Schwangerschaft: Hebammen sorgen für weniger Frühgeburten und Kaiserschnitte

CorbisHebammen managen in Großbritannien Schwangerschaft und Geburt, in den USA sind oft Ärzte verantwortlich. Eine Studienanalyse zeigt jetzt: Begleiten Hebammen Schwangere kontinuierlich, gibt es seltener Frühgeburten und weniger Kaiserschnitte.

http://www.spiegel.de/gesundheit/sch...-a-917790.html
  1. #1

    Und in Holland wurde nachgewiesen...

    seitdem Hebammen mehr Hausgeburten durchführten, stieg die Sterblichkeit von Kindern und Müttern signifikant an.
  2. #2

    Ihre Quellen?

    Zitat von vogtnuernberg Beitrag anzeigen
    seitdem Hebammen mehr Hausgeburten durchführten, stieg die Sterblichkeit von Kindern und Müttern signifikant an.
    da müssen Sie etwas falsch verstanden haben. Im Endergebnis kamen die Forscher zu folgendem Ergebnis:

    "Wie Studienleiterin Simone Buitendijk und Kollegen im "British Journal of Obstetrics and Gynaecology" berichten, zeigten sich Hausgeburt und Spitalsentbindung in ihrer breit angelegten Studie als gleichermaßen sicher für das Kind."
  3. #3

    optional

    Irgendwas scheint in unserer Gesellschaft schief zu laufen. Früher haben die Frauen jedes Jahr ein Kind rausgeploppt-ohne Arzt und ohne Hebamme.
    Die Kühe im Stall können das meist auch allein. Aber die heutigen Frauen in Deutschland brauchen einen Kemptner. Was stimmt hier nicht?
  4. #4

    In der Theorie schön

    Aber in der Praxis gibt es immer weniger als Hebamme tätige Frauen, der FDP sei dank. Meine Hebamme hat schlichtweg kaum Zeit, alle "ihre" Schwangeren kontinuierlich zu betreuen. Obwohl ich es mir sehr wünschen würde.
  5. #5

    Aus persönlicher Erfahrung ...

    ... kann ich nur jedem Paar das ein Kind bekommt raten ernsthaft darüber nachzudenken. Wir haben 4 Kinder. Das Erste ist im Krankenhaus ambulant zur Welt gekommen. Aber viel mühsamer als nötig. Mit starken Wehen und geöffnetem Muttermund kamen wir im Krankenhaus an, da scheinbar keine Zeit war wurde meine Frau erstmal hingelegt an den Wehenschreiber. Dabei waren die Wehen sowas von eindeutig ... Leider ging er Kreislauf meiner Frau dadurch in den Keller, Stunden vergingen, bis mit kurz vor Ende der Kräfte meiner Frau mit dem Wehentropf (gut zugeraten von der Ärztin) die Geburteingeleitet wurde. Schlechte Hrzwerte - Gegenmittel usw. Ich starb Todesängste, meine Frau war zum Glück zu schwach es zu bemerken. Mein Sohn leidet noch heute unter diesem Trauma. Auch der Hebammenwechsel mittn in der Geburtszeit war nicht förderlich. Unsere drei Mädchen kamen er Hausgeburt. Die Hebamme kam schon Wochen vorher regelmäßig, man lernet sich kennen und vertrauen. Die Umgebung ist natürlich und meine Frau war daher unglaublich entspannt, sofern das bei den Schmerzen geht. Auch bei kleineren Komplikationen wussten Sie immer einen Rat. Und die klare Ansage, wenn im Vorfeld ein Risiko zu erkennen ist, muss man trotzdem ins Krankenhaus. Selbst eine Steißlage wurde mit Tricks (Räucherstäbchen etc ) beseitigt, drei tolle unvergessene Geburten. Danke unseren tollen Hebammen. Leider muss man es sich leisten können, denn die Krankenkassen sparen ca 1500€ im KRankenhaus, die 500€ Bereitschaft für die Hebamme werden aber nicht ersetzt ... Und auch die Nachsorge ist perfekt, denn man kennt sich und daher ist auch die Bindung der Hebamme viel höher ! Ein Hoch auf die Hebammen, die wie so viele in unserer Gesellschaft die tolles leisten, viel zu gering bezahlt werden !!
  6. #6

    Früher

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Irgendwas scheint in unserer Gesellschaft schief zu laufen. Früher haben die Frauen jedes Jahr ein Kind rausgeploppt-ohne Arzt und ohne Hebamme.
    Die Kühe im Stall können das meist auch allein. Aber die heutigen Frauen in Deutschland brauchen einen Kemptner. Was stimmt hier nicht?
    Früher sind Frauen und Kinder sehr oft bei der Geburt qualvoll gestorben. Lesen Sie mal die Grimmschen Märchen - woher kommen wohl die vielen Stiefmütter? Oder die Anfangsszene von Mary Barton, wo der Vater die Mutter stundenlang schreiben hört, bis die Schreie schließlich leider werden und ersterben. Wer meint, dass es ohne Medizin geht, dem lege ich die dringend ans Herz. Also: erst nachdenken, dann irgendwas Historisches meinen.
  7. #7

