Barack Obamas Syrien-Politik: Präsident für Zaudern und Zögern

AFPWarum hört eigentlich keiner mehr auf Amerika? Die Eskalation in Syrien und der mutmaßliche Chemieangriff mit Hunderten Toten zeigen einmal mehr, wie Barack Obamas Drohungen verpuffen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-917908.html
  1. #60

    Der Anreiz zur Inszenierung

    Wer glaubt denn ernsthaft, dass die syrische Armee, in Damaskus, wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt einen groß angelegten Angriff mit Chemiewaffen startet?
    Die zeitliche Übereinstimmung mit dem Aufenthalt der UN-Kommission scheint eher die Skepsis der syrischen Regierung zu bestätigen, überhaupt jemanden ins Land zu lassen. Zu groß ist evtl. der Reizgenau dann etwas zu inszenieren.
    Mit seiner "roten Linie" hat allerdings Obama den entscheidenden Anreiz gegeben, auf Teufel komm raus "Beweise" für einen Chemiewaffen-Einsatz zu liefern.
    Und es wäre ja nicht das erste Mal, dass "Rebellen" beim Hantieren mit C-Waffen erwischt worden wären.
  2. #61

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum hört eigentlich keiner mehr auf Amerika? Die Eskalation in Syrien und der mutmaßliche Chemieangriff mit Hunderten Toten zeigen einmal mehr, wie Barack Obamas Drohungen verpuffen.

    Syrien: Obamas Tanz auf der roten Linie - SPIEGEL ONLINE
    Vielleicht müsste man nur Assad unterstützten damit die Chemieangriffe der Rebellen aufhören.
    Andererseits ist bisher nicht gesichert ob es sich um Chemiewaffen handelt. Theoretisch wäre auch eine Rauchvergiftung möglich. Wenn das Haus über dem Keller in dem sich sie Menschen flüchteten durch die Kampfhandlungen entzündet hätte und die Menschen durch Trümmer eingeschlossen wurden, wären diese schlimmen Bilder damit auch erklärbar.
  3. #62

    Die Machtverhältnisse in einem Staat

    wurden häufig in der Geschichte - nicht zuletzt in den USA - leider erst durch einen Bürgerkrieg geklärt. Es hätte wenig Sinn, von außen einzugreifen; denn dann muss man Partei für eine der mordenden Gruppierungen ergreifen. Welche Gruppierung ist die "Richtige"?
    Die sogen. Opposition in Syrien beklagt ständig die militärische Gewalt und versucht alles, den Westen in den Konflikt hineinzuziehen und wendet selbst von Beginn an brutalstmögliche Gewalt an. Gewalt provoziert Gegengewalt, erst recht in autoritären Staaten.

    Die USA sollten aus ihren diversen Kriegen, die sie führten, gelernt haben, dass sie eigentlich immer als Verlierer vom Platz gingen, aber ihrem Volk zigtausende von toten GIs zumuteten, von den unfasslichen finanziellen Lasten ganz abgesehen.
    In Syrien kommt hinzu, dass es völlig unklar ist, wer dort die sogen. Opposition ist. Möglicherweise kämen Gruppierungen an die Macht, die sogleich einen weiteren Brügerkrieg provozieren würden (siehe Ägypten). Wie oft sollen denn die USA eingreifen?
  4. #63

    optional

    die UN Inspektion hat ganz klar definierte Ziele: Sie soll an 3 festgelegten Orten feststellen OB Giftgas eingesetzt wurde - sie dürfen sich nicht darauf festlegen von WEM Giftgas eingesetzt wurde.

    Da Sarin/VX etc nach einigen Wochen zerfällt, ist ein Nachweis durch die UN Inspektion an diesen 3 Orten unwahrscheinlich. Da es sich bei den genannten Angriffen auch um andere Substanzen gehandelt haben könnte (CN z.b.) sowieso sehr schwierig.
    Selbst WENN etwas nachgewiesen wird, brauch sich Assad darüber keine Sorgen machen. Weitergehende UN Resulutionen werden blockiert - die USA würden einen Flächenbrand entzünden, wenn sie militärisch Eingreifen würden.
    Zahnlose Tiger!
    Angesichts der vielen Toten auf allen Seiten verzweifelt man schier an dieser Welt! Die Opfer des aktuellen Angriffs brauchen JETZT humanitäre Hilfe - und kein Blablabla über Sanktionen, die eh wieder blockiert werden und es darauf hinausläuft, dass die UN eine Resultion verabschiedet das so etwas "nie wieder" passieren darf und eine Gedenktafel aufstellt.
  5. #64

    Obamas Syrienpolitik

    Die USA sind im Fall Syrien machtlos. Syrien befindet sich im Bürgerkrieg. Verhandlungen sind in so einen Krieg nutzlos. Du schaffst es nicht alle kämpfenden Parteien an einen Tisch zu bekommen. Und Syrien hat zwei gewaltige Schutzmächte, Rußland und China. Rußland hat sogar militärisch Stützpunkte in Syrien. Da kann man nicht mal eine Flugverbotszone einrichten. Da geht mit der USA gar nichts. Rußland und China müssen an den Pranger. Selbst wenn die UN nachweist, Assad hat Giftgas eingesetzt, geht auch nichts ohne Russland und China. Das sollten Barack Obama einfach sagen, denn wissen tut er es. sowieso.
  6. #65

