Angriffe auf Kopten: Ägyptens Christen in Gefahr

AFPDutzende Kirchen und Gemeindehäuser sind in den vergangenen Tagen in Ägypten attackiert worden. Zeugen beschuldigen Islamisten, die Christen angegriffen zu haben. Den Kopten stehen schwere Zeiten bevor. Sie suchen Schutz bei der Armee.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-917165.html
  1. #1

    Endlich

    Seit Jahren warte ich darauf, dass in den deutschen Medien über die Situation der Kopten in Ägypten seit dem Sturz Mubaraks berichtet wird. Immerhin wird jetzt, wo die Not der Kopten nicht mehr zu ignorieren ist, über die Gewalt, denen die Angehörigen dieser uralten Religion ausgesetzt sind, berichtet.

    Unter der Herrschaft Mursis wurde die Unterdrückung und die Gewalt gegenüber den Kopten salonfähig. Gezielt wurden Leute mit dem tätowiertem grünen Kreuz herausgesucht, um sie zu lynchen. Kinder wurden entführt. Die Jungen dann in Koranschulen gesteckt, die Mädchen zwangskonvertiert und zwangsverheiratet.
    Einer der ersten Erlasse der islamistischen Regierung war, dass Moslems ihren christlichen Nachbarn und Freunden nicht mehr zu den Feiertagen gratulieren dürfen.

    Währenddessen wurde in unseren Medien aber der "Arabische Frühling" bejubelt.
  2. #2

    Ablenkungsmanöver

    Es werden falsche Tatsachen auf den Tisch gelegt. Die, die Kirchen angreifen sind zivile Söldnergruppen der Armee. Sie versuchen die Muslimbrüder schlecht für den Westen darzustellen. DIe Mursianhänger hatten dazu aufgerufen, vorallem Kirchen zu beschützen. Es sind leider alte linke Spielchen des Mubarak-Regimes, die momentan getrieben werden.
  3. #3

    Hm bin jetzt kein Islamisten Freund , aber wo ist die Humanität auf Seiten des Volkes ?? Auch wenn sie etwas extremer und radikaler drauf sind diese Islamisten ...sind es nicht in erster Linie auch Ägypter ? .... Nach sovielen toten sollte das Fass nicht überlaufen ...und das schöne Land nicht in ein Jahrhundert Bürgerkrieg fallen wie in Syrien . Es ist zeit für Versöhnung , alle Ägypter unter dem ägyptischen Himmel ....findet euren Frieden !!
  4. #4

    Ein voellig tendenzioeser, verharmlosender Artikel

    Weil MB an der Kirche vorbeimarschierten schiesst man als mit Maschinengewehr, praktisch praeventiv in die Menge? Das ist Faschismus pur. Mit Mursibild Kirchen stuermen kann auch der Geheimdienst. nein Freude diesen Mist kauf ich euch nicht ab. Das hat Mubarak schon so gemacht um den Westen gegen die von mir ungeliebten MB aufzubringen. Schaut her, aus rein demokratischen Gruenden stelle ich mich VOLL auf die Seite der MB! Wo werden eigentlich die Helikopter erwaehnt, die vorgetern auf die friedliche Menge der Demonstranten scharf schossen? Spiegel widert mich derzeit geradezu an. einseitige kann man nicht berichten. Ihr unterstuetzt ein altes , erprobtes mit allen Wassern gewaschenes faschistisches Militaerregim. Von einer "Interimsregierung" zu reden ist reiner Zynismus. Das ist Militaerfaschismus und sonst NICHTS.
  5. #5

    Gefahr der Spaltung, der Bildung zweier / mehrerer Staaten in Ägypten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dutzende Kirchen und Gemeindehäuser sind in den vergangenen Tagen in Ägypten attackiert worden. Zeugen beschuldigen Islamisten, die Christen angegriffen zu haben. Den Kopten stehen schwere Zeiten bevor. Sie suchen Schutz bei der Armee.

    Ägypten: Islamisten greifen Christen an - SPIEGEL ONLINE
    Mit dem massiven Angriff auf Koptische Kirchen und Gemeindehäuser bekommt der Konflikt eine größere Dimension und erinnert mich fast schon an den Balkan-Konflikt (Serben - Kroaten - Muslime).
    Da kommen auch Erinnerungen hoch an den Einsatz der Uno-Truppen, das Schaffen von - nicht sicheren - UN-Schutzzonen, der Ausnutzung der Uno durch die Serben, die geholfen hat, Kroaten/Muslime aus von Serben "eroberten" Gebieten zu evakuieren bzw. auszusiedeln.
    Oder man denke an Indien, wo es durch Konflikte zwischen Hindus und Moslems zur Bildung zweier Staaten, eben Indien (Hindu) und Pakistan (Moslems) gekommen ist.
    Einer solchen Entwicklung wäre massiv gegenzusteuern.
  6. #6

    Vielleicht

    Vielleicht verstehen diejenigen, die sich hier in den letzten Tagen ständig über die Armee und den "liberalen Mob" ereifern, was dort wirklich passiert. Es ist der "Clash of Civilisations", aber nicht zwischen westlichen und arabischen Ländern sondern INNERHALB dieser Länder. Der muss ausgetragen werden und das geht nicht auf die feine Art, wie auch die Säkularisierung in Europa nicht. Die Islamisten sind dabei nicht einfach eine Partei, sondern die Kraft die Demokratie nur so lange benutzt wie sie ihr taugt um die Scharia durchzusetzen. Denn diese Irren glauben allen Ernstes, wie es auch die Frommen in Europa früher taten, dass sie wissen was Gott will, auf Demokratie und Menschenrechte sch... sie also.
    Wie sich Westerwelle sich in den letzten Tagen in seiner Schein-Wichtigkeit spreizt und seine glorreiche Idee von "Dialog" als alternativlos diktiert, was soll man da noch sagen? Das mit der Alternativlosigkeit hat er scheinbar von seiner Traumpartnerin Merkel gelernt...
    Wenn Deutschland überrollt würde, von einem christlichen Mob der einen Gottesstaat errichten will, würde ich auch nicht mehr auf "Dialog" setzen. Wenn die Armee und die Säkularen durchsetzen haben sie damit dem Westen den größten Dienst erweisen den man sich vorstellen kann. Denn der arabische Frühling war dann nicht nur, wie hier auch viele zynisch, sagten ein Triumph unheilbar Rückständiger, sondern kann wirklich eine neue Epoche einläuten. Für Leute die einfach nur an der Moderne teilhaben wollen.
  7. #7

    optional

    Man merkt sofort, dass die vielen kritischen Kommentare der Leser über die letzten Berichte von Frau Ulrike Putz ihre Wirkung gezeigt haben. Wer die Berichterstattung von Frau Putz über die Ereignisse am Nil in den letzten Tagen u. Wochen verfolgt hat erkennt in diesem Bericht eine 180 Grad Wende. Schade eigentlich, dass ein Journalist sich dermaßen von Lesermeinungen beeinflussen lässt.
  8. #8

    Toll!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dutzende Kirchen und Gemeindehäuser sind in den vergangenen Tagen in Ägypten attackiert worden. Zeugen beