Krise in Ägypten: Mubarak-Freilassung gefährdet Allianz zwischen Volk und Armee

AP/dpaMitten in Ägyptens schwerster politischer Krise ebnet ein Gericht den Weg für die Freilassung von Ex-Diktator Husni Mubarak. Schon am Donnerstag könnte er das Gefängnis verlassen. Die Entscheidung liegt nun bei den Militärs: Riskieren die Generäle neue Tumulte?

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-917881.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mitten in Ägyptens schwerster politischer Krise ebnet ein Gericht den Weg für die Freilassung von Ex-Diktator Husni Mubarak. Schon am Donnerstag könnte er das Gefängnis verlassen. Die Entscheidung liegt nun bei den Militärs: Riskieren die Generäle neue Tumulte?

    Mubarak-Freilassung gefährdet Allianz zwischen Volk und Armee - SPIEGEL ONLINE
    Menschen - gewöhnt euch an einen Rechtsstaat.
    Wenn die maximale Zeit einer möglichen Untersuchungshaft
    überschritten wird und er nun mal deswegen bis zum Prozeßende seiner vielen Prozesse freikommen muss, dann ist das eben so.
  2. #2

    Gerichte sind unabhängig !

    Es wird immer Demokratie gefordert, der Übergangsregierung wird unterstellt diese gerade nicht zu wollen, aber nach dem Willen einiger Unbelehrbarer soll wohl jetzt die Exekutive der Judikative vorschreiben, was sie zu tun hat ? Vielleicht am Besten noch der Legislative diktieren, was Sie dann zu entscheiden hat. Das ist ja echte Gewaltenteilung !
  3. #3

    Man kann die Freilassung Mubaraks so sehen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mitten in Ägyptens schwerster politischer Krise ebnet ein Gericht den Weg für die Freilassung von Ex-Diktator Husni Mubarak. Schon am Donnerstag könnte er das Gefängnis verlassen. Die Entscheidung liegt nun bei den Militärs: Riskieren die Generäle neue Tumulte?

    Mubarak-Freilassung gefährdet Allianz zwischen Volk und Armee - SPIEGEL ONLINE
    Man kann die Freilassung Mubaraks so sehen dass das Militärregime die freiwerdende Gefängniszelle für die verhafteten Muslimbrüder benötigt weil ihnen der Platz in den Gefängnissen ausgeht. Aber dieses Beispiel zeigt die Widerkehr und den Widerspruch von Revolutionen, die am Ende ihre eigenen Kinder frisst.
  4. #4

    Was soll ich mit diesem Artikel?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mitten in Ägyptens schwerster politischer Krise ebnet ein Gericht den Weg für die Freilassung von Ex-Diktator Husni Mubarak. Schon am Donnerstag könnte er das Gefängnis verlassen. Die Entscheidung liegt nun bei den Militärs: Riskieren die Generäle neue Tumulte?

    Mubarak-Freilassung gefährdet Allianz zwischen Volk und Armee - SPIEGEL ONLINE
    Hier wird wieder einmal gerade so getan, als wäre Mubarak von allen Anklagepunkten freigesprochen worden, er wurde aber lediglich aus der Untersuchungshaft entlassen, für einen zudem 85-jährigen ein völlig normaler Vorgang, wenn keine Fluchtgefahr besteht.

    Überhaupt ist dies wieder mal ein sehr schlechter Artikel, "... so ein Gesandter aus Europa, der seit einigen Jahren in Ägypten stationiert ist", darf man z.B. auch erfahren, aus welchem Land dieser Gesandte kommt? Solche anonymen Statements sind genauso so wertlos, wie die neuerdings so populären Giftgasbeweise auf Facebook.
  5. #5

    Demokratie einklagen wollen, aber die Teile der Demokratie schreibend bekämpfen die gerade nicht ins Bild passen. Nicht die Generäle wollen Mubarak freilassen, die Richter lassen ihn frei, weil eine weitere Untersuchungshaft gegen die geltenden Gesetze verstößt. Ob die anstehende Freilassung von den entscheidenden Richtern gutgeheisen wird, istdabei auch völlig egal. Sie mussten so handeln.
  6. #6

