Paris-Fotograf Brassaï: Die Bars und Clubs, die Stripper und Zocker

Estate Brassaï, RMN-GP/ courtesy Schirmer/MoselEr zog durch Tanzlokale und Stundenhotels, sein Buch mit Bildern vom zwielichtigen Pariser Nachtleben war ein Bestseller - es machte den Fotografen Brassaï 1932 schlagartig berühmt. Jetzt erscheinen die alten Aufnahmen in einem neuen prachtvollen Band.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-917377.html
  1. #1

    Wunderschöne Fotos!

    Hätte SpOn gerne ein-zwei-drei mehr als Teaser verwenden dürfen!
    Irgendwie fühle ich mich ein wenig frustriert, denn mit der heutigen digitalen Photoshopzauberei, ist niemand mehr in der Lage wirkliche Realität einzufangen. Schon der Bildschirm an sich verfremdet, je nach seiner Einstellung.
    Aber was soll's ... das "Verruchte" gibt's ja auch nicht mehr. Und wenn, dann bezweifle ich, dass in hundert Jahren ein Swingerclub- oder Laufhaus-oder SM-Studio- (oder, oder, oder) Fotoband gedruckt werden würde ;-)
  2. #2

    Mehr Bilder, bitte

    Da wir in der Nähe des Bv. Edgar - Quinet gewohnt haben,hätten wir uns natürlich über ein paar mehr Bilder aus der alten Zeit gefreut ( Henry Miller hat dort in seinen schlechtesten Zeiten gelebt , später auch Sartre etc, alle in Nebenstraßen ).
    Heute muss man sehr viel Phantasie aufbringen, um sich das alles vorstellen zu können, obwohl Paris zum Glück vom Krieg weitgehend verschont geblieben ist.
  3. #3

    Zitat von chickenkiller Beitrag anzeigen
    Irgendwie fühle ich mich ein wenig frustriert, denn mit der heutigen digitalen Photoshopzauberei, ist niemand mehr in der Lage wirkliche Realität einzufangen. Schon der Bildschirm an sich verfremdet, je nach seiner Einstellung.
    Die Bilder haben auch deshalb eine so grosse Wirkung, weil viel Nostalgie mitschwingt.
    Die selben Motive, der selbe Fotograf in Bochum im Jahr 2013 würde sicher nicht so viel Gefühle wecken.
  4. #4

    Ich bin sicher...

    ...daß Toulouse-Lautrec seine helle Freude an den Bildern gehabt hätte. Die drei Fotos alleine zeigen Parallelen in der Betrachtungsweise beider Künstler.
  5. #5

    Zitat von qvoice Beitrag anzeigen
    Die Bilder haben auch deshalb eine so grosse Wirkung, weil viel Nostalgie mitschwingt.
    Die selben Motive, der selbe Fotograf in Bochum im Jahr 2013 würde sicher nicht so viel Gefühle wecken.
    Den Aspekt finde ich auch sehr interessant.

    Man stelle sich vor ein Fotograf geht rum und fotografiert in trostlosen Wohnsiedlungen Arbeitslose. Nichts anderes haben die großen Meister von früher gemacht. Das Feedback wäre aber ein anderes.

    Es ist sehr spannend wie die Historisierung der Rezeption in die Hände spielt. Schon Bilder der 80er Jahre haben auf mich eine ganz andere Wirkung als heutige Bilder und ich war in den 80ern dabei, kenne also die Zeit.

    Kurz gefasst:

    Bilder von heutigem Elend -> pfui

    Bilder vom Elend von vor 20 Jahren -> Kunst ;)
  6. #6

    Das kann man so sehen.

    Zitat von pfzt Beitrag anzeigen
    Den Aspekt finde ich auch sehr interessant.

    Man stelle sich vor ein Fotograf geht rum und fotografiert in trostlosen Wohnsiedlungen Arbeitslose. Nichts anderes haben die großen Meister von früher gemacht. Das......
    Allerdings kommt es darauf an, welchen Bezug der Betrachter zur Realität im Kontext mit der Geschichte herstellt. So haben sehr viele Photos von "Weegee" (Arthur Fellig) und David Douglas Duncan ihre Realität nie verloren. Sie sind sozusagen zeitlos in ihrer Aussage. Die Kleidung und das Environment haben sich geändert, nicht aber die soziale Realität. Und das sieht man insbesondere auch in den Photos des großen Porträtisten August Sander.