Bachelor-Reform - reichen die Korrekturen?

Für die Studenten ist es ein erster Erfolg: Die Kultusminister haben eine Mini-Reform der Bachelor-Studiengänge beschlossen. Stofffülle und Prüfungen sollen begrenzt, ein Hochschulwechsel erleichtert werden. Am eingeschränkten Master-Zugang wollen die Länder dagegen nicht rütteln. Reichen die Korrekturen?
  1. #620

    bachelor oder was

    [dieser abschluß ist der beste beweis für unser kaputtes bildungssystem.
    in 5 jahren studieren brettergymnasienabsolventen medizin und promovieren mit summa com laude.
    mit den dingern kann man im ausland überhaupt nichts anfangen , in
    deutschland anscheinend schon.
    zumindest können sie sich was einbilden , das zählt hier ja mehr als
    Bildung
  2. #621

    falscher Fehler

    Zitat von ommaiseinkaufen Beitrag anzeigen
    [dieser abschluß ist der beste beweis für unser kaputtes bildungssystem.
    in 5 jahren studieren brettergymnasienabsolventen medizin und promovieren mit summa com laude.
    mit den dingern kann man im ausland überhaupt nichts anfangen , in
    deutschland anscheinend schon.
    zumindest können sie sich was einbilden , das zählt hier ja mehr als
    Bildung
    Medizin ist immer noch der alten Prüfungsordnung (Staatsexamen) unterworfen.

    Komisch, dass ausgerechnet die mediziner und die Juristen die Bolognese-Scheixxe nicht mitgemacht haben.

    Für die Gesellschafts- und Geisteswissenschaften ist der Bolognese-Prozess hilfreich, bei der kaufmannsausbildung (BWL) ist es egal, die klassisch ausgebildeten Kaufleute sind eh besser als die BWL-Bacheloren und die Fachwirte besser als die Master. Für die Ing-Wissenschaften ist der Bachelor/Master-Quark der Sargnagel.

    Statt German Engeneering German Blending.
  3. #622

    Der Bachelor ist eine Erfindung der Wirtschaft !

    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    Der Bachelor ist nach meiner Meinung eine Erfindung der Wirtschaft,
    um endlich auch bei 'Akademiken' einmal grümdlich an der Lohnschraube ( natürlich nach unten !) drehen zu können.
    Die Differenzierung der 'Lohngruppen' beginnt bereits zwischen
    Unversitäts- und Fachhochschulabsolventen. Und mit dem Bachelor
    wurde noch eins drauf gesetzt.
    An Fachhochschulen - nicht allen ! - kann man sowohl den Bachelor als auch den Master erwerben.
    Am Ende aber wird der Master der Fachhochschule von der Wirtschaft nicht so hoch bewertet wie das Uni-Diplom.
    Sie haben völlig Recht ! Wir hatten mit den Diplomstudiengängen ein hervorragendes und allseits anerkanntes Studiensystem. Diese Studiengänge ermöglichten ein wirkliches Studieren. Sie waren angelegt auf ein umfassendes Studium des jeweiligen Gebietes. Das ist in den Bachelor-/Master-Studiengängen nicht mehr möglich. Eine echte wissenschaftliche Einbringung ist nicht mehr möglich. Wenn wir eine echte wissenschaftliche Ausbildung in Humboldtscher Tradition nicht aufgeben wollen, dann sollten wir der Ökonomie hier nicht nachgeben und den Bachelor/Master schnellstens wieder abschaffen, zumal andere Länder in Europa diesen Prozess noch längst nicht soweit umgesetzt haben, wie wir Deutsche.
  4. #623

    Ja immer ist wieder die Rede von länderübergrifend und jedem die selben Möglichkeiten bieten etc.
    Wieso muss man als deutscher Student, der in Großbritannien studiert für eine Bewerbung für den Materstudiengang an einer deutschen Hochschule dann plötzlich Gebühren zahlen?

    Das fängt schon bei solchen kleinen Unstimmigkeiten an. Alles soll gleichgesetzt werden, doch dann muss man blechen, damit einem die Noten umgerechnet werden? Was ist das für ein System?
  5. #624

    Länderübergreifend ? Mitnichten !

    Zitat von froehlich.sigrid Beitrag anzeigen
    Ja immer ist wieder die Rede von länderübergrifend und jedem die selben Möglichkeiten bieten etc.
    Wieso muss man als deutscher Student, der in Großbritannien studiert für eine Bewerbung für den Materstudiengang an einer deutschen Hochschule dann plötzlich Gebühren zahlen?

    Das fängt schon bei solchen kleinen Unstimmigkeiten an. Alles soll gleichgesetzt werden, doch dann muss man blechen, damit einem die Noten umgerechnet werden? Was ist das für ein System?
    Die deutschen Kulturpolitiker haben in einem vorauseilenden Gehorsam den Bologna-Prozess umgesetzt. Das restliche Europa denkt gar nicht daran, dem zu folgen. Mit den entsprechenden Folgen ! Zumal das Protokoll nicht bindend ist. Nur unsere deutschen Kulturpolitiker haben auf dem akademischen Gebiet das Beste eleminiert, was wir hatten: Die Diplomstudiengänge !
  6. #625

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Die deutschen Kulturpolitiker haben in einem vorauseilenden Gehorsam den Bologna-Prozess umgesetzt. Das restliche Europa denkt gar nicht daran, dem zu folgen. Mit den entsprechenden Folgen ! Zumal das Protokoll nicht bindend ist. Nur unsere deutschen Kulturpolitiker haben auf dem akademischen Gebiet das Beste eleminiert, was wir hatten: Die Diplomstudiengänge !
    Das ist durchaus korrekt, was Sie bemerken. Vergessen wir aber die Medien nicht, die seinerzeit gern und zahlreich die Statistiken veröffentlichten, in denen "bewiesen" werden sollte, dass in Deutschland zu wenige einen akademischen Abschluss erreichen würden.
    Gern verwschwieg man, dass bei uns Lehrberufe (Kranken- und Gesundheitspfleger/-in, Finanzwirt/-in, etc.) in anderen Ländern sowas wie eine Mischung aus Bachelorstudium, Fachhochschulstudium, Berufsausbildung ist/ war.