    Alles Manipulation

    Ich denke Frau Putz sollte lieber aus Deutschlanf berichten, wenn sie so viel Angst hat, etwas negatives gegen die Putschisten von Ägypten zu berichten.
    Woher wissen Sie eigentlich dass das Volk für die Armee ist, das würde Selbstmord heißen.
    Dieses Volk hat mit über 50% Dr. Mursi als Präsident gewählt, es bleibt auch so, bis die vier Jahre rum sind.
    Und bitte: hören Sie einfach damit auf, den Menschen in Deutschlanf, Angst vor den Moslembrüdern zu machen. Diese menschen sind harmloser für den Weltfrieden als die Bayern-CSU !!!
    Seien Sie ein einziges Mal mutig !!!
  7. #7

    Freilassung für mich eine gute Nachricht

    Den langsamen, aber stetigen Fortschritt unter Mubarak habe ich bei unzähligen beruflichen Aufenthalten in Ägypten seit Beginn der achtziger Jahre beobachten können.
    Die einfache Bevölkerung war politisch wenig interessiert aber zufrieden mit ihrem Leben.
    Der vom Westen forcierte Umsturz hat diesen kleinen Fortschritt abrupt zerstört.
    Die anschliessende Rache an Mubarak verstehe ich nicht.
    Dieser Mann ist ist um keinen Deut besser oder schlechter als unsere westlichen Leuchten zB G.W. Busch, Obama und Cameron.
    Also lasst ihn frei, unsere Politiker laufen ja auch frei herum-
  8. #8

    Die Mehrheit?

    "'Das Volk und die Armee sind eine Hand', skandiert seitdem eine Mehrheit der Ägypter."

    Dass die Mehrheit etwas skandiert, ist eher unwahrscheinlich, und meines Wissens hat es in Ägypten in den letzten Wochen weder eine Volksabstimmung gegeben noch ist es plausibel, dass im Ausnahmezustand nach dem Militärputsch unabhängige repräsentative Umfragen durchgeführt werden.

    Was stimmen mag, ist, dass jüngere, eher gebildete Vertreter der Mittelschicht in den größeren Städten den Militärputsch größtenteils begrüßen oder sogar bejubeln, und das sind gerade diejenigen Leute, denen Korrespondenten am ehesten begegnen. Aber von diesen haben die meisten die Muslimbrüder auch früher kaum unterstützt. In die Milieus, dank welcher die Muslimbrüder den Wahlsieg errungen haben, verirrt sich kaum ein Korrespondent. Das ist verständlich, aber aus persönlichen Eindrücken sollten keine vorschnellen Schlüsse über angebliche Mehrheiten gezogen werden. Es spricht einiges dafür, dass die Muslimbrüder an Unterstützung verloren haben, aber ob eine Mehrheit der Ägypter - eben nicht nur der Vertreter der Mittelschicht in größeren Städten, denen Korrespondenten vor allem begegnen - der staatlichen Propaganda, alle Muslimbrüder seien Terroristen, glauben, können wir bei der aktuellen Datenlage schlicht und einfach nicht wissen.

    Es gibt immer wieder lautstarke Minderheiten, die leicht für Mehrheiten gehalten werden können. Je nach dem, in welchen Kreisen man sich bewegte, hätte man im Mai 1968 in Paris ehrlich überzeugt sein können, dass sich eine Mehrheit eine sozialistische Revolution wünscht. Einige Journalisten meinten 2010, die Demonstranten gegen Putin in Russland - auch vor allem eher jüngere Menschen in größeren Städten - würden eine Mehrheit der russischen Gesellschaft vertreten, was zu kaum einem Zeitpunkt zugetroffen haben dürften. Auch bei Behauptungen darüber, was die Mehrheit der Ägypter aktuell wolle, sollte man sehr skeptisch sein. Es ist anzunehmen, dass es große Gegensätze zwischen der Mittelschicht in großen Städten und dem Rest der Bevölkerung gibt.
  9. #9

    total falsches timing

    durch die Freilassung von Mubarak durch Richterbeschluss, auch noch die zur Regierung loyal stehenden Kraefte zu vergraulen, koennte das Fass zum Ueberlaufen bringen in dieser Situation.

    Das Militaer waere gut beraten, wenn sie diesen Beschluss auf Eis legt.