Keine Privilegien: Professor muss Zimmer mit Kollegen teilen

DPAEr saß zwei Jahrzehnte im Einzelbüro und fand, das müsse auch so bleiben: Ein Professor in Baden-Württemberg legte Beschwerde ein, weil er sich ein neues Zimmer mit einem Kollegen teilen soll. Doch an überfüllten Hochschulen müssen auch Profs zusammenrücken, urteilten die Richter.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...-a-917866.html
  1. #1

    ...

    In diesem Land wird man nur noch verarscht. Ich halte es durchaus für angemessen, einem Professor in jedem Fall ein Einzelbüro zuzugestehen, alles andere ist für eine Position mit Führungsverantwortung ungeeignet und im höchsten Maße lächerlich. Es geht dabei nicht einmal um Privilegien, aber ein Professor hat üblicherweise täglich vertrauliche Gespräche zu führen oder Prüfungen abzuhalten. Schon allein deshalb braucht man ein Einzelzimmer. Zum anderen ist es natürlich eine Form von Wertschätzung, Professor wird man ja nun mal normalerweise nicht mal eben so und so gut bezahlt ist der Job auch nicht, daß man über alles mögliche hinwegsehen könnte. Ein Einzelzimmer ist meiner Meinung nach wie ein Dienstwagen o.ä. ein geldwertes Privileg...nur deshalb kann das eigentliche Gehalt so niedrig ausfallen, weil man gehaltsunabhängige Privilegien geniesst. Eine Uni, die es nicht organisiert bekommt, jedem Professor ein Einzelzimmer zu geben ist schlicht unfähig.
  2. #2

    Das ist doch lächerlich. Einem Professor in Deutschland steht also nichtmal mehr ein eigenes Büro zu - Deutschland nicht nur auf dem Weg, sondern schon lange Banenenrepublik in Sachen Bildung. Über solche Erbärmlichkeiten können sich seine Kollegen aus England oder den USA wahrscheinlich nur amüsieren, genauso wie über den baulichen Zustand der meisten Deutschen Hochschulen. Aber Hauptsache wir haben keine Studiengebühren mehr.
  3. #3

    Schliesse mich

    den vorherigen Beiträgen an. Einem Professor sollte durch aus ein eigenes Büro zustehen.
    Da wird er wohl dem nächst weitaus seltener anzutreffen sein, denn Vorlesungen kann man auch zu Hause vorbereiten ...
  4. #4

    Ich sehe schon...

    ...vor meinem geistigen Auge vor mir, wie Professor A dem Kollegen B ein 2-Euro-Stück in die Hand drückt und sagt: "Geh doch mal ein Eis essen. Ich muss jetzt eine Prüfung abnehmen." Vielleicht sollte der betroffene Kollege immer im Rektorat/Präsidium anfragen, ob er einen Besprechungsraum bekommen kann, wenn ein Mitarbeitergespräch zu führen ist oder wenn Studierende vertrauliche Beratungsgespräche wünschen. Wenn die Hoschschule konsequent ist, dann sollte sie gleich den Präsidenten in ein Großraumbüro mit der ganzen Verwaltung setzen, dann sind die Dienstwege kürzer.
    Die Begründung mit der Dienstzeit ist Blödsinn, aber angesichts des Tätigkeitsprofils eines Hochschullehrers ist dessen Unterbringung in einem Mehr-Personen-Büro nicht sinnvoll.
  5. #5

    Für den Professor als Einzelschicksal natürlich tragisch. Aber hätte das Gericht ihm einen Anspruch zugesprochen, dann wären ganz schnell neue Klagen von X-vielen Profs gekommen, die soundsoviele Jahre ein Büro hatten und sich jetzt eins teilen müssen. Von daher schon verständlich.
  6. #6

    hinweg mit den Geisterzimmern....

    am ITO an der Uni Stuttgart hatten wir einen Raum ca. 10 Jahre lang reserviert für drei Privatdozenten, die z.B. während meiner 6-jährigen Tätigkeit kein einziges Mal aufgetaucht sind. Es ist zwar unschön und etwas unangemessen wenn ein amtierender Prof sich ein Zimmer teilen muß, aber wir hatten auf 12 qm tlw. 5 Arbeitsplätze von denen drei permanent besetzt waren.
  7. #7

    Mißwirtschaft ist der Grund für solchen Unsinn!

    Der Vorgang an sich grenzt ans Lächerliche, denn ein Professor benötigt ganz einfach ein Einzelzimmer. Was die ganze Sache vollständig erbärmlich macht, ist die Art und Weise, mit der Hochschulverwaltungen die Raumverwaltung oft organisieren. Dies Aussage, es stünden ganze Stockwerke leer, ist nämlich wörtlich zu nehmen und dürfte jahrelang gelten. Deutsche Verwaltungen haben es mehr oder weniger geschafft, sich komplett selbst lahmzulegen und eine sinnvolle Raumorganisation hat noch keine Verwaltung, die ich kenne hinbekommen-es wird schlicht und ergreifend oft Mißwirtschaft auf hohem Niveau getrieben!
  8. #8

    Zitat von PiratenMann Beitrag anzeigen
    Für den Professor als Einzelschicksal natürlich tragisch. Aber hätte das Gericht ihm einen Anspruch zugesprochen, dann wären ganz schnell neue Klagen von X-vielen Profs gekommen, die soundsoviele Jahre ein Büro hatten und sich jetzt eins teilen müssen. Von daher schon verständlich.
    ... oder --- man stelle sich das mal vor --- am Ende auch noch von LEHRERN, die womöglich so dreist werden, einen Einzel-Schreibtisch oder gar einen Einzel-Schrank zu verlangen, nur um arbeiten zu können, ohne ständig über den Kram der Kollegen zu stolpern!
  9. #9

    Die Herren Dimido

    brauchen in den meisten Fällen gar kein Büro an "ihrer" Fachhochschule, da reicht ein Schrank. Wer sich die tatsächliche Arbeitsleistung eines durchschnittlichen Professors in der Lehre anschaut, möchte auf den Gedanken kommen, sie für die Nutzung ihrer Privilegien bezahlen zu LASSEN! Die Faulheit, die man den gewöhnlichen Lehrern immer zuschreibt, trifft tatsächlich auf Hochschullehrer, zumal an FHs, voll und ganz zu.