    Fahrschüler mit 50.000 PS allein gelassen

    Diese Analogie drängt sich mir auf, wenn ich das ganze Rumgeeiere der USA beobachte. Da hat einer das größte Arsenal an Militär, Spezialeinheiten, Profikillern und Waffen zur Verfügung, und schafft es nicht, so einen Wüstenfloh Assad zu beseitigen? Man will ihn weghaben, stellt sich dann aber mädchenhaft an. Wer so große Töne spuckt, muss bereit sein, Dreck zu schlucken. Wenn nicht, einfach mal die Klappe halten. - Lieber Herr Präsident, Amerika ist nicht die Gouvernante der Welt. Im Gegenteil - wo die Super-Nanny auftaucht, wird das Chaos meist nur noch größer. Nahost-Konflikt, seid Jahrzehnten ungelöst, Vietnam, Flop, Kambodscha, Flop, Irak, Flop, Afghanistan, Flop - aber Grenada hat man heldenhaft befreit. 107.000 Einwohner, immerhin.
  7. #66

    Zitat von who_dares_wins Beitrag anzeigen
    Es ist schon interessant, dass die ganze Zeit über die zukünftige Rolle der USA in diesem Konflikt gesprochen wird. Vielleicht sollte man die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass der Konflikt überhaupt erst durch die USA möglich gemacht wird.

    Zusammen mit ihren despotischen Verbündeten ........
    Vielleicht sollte man mal aufhören beständig mit den Fingern auf andere zu zeigen. Die Amerikaner haben sich lange zurückgehalten und beinahe 6 Monate gebraucht, um auf die Linie der Europäer umzuschwenken. Europa, und hier FR und GB, haben begeistert einen Machtwechsel in Syrien unterstützt noch lange vor den USA. Jetzt, wo das offensichtlich nichts wird damit, sollen's die Amis wieder richten. Warum stellt Deutschland z.B. nicht für den Anfang mal 60000 Soldaten für die 'internationale Gemeinschaft' für einen langfristigen Kriegseinsatz in Syrien bereit? Nur Mut.
  8. #67

    Fahrschüler mit 50.000 PS allein gelassen

    Diese Analogie drängt sich mir auf, wenn ich das ganze Rumgeeiere der USA beobachte. Da hat einer das größte Arsenal an Militär, Spezialeinheiten, Profikillern und Waffen zur Verfügung, und schafft es nicht, so einen Wüstenfloh Assad zu beseitigen? Man will ihn weghaben, stellt sich dann aber mädchenhaft an. Wer so große Töne spuckt, muss bereit sein, Dreck zu schlucken. Wenn nicht, einfach mal die Klappe halten. - Lieber Herr Präsident, Amerika ist nicht die Gouvernante der Welt. Im Gegenteil - wo die Super-Nanny auftaucht, wird das Chaos meist nur noch größer. Nahost-Konflikt, seid Jahrzehnten ungelöst, Vietnam, Flop, Kambodscha, Flop, Irak, Flop, Afghanistan, Flop - aber Grenada hat man heldenhaft befreit. 107.000 Einwohner, immerhin.
  9. #68

    ein feiges Kriegsverbrechen

    nachts um 3.00 Giftgas hinter die Frontlinien in mehrere rebellische Vorstädte von Damaskus zu schießen. Wenn das unbestraft bleibt, wird es wieder und wieder passieren.
  10. #69

    Sehr richtig

    [QUOTE=who_dares_wins;13537323]Es ist schon interessant, dass die ganze Zeit über die zukünftige Rolle der USA in diesem Konflikt gesprochen wird. Vielleicht sollte man die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass der Konflikt überhaupt erst durch die USA möglich gemacht wird.

    Zusammen mit ihren despotischen Verbündeten spielen sie in diesem Bürgerkrieg eine ganz zentrale Rolle, wenn sie nicht sogar der ursächliche Auslöser dieses Konflikts sind. Wer hat denn die "friedlichen" Demonstranten bewaffnet? Ich zweifle an der These, dass es in Syrien Gewalt gegen "friedliche" Demonstranten gab.

    Von den USA eine Lösung zu erwarten, heißt hier "den Bock zum Gärtner machen". Gäbe es keine militärische Unterstützung der Rebellen durch diese Allianz, gäbe es auch keinen Konflikt.
    Vietnam, Chile, Argentinien, Nicaragua, Iran, Irak, Afghanistan, Ägypten, Libyen und die Welt dreht sich weiter...[/QUOTE
    Ich erlaube mir Ihnen zur Entwicklung in Syrien die Beschreibung von Jürgen Todenhöfer zu empfehlen. Er belegt exakt Ihre Auffassung mit Daten.