Havannas musikalische Seele: Rum für die Ohren

Lutz JäkelWenn in in Havanna der Son erklingt, ist keine Zeit für Sorgen: Beim Tanzen lassen die Kubaner den Alltag hinter sich. Doch die traditionellen Songs reißen nicht alle mit - die Jugend schwingt die Hüften zu heißen Reguetón-Rhythmen.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-916544.html
  1. #1

    V-a-m-o-s ! Kuba ruft.

    Ein sehr schöner, treffender und detaillierter Artikel ...
    Man muss einfach in Kuba gewesen sein, um das alles nachvollziehen zu können.
    Die immensen Alltagsprobleme werden einfach weggeblasen.
    24 Stunden Musik von ganz leise bis zum wummernden 'Ohrenschmaus' ...
    Es steckt einfach an, und es lässt sogar die Touristen mitschwingen.
    ***
    Noch dazu: An fast 'jeder Ecke' steht die polizeiliche Exekutive und gibt ein wohliges Sicherheitsgefühl.
    Das gerne US-Dollars angenommen werden, muss wohl nicht erwähnt bleiben.
    Selbst wenn es 'nur' der Privatmann ist, der den Transport gegen ein paar Scheine sicherstellt.
    Kann er doch wiederum für dieses harte Geld einen Austauschvergaser oder einen Scheibenwischermotor ergattern.
    Der geneigte Tourist sollte sich unverzüglich aus den Hochburgen verabschieden (Varadero etc.) und die Insel bereisen; unter die Einheimischen mischen, auch wenn mal eine Stunde Wartezeit an der Bushaltestelle nötig ist, da das Transportmittel (mal wieder) einer Schnellreparatur unterzogen werden muss.
  2. #2

    "heißen Reguetón-Rhythmen"

    Das ist eine eher öde Musik. So eine Art Rap.
  3. #3

    musica es la tradicion de Cuba

    Arbeiten ist Tradition in Deutschland...
  4. #4

    Musikjournalisten (?) ...

    ... sollten ihre Finger von Wirtschaftsthemen lassen. Die unsinnig falschen Ausführungen zu den zwei Währungen versauen den ganzen Artikel. Klar: Ein Kuba-Artikel ohne Castro- und Realsozialismusbashing fällt einem Spiegelschreiber genauso schwer wie den anderen Kollegen aus Hamburg, aber besser wär's trotzdem.

    Also, nur um es klarzustellen: Kubanischer Peso (CUP) und konvertibler Peso standen von jeher in einem festen Wechselkursverhältnis, das seit vielen Jahren 24:1 beträgt. Ein CUC ist somit nix anderes als ein 24-CUP-Schein. :-) Bis vor etwa zwei Jahren war es in den Banken allerdings nur möglich, CUC in CUP einzuwechseln. Erst dann wurde der offizielle Tausch in beide Richtungen möglich. Vorher mussten man für den Tausch von CUP in CUC eben "die Straße" bemühen. Was völlig problemlos war und auch heute noch ist.

    Wie eine Währung mit festen Wechselkursen, die beliebig untereinander gewechselt werden kann, nun zu einer "Zweiklassengesellschaft" führen soll, das wird nun wohl ewig das Geheimnis des Autors bleiben.
  5. #5

    Immer diese Verklärung von Kuba!

    Musik ist in Kuba vor allem eines: Knallhartes Geschäft. Ob nun in den Touristentheatern in Kuba City oder die Rentnerbands in den Bars oder Raststätten, die auf Buena Vista machen und Trinkgeld abgreifen. Schon eine Klofrau in einer Touristenbar kommt am Tag auf mehr CUC, als ein ausgebilderter Akademiker im Monat an vergleichbaren Pesos bekommt. Entsprechend erodiert das Akademikertum. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt weit über 50%. Entsprechend problemlos stellen sich Boys und Girls für diverse Dienstleistungen dem Reisenden zur Verfügung. Als Führer ins "wahre" Havanna, als Abendbegleitung und eben auch für mehr, während nebenan die Familie Fernsehen schaut. Da ist nichts mit Reggaeton und fröhlich tanzen. In den Vororten von Havanna herrschen vor allem Langeweile und Tristesse. Wie sehr Kuba nicht verstanden wird, erkennt man immer an der Vielzahl von Che-Tshirts und Mützchen mit rotem Stern, die junge Leute in den links-okkupierten Szenevierteln tragen Berlins und Hamburgs tragen. Wenn man natürlich ein bißchen bereit ist, mal ein wenig in die bittere Seite von Kuba einzutauchen, weg von Varadero und Vedado, kann man eine wunderschöne Zeit mit den Kubanern verbringen, vorausgesetzt man zückt ab und zu die Brieftasche fürs Abendessen oder bringt was Brauchbares für die Wohnung mit. Alles ein Geben und Nehmen. Dann kommt man allerdings auch mit zur echten Party, wo die Luft zischt und brennt.
  6. #6

    Empfehlungen?

    Zitat von susiwolf Beitrag anzeigen
    Noch dazu: An fast 'jeder Ecke' steht die polizeiliche Exekutive und gibt ein wohliges Sicherheitsgefühl.
    Den Kubanern ist die Polizeipräsenz eher zu gering. Und das, obwohl auf jeden uniformierten bestimmt noch ein zweiter ohne Uniform kommt.