    Hebamme? Mit Vorsicht

    Mein erstes Enkelkind kam in fast tragischen Umständen zur Welt. Meine Tochter verblendet von einer In Hebamme bei der esoterischen Damen hat sich zum hausgeburt entschieden, obwohl schon 34 Jahre alt. Selber Ärztin und Zahnärztin. Als nach Stunden Komplikationen kämen, hat die Hebamme meine Tochter ins Krankenhaus gefahren, wo das Kind mit notOP geboren wurde und mit Blaulicht ins Kinderkrankenhaus gebracht. Seitdem wird jedes Unwohlsein mit Argwohn beobachtet, nicht, dass das wegen Sauerstoffmangel etwas wäre. Zum Glück ist er ein aufgewecktes Kerlchen, guter Schüler und guter Fußballspieler. Die Dame ist wieder erschienen, als die gut zählende Privatpatientin zu Hause war. Sie praktiziert weiter und spielt sich weiter so auf. Leider haben meine Kinder sie nicht verklagt, ich hätte ihr eine deftige Strafe gewünscht.
    Als Lehre, haben alle meine Töchter im Krankenhaus mit Arzt und Hebamme entbunden.
    Eine gesunde junge Frau oder eine, die ihr viertes oder vierzehntes Kind bekommt, kann einen hausgeburt ohne Arzt riskieren. Aber die heutige Frauen, die ihre Kinder in biologisch vorgeschrittenen Alter bekommen, dürften nichts riskieren. Eine gute Hebamme weiß, was alles passieren kann.
  8. #8

    Kleiner Erfahrungsbericht aus GB

    Nur ein paar Worte zur Situation in GB (Wales) aus eigener Erfahrung: Ja, die Vorsorge wird von Community Midwifes gemacht, die bei regelmäßigen Sitzungen Blutdruck, Größe des Bauchs, Urinwerte und Herztöne überprüfen und auch ansonsten beratend und helfend zur Seite stehen. Zum Ultraschall (nur zwei Untersuchungen, 12. und 20. Woche) geht's dann in die Röntgenabteilung des örtlichen Krankenhauses, weil auch die Arztpraxen nur selten Ultraschallgeräte haben. Niedergelassene Frauenärzte bzw. -ärztinnen gibt es hier nicht; vielleicht in London für Privatpatientinnen. Bei medizinischen Problemen, z.B. Schwangerschaftsdiabetes, hätte ich eine/n "Consultant" im Krankenhaus aufsuchen müssen (ziemlich schwierig, einen Termin zu bekommen).

    Meine Hebamme ist wirklich cool und ich fühle mich bei ihr gut aufgehoben; allerdings hätte ich nicht so leicht wechseln können, wenn ich an eine weniger nette oder kompetente Hebamme geraten wäre. Diese "Gemeindehebammen" (ein Team deckt hier auf dem Land einen ziemlich großen Distrikt ab) begleiten Frauen auch bei Hausgeburten, aber im Krankenhaus arbeitet meist ein ganz anderes Team, das man vorher nicht unbedingt kennengelernt hat . Die Nachsorge machen wieder die Gemeindehebammen, allerdings wiederum nicht jedes Mal die Hebamme, die mich vor der Geburt betreut hat. Wie immer hat halt alles seine Licht- und Schattenseiten (zum Beispiel die Ausstattung der Krankenhäuser!). Was ich aber gut finde, ist, daß die Hebammen versuchen, den Ball flach zu halten und die Schwangerschaft nur dann zum "Fall" werden zu lassen, wenn tatsächlich ein medizinisches Problem vorliegt.
  9. #9

    Passieren kann immer was!

    Zitat von altefrau99 Beitrag anzeigen
    Mein erstes Enkelkind kam in fast tragischen Umständen zur Welt. Meine Tochter verblendet von einer In Hebamme bei der esoterischen Damen hat sich zum hausgeburt entschieden, obwohl schon 34 Jahre alt. Selber Ärztin und Zahnärztin. Als nach Stunden Komplikationen kämen, hat die Hebamme meine Tochter ins Krankenhaus gefahren, wo das Kind mit notOP geboren wurde und mit Blaulicht ins Kinderkrankenhaus gebracht. Seitdem wird jedes Unwohlsein mit Argwohn beobachtet, nicht, dass das wegen Sauerstoffmangel etwas wäre. Zum Glück ist er ein aufgewecktes Kerlchen, guter Schüler und guter Fußballspieler. Die Dame ist wieder erschienen, als die gut zählende Privatpatientin zu Hause war. Sie praktiziert weiter und spielt sich weiter so auf. Leider haben meine Kinder sie nicht verklagt, ich hätte ihr eine deftige Strafe gewünscht.
    Als Lehre, haben alle meine Töchter im Krankenhaus mit Arzt und Hebamme entbunden.
    Eine gesunde junge Frau oder eine, die ihr viertes oder vierzehntes Kind bekommt, kann einen hausgeburt ohne Arzt riskieren. Aber die heutige Frauen, die ihre Kinder in biologisch vorgeschrittenen Alter bekommen, dürften nichts riskieren. Eine gute Hebamme weiß, was alles passieren kann.
    Mein erster Sohn kam im Krankenhaus nach 18 Stunden Wehen mit Wehentropf und allem Schnichschnack per Notkaiserschnitt unter Vollnarkose zur Welt, weil keine Zeit mehr war, die PDA nachzuladen. Ich glaube also nicht, dass die Hebamme besonders verantwortungslos gehandelt hat, denn in Krankenhäusern passieren jeden Tag genau dieselben Dinge. Im Gegenteil, ich glaube, dass die Chance ein Kind auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen zu Hause oder im Geburtshaus größer sind, weil man da viel besser betreut wird. Besonders wenn man ängstlich und verkrampft ist. Viele Komplikationen entstehen auch gerade wegen der Krankenhausroutine.