    Und vollkommen richtig: Es verbietet nichts und niemand einer deutschen Uni, einen Diplomstudiengang anzubieten-gerade nicht in den technischen und/ oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Und wie man dieses Zeugnis ins internationale "diploma suplement" übersetzt, kann auch jede Uni bzw. jedes aufsichtsführende Kultusministerium für sich entscheiden.

    Zitat von ommaiseinkaufen Beitrag anzeigen
    ...mit den dingern kann man im ausland überhaupt nichts anfangen , in
    deutschland anscheinend schon.
    zumindest können sie sich was einbilden , das zählt hier ja mehr als
    Bildung
    Ihr Post ist, mit Verlaub, recht sinnfrei. Gerade in Deutschland kann man, im Gegensatz zu den anglophonen Ländern aber genauso wie in den österreichischen Magistersystemländern mit dem Bachelor bis heute fast nichts anfangen-Ausnahmen mögen die Wirtschaftswissenschaften sein.

    Im Gegenteil blickt niemand mehr durch (universitärer Bachelor, Bachelor an den ehemaligen Fachhochschulen, Berufsbachelor, usw.), d.h. der Grad reicht als Eintrittskarte ins Berufsleben längts nicht mehr aus. Man muss ihn überw eitere Qualifikationen illustrieren können-Stichwort: Generation Praktikum.

    Und dort, wo man etwas damit anfangen könnte-z.B. im gehobenen öffentlichen Dienst-weil es einfach recht klar definiert ist, verfügt man über genügend Masterabsolventen, um die Stellen A09g-A13g mit denen zu besetzen. Ausnahmen bei intern ausgebildeten gibt es.
  7. #626

    Also ich glaube die Reform ist generell gut und zum größten Teil auch vernünftig umgesetzt worden... Allerdings merke ich bei meiner Mastersuche, dass es selbst für BWLerinnen wie mich es gar nicht so einfach ist einen Wunschmaster zu finden...

    Also das mit der Anzahl der Master geht finde ich gar nicht! Und auch muss bedenken, dass auch wenn in den meisten Studiengänge der Schritt in die richtige Richtung geht, es noch immer vereinzelte Studiengänge gibt, die noch meilenweit von einer vernünftigen Bachelorreform entfernt sind!

    Daher muss meiner Meinung auch noch was in den nächsten Jahren passieren, was allerdings erst nach den nächsten Studentenprotesten passieren wird... Falls diese irgendwann mal wieder kommen werden!
  8. #627

    Hä ? Wie bitte ? Irgendwie...?

    Zitat von BellaFranzi Beitrag anzeigen
    Also ich glaube die Reform ist generell gut und zum größten Teil auch vernünftig umgesetzt worden... Allerdings merke ich bei meiner Mastersuche, dass es selbst für BWLerinnen wie mich es gar nicht so einfach ist einen Wunschmaster zu finden...

    Also das mit der Anzahl der Master geht finde ich gar nicht! Und auch muss bedenken, dass auch wenn in den meisten Studiengänge der Schritt in die richtige Richtung geht, es noch immer vereinzelte Studiengänge gibt, die noch meilenweit von einer vernünftigen Bachelorreform entfernt sind!

    Daher muss meiner Meinung auch noch was in den nächsten Jahren passieren, was allerdings erst nach den nächsten Studentenprotesten passieren wird... Falls diese irgendwann mal wieder kommen werden!
    Verehrte Foristin, wie kann eine Reform generell (!) gut sein, und zum größten Teil vernüftig umgesetzt, wenn Sie im zweiten und dritten Absatz dann aber doch mehr oder minder massive Kritik äußern ?

    Die Reform ist schon deshalb nicht gut, weil sie:

    1. Studiengänge abgeschafft hat, die weltweit (!) als die besten ihrer Art galten und noch immer gelten.

    2. ihren Sinn und Zweck, nämlich die internationale Vergleichbarkeit völlig verfehlt hat. Eine länderübergreifende Vergleichbarkeit und Akzeptanz ist nicht gegeben. Aus vielerlei Gründen. Also wozu das alles ?

    3. keine Akzeptanz des Bachelor in der freien Wirtschaft gebracht hat. Die Akzeptanz des Master beginnt zu steigen, hat aber noch längst nicht das Niveau des Diploms erreicht. Dazu kommt die Schwierigkeit nach dem Bachelor einen Masterstudienplatz zu finden.

    Was für ein Irrsinn ! Nein, diese Reform ist völlig gescheitert. Wir haben vorhandene, gute Studiengänge gegen Mittelmäßigkeit und Mist eingetauscht. Und die anderen europäischen Länder denken gar nicht daran, die Reformen durchzuführen; die bleiben bei dem, was sie haben.
  9. #628

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Verehrte Foristin, wie kann eine Reform generell (!) gut sein, und zum größten Teil vernüftig umgesetzt, wenn Sie im zweiten und dritten Absatz dann aber doch mehr oder minder massive Kritik äußern ?
    Nun, sie hat sich wohl beim Endergebnis (Fazit) einfach nur ein wenig verrechnet. Das soll ja schon ganz anderen Granden der Betriebswirtschaftslehre passiert sein...