früher standen am ehemaligen Grenzübergang Dreilinden freitags immer mindestens ein Dutzend Tramper, heute lässt sich da kein Mensch mehr blicken.
  3. #3

    Das war früher normal !

    Für die Strecke Krefeld - Trappani (Süd-Sizilien) habe ich früher regelmässig unter 24 Stunden gebraucht .... dann ging's weiter durch Nordafrika.
    Damals habe ich mir geschworen, jeden Tramper mitzunehmen, wenn ich ein Auto habe, aber heute trampt doch niemand mehr !
  4. #4

    Und die Konkurrenten

    Zu einer runden Story fehlt mir noch ein wenig Information über die Konkurrenz. Wie weit haben es denn die anderen Teams geschafft?
  5. #5

    trampen

    Nett zu lesen; das entspricht auch meiner Erfahrung Ende der 70er. Ich war damals (Mann, 25-30, allein oder mit Freund/Freundin) oft mit ähnlichem Gepäck unterwegs; Berlin - Dülmen (Nähe Osnabrück) dauerte 8-12 Std., Berlin - Bremerhaven 6-8 Std., Berlin - Südfrankreich (Mittelmeer) je nach Fahrern 24-36 Std. Auch ich bin damals oft zum Übernachten eingeladen worden; in Irland sogar einmal auf einem richtigen alten Landschloss! Ich war damals schlank, lange blonde Haare und Vollbart; die einzige schlechte Erfahrung war, dass, wenn ich mit ausgestrecktem Daumen eine Landstrasse entlang ging, sich mitunter von hinten ein Fahrer näherte, anhielt, und wenn er dann den Bart sah, gleich wieder Gas gab. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... Schön zu lesen, dass es diese Möglichkeit des Reisens auch heute noch gibt!
  6. #6

    Damals...

    Über 1.000 km in 24 Stunden zu trampen ist heutzutage gar nicht mal so schlecht, aber wohl nur dann zu schaffen, wenn man bei der Wahl des Ziels so flexibel ist wie die Leipziger Studenten. Bei der Rückfahrt mit konkretem Ziel dürfte diese Strecke wohl kaum in der Zeit zu schaffen sein.

    Es gab Zeiten, da sah das ganz anders aus. Da musste man an den beliebtesten Autobahnauffahrten oder Raststätten anstehen, bis man den Daumen raushalten konnte. Legendär ist da beispielsweise der ehemalige Kontrollpunkt Dreilinden vor der Transitfahrt durch die damalige DDR. Dafür stand man meist aber nicht lang und wurde direkt in die gewünschte Richtung mitgenommen.

    Ich selber bin auf meiner weitesten Tour trampend bis nach Nord-Spanien und von dort über Amsterdam wieder zurück zum Ausgangspunkt gereist. Dabei habe ich nirgendwo länger als 20 Minuten gestanden. Die weiteste Mitnahme war von südlich von Bordeaux bis Brüssel - in einem Fiat Panda. Ja, so waren sie, die 1980er...
  7. #7

    Trampen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie weit weg kommt man in 24 Stunden ohne Geld? Studenten aus Leipzig haben ein Tramprennen veranstaltet. Gewonnen haben Tim Vogel, 21, Medizin, und Klarissa Kaiser, 21, Tiermedizin. Sie landeten nördlich von London - unerwartet und mit sehr viel Glück.

    Studenten als Tramper: England statt Portugal - SPIEGEL ONLINE
    Leizig-London in 24 std? Das ist ok, aber es geht noch schneller! Meine besten Zeiten beim Trampen waren 24 Std von Arnheim (NL) bis Avignon (Südfrankreich) und 20 Std von Ancona (italienische Adria) bis Hamburg (~1500 km). Das ist allerdings schon einige Jahre her
  8. #8

    Ich bin Ende der Achziger, Anfang der Neunziger nur Kurzstrecken getrampt, um Freunde zu besuchen oder in die Stadt zu kommen.
    Als ein paar Jahre später dann mein Auto mal kaputt war, mir die Decke auf den Kopf fiel, versuchte ich es mal wieder.
    Das erste an der Hauptstraße was mir passierte war eine schwarze tiefergelegte Prollkarre, die auf mich zuhielt.
    Zwar nahm mich ein dann ein Relikt aus den Achzigern mit seinem Amivan mit aber nur eine Ortschaft weiter, wo ich dann zwei Stunden brauchte um Heim zu kommen. Schade eigentlich mir hat es immer sehrviel Spaß gemacht und meine Mutter um ihren Schlaf gebracht.
  9. #9

    Heute weniger Tramper

    Stimmt, heutzutage gibt es weniger Tramper. Vermutlich einerseits, weil es heutztage relativ unkompliziert möglich ist, Mitfahrgelegenheiten für einen vertretbaren Preis zu organisieren. Andererseits ist ein grundlegender Tipp, dass man heutztage normalerweise seltener mit einem Pappschild an der Ausfahrt steht. Einerseits, weil dort Anhalten meist verboten ist. Andererseits weil in der heutigen hektischen Zeit Trampen so selten geworden ist, dass die meisten Autofahrer so überrascht sind, dass sie in den wenigen Sekunden nicht entscheiden können, ob sie den Tramper mitnehmen. Hilfreicher und produktiver ist es, an Autohöfen an der Tankstelle oder Parkplatz nach Fahrern Ausschau zu halten. Einerseits kann man selbst mit etwas Glück anhand des Nummernschildes das Ziel eingrenzen, andererseits kann man den Fahrer persönlich ansprechen, so dass der einen Eindruck vom Mitfahrer bekommt, statt ihn am Straßenrand stehend nach dem Äußeren zu beurteilen.