    Ich fühle mich schon seit vielen Jahren in Kuba deutlich weniger bespitzelt als hierzulande, wo wir alle einer 24-Stunden-Dauerüberwachung unterliegen. In Kuba arbeitet die Stasi demgegenüber noch klassisch ineffizient. :-)

    Zitat von susiwolf Beitrag anzeigen
    Das gerne US-Dollars angenommen werden, muss wohl nicht erwähnt bleiben.
    US-Dollars? Wann warst Du das letzte mal auf der Insel? Es gab jahrelang Strafgebühren auf der Bank, wenn man USD in CUC tauschen wollte. Ich jdf. habe seit 2005 keinen einzigen US-Dollarschein (CAD natürlich) mehr auf Kuba gesehen. Und ich tausche öfter mal "erbettelte" Devisen gegen nationale Währung.

    Zitat von susiwolf Beitrag anzeigen
    Der geneigte Tourist sollte sich unverzüglich aus den Hochburgen verabschieden (Varadero etc.) und die Insel bereisen; unter die Einheimischen mischen, auch wenn mal eine Stunde Wartezeit an der Bushaltestelle nötig ist, da das Transportmittel (mal wieder) einer Schnellreparatur unterzogen werden muss.
    Auf Varadero zu verzichten, das kann auch ich nur empfehlen. Das hat - vom Wetter mal abgesehen - mit Kuba nun wirklich gar nix zu tun. Aber mit den nationalen "Bussen" (häufig überfüllte, umgebaute Lastwaren ohne Klimaanlage mit ein paar hoch angebrachten Gittern und Blechdach) über's Land zu fahren? Mal abgesehen davon, dass das dem Touristen m.W. nicht erlaubt ist, muss man da schon sehr hartgesotten sein. Und möglichst keinerlei Wertsachen mit sich führen. ;-)
  7. #7

    Ah ja...

    Zitat von Stauss2 Beitrag anzeigen
    "heißen Reguetón-Rhythmen"

    Das ist eine eher öde Musik. So eine Art Rap.
    Das scheint die kubanische Jugend ja wohl irgendwie nicht ganz so zu sehen. Aber die verstehen wahrscheinlich nicht ganz so viel von Latino-Musik wie Sie :-)
  8. #8

    @xyz

    wenn man nur 400 Pesos/Monat verdient sind das? 16,66 CUC - und viele Sachen bekommt man nur für CUC. Also bleibt nur irgendwie an CUC zu kommen, sei es durch Prostitution, Handel mit Schwarzmarktwaren oder durch die lieben Verwandten in EU/USA
  9. #9

    Relativer Tourist ...

    Zitat von www.yzx.de Beitrag anzeigen
    Den Kubanern ist die Polizeipräsenz eher zu gering. Und das, obwohl auf jeden uniformierten bestimmt noch ein zweiter ohne Uniform kommt.

    Ich fühle mich schon seit vielen Jahren in Kuba deutlich weniger bespitzelt als hierzulande, wo wir alle einer 24-Stunden-Dauerüberwachung unterliegen. In Kuba arbeitet die Stasi demgegenüber noch klassisch ineffizient. :-)



    US-Dollars? Wann warst Du das letzte mal auf der Insel? Es gab jahrelang Strafgebühren auf der Bank, wenn man USD in CUC tauschen wollte. Ich jdf. habe seit 2005 keinen einzigen US-Dollarschein (CAD natürlich) mehr auf Kuba gesehen. Und ich tausche öfter mal "erbettelte" Devisen gegen nationale Währung.



    Auf Varadero zu verzichten, das kann auch ich nur empfehlen. Das hat - vom Wetter mal abgesehen - mit Kuba nun wirklich gar nix zu tun. Aber mit den nationalen "Bussen" (häufig überfüllte, umgebaute Lastwaren ohne Klimaanlage mit ein paar hoch angebrachten Gittern und Blechdach) über's Land zu fahren? Mal abgesehen davon, dass das dem Touristen m.W. nicht erlaubt ist, muss man da schon sehr hartgesotten sein. Und möglichst keinerlei Wertsachen mit sich führen. ;-)
    Hallo, @yzw.de

    Gerne Sofortreaktion ...

    Die Sattelauflieger - als Massentransportmittel - sind natürlich n i c h t Jedermanns Sache - ergo 'Hartgesotten' ist relativ ;-)
    Aber die Scheinchen sind ja unter der Einlegesohle gut aufgehoben.
    Kontrollen ? Nie erlebt in 3 Wochen.

    Tourist oder Tourist:
    Als 'Reisender' ist man natürlich einer, nur die Frage, wie ... ?

    Die 'greenbacks' zur Bank zu tragen ?
    Das muss nicht sein, haben sie doch ihre Parallelfunktion.

    Ansonsten: K-u-b-a
    'Leben und Leben lassen.'
    Geht's uns in Deutschland wirklich so gut ?
    Man möge in die Gesichter der näheren Umgebung gucken ;-)) oder :-((