Vollgemüllte Schreibtische: Ich horte was, was du nicht siehst

CorbisIm Chaos wohnt die Kreativität! Mit dieser Ausrede trösten sich hoffnungslose Schreibtisch-Chaoten. Das Hochschulmagazin "duz" hat ergründet, was an dem Klischee dran ist, und ob Büro-Messie oder Saubermänner kreativer arbeiten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-917411.html
  1. #1

    optional

    Der Hinweis auf die Asiaten ist gut: in unserem Land, wo Ordnung die Norm ist, deutet Chaos ganz klar auf Defizite hin. Wobei paar Haufen (vielleicht thematisch sortiert?) noch kein Chaos sind, sondern eher eine Ordnung außerhalb von Schubladen. Mein persönlicher Ansatz zu dem Thema ist ganz profan von einer praktischen Notwendigkeit diktiert: Man kann einen Tisch kaum sinnvoll sauberhalten, wenn man dazu erst tausenduneinen Kram beiseiteschieben muss. Also lieber alle paar Tage mal Tabula rasa (wortwörtlich) machen, dann hat man auch Staub und Siff im Griff. Und zwingt sich nebenbei noch dazu, den ganzen Kleinkram, der sich lange von einer Ecke in die andere schieben ließe, nebenbei mit abzuarbeiten. Denn egal in welchem Fach man arbeitet: echte Kreativität macht nur einen kleinen Teil der eigentlichen Arbeit aus. Wenn eine Idee erstmal gefunden ist, gehört sie organisiert, ausgeführt, archiviert - Kreativkräfte haben zum Austoben zumeist andere Arbeitsräume als den todlangweiligen Büroschreibtisch.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Chaos wohnt die Kreativität! Mit dieser Ausrede trösten sich hoffnungslose Schreibtisch-Chaoten. Das Hochschulmagazin "duz" hat ergründet, was an dem Klischee dran ist, und ob Büro-Messie oder Saubermänner kreativer arbeiten.
    Bei uns in der Firma wurden von einer Weile mal Zauberwürfel mit Firmenlogo an die Mitarbeiter verteilt. Es war interessant, wie sich der Umgang damit nach Abteilungszugehörigkeit veränderte (die meisten kriegen das Ding ja nicht wieder richtig gedreht). In vielen Abteilungen lagen die Dinger bunt verdreht auf den Tischen. Dann schaute ich mal beim Controlling rein. Aber wirklich überall beim Controlling lagen die Würfel akkurat auf den Tischen. Ein ganz Verwegener hatte eine Seite verdreht.
  3. #3

    Super Beispiel, mein lieber Herr Kurz...

    Möge Ihnen ein "kreativ" an Ihnen arbeitender Notarzt möglichst lange erspart bleiben.

    Äpfel sind keine Birnen und nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich...
  4. #4

    Äpfel mit Birnen

    Uraltes Thema und mal wieder nur Extreme. Und unsinnige Vergleiche.

    Am Beispiel des Notarztkoffers: Ich bieg mir mein Beispiel, wie ichs brauche. Ein Notarztkoffer ist nicht das persönliche Materiallager des Notarztes, sondern ein Material-Archiv für ein Team. Selbstverständlich muss das geordnet sein, denn verschiedene Menschen müssen darin für zig verschiedene Anlässe mit einem Griff das richtige Material finden, auch, wenn diese Anlässe nur einmal im Jahr vorkommen.
    Was hat das mit einem persönlichen Arbeitsplatz zu tun?
    Abgesehen davon, dass das ein mobiler Arbeitsplatz ist, der unter allen äußeren Bedingungen funktionieren muss, nicht nur im warmen trockenen Büro.

    Dazu das Thema Organisation: Wer sagt denn bitte, dass ein voller Schreibtisch per se ungeordnet ist? Ordnung herrscht in verschiedenster Form vor. Geschlossene Schubladen mit beschrifteten Hängeregistern sind nur eine Ordnung von tausenden.
    Abgesehen davon, dass mancher auch eine buchhalterische Ablageverliebtheit entwickelt, bei der die Ordnung zum Selbstzweck wird. Da geht die Produktivität im Extremfall gegen 0.

    Kreativität hat aber genauso wenig mit dem Zustand des Schreibtischs zu tun. Ob der nun leer zum Auffüllen animiert oder voll zur Ergebnisfindung, ist unterm Strich schnuppe. Kreativitätstechniken gibt's auch wie Sand am Meer und da lässt sich weder der leere noch der volle Schreibtisch einbauen, sofern er nicht konkrete Inhalte zur Aufgabe enthält.
  5. #5

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Chaos wohnt die Kreativität! Mit dieser Ausrede trösten sich hoffnungslose Schreibtisch-Chaoten. Das Hochschulmagazin "duz" hat ergründet, was an dem Klischee dran ist, und ob Büro-Messie oder Saubermänner kreativer arbeiten.

    Schreibtisch-Chaos: Hindernis oder Quell der Kreativität - SPIEGEL ONLINE
    Bei mir kam alles unbearbeitete auf einen Haufen, upsite down.
    Hatte der Stapel eine beachtliche Höhe erreicht wurde er umgedreht und dann entsprechend dem Datum abgearbeitet und abgelegt. klappte super. vor allem es war immer klar, wenn ich etwas unerledigtes suchte, der Vorgang musste (!) in diesem Stapel sein.
    Zeitweilig fing ein zweiter Stapel an zu wachsen, mir ist nie etwas verloren gegangen.
  6. #6

    Vorsicht bei Dogmatik

    Meiner Erfahrung nach können sowohl Voll- als auch Leertischler unproduktiv sein, wenn sie zu sehr "verkrampfen" in ihrem Zustand. Wichtiger finde ich es die Gegebenheiten zu berücksichtigen (arbeitet jemand alleine oder sollen Andere auch was finden?), wie arbeitete jemand (Naturell, Art), welche Anforderungen kommen täglich auf einen zu (Unterbrechungen)? Um dann den entspanntesten und produktivsten Weg zu finden. Herzliche Grüße Monika Lanwer
  7. #7

    Es hängt auch ab was man macht

    Wenn der Schreibtisch klein ist und man zu viele Sachen hat gibt es Probleme. Schlimm sind auch die ganzen Firmen die einem ständig Verträge und Passwörter zuschicken. Dann hat man noch tausend USB Sticks und Festplatten, USB Radio, Disketten, CDs .... Ja nur wer nichts hat, hat Ordnung.
  8. #8

    Kreativität

    wird nicht durch Ordnung behindert und nicht durch Unordnung gefördert. Es ist ein Irrglaube. Die Kausalität gibt es nicht.
    Es gibt aber einen Zusammenhang, daß kreative Leute sich weniger um Ordnung kümmern und die Einfallslosen viel mehr. Die Letzteren versuchen unbewußt ihre fehlende Leistung durch penible Ordnung zu kompensieren.
  9. #9

    no title

    Mein Schreibtisch ist bei mir immer das Zeichen, ob ich von oben überfrachtet werde.
    Dachte immer, ich wäre ein unheilbarer Messi, bis ich bei meiner letzten Arbeitsstelle feststellte, dass mein Schreibtisch immer spitze aussah. Der Grund: gleichzeitig maximal 2-3 gut definierte, beherrschbare Aufgaben.
    Davor und jetzt wieder: 100 Aufgaben auf einmal, ständig wechselnd und ganz dringend. Dementsprechend sieht der Schreibtisch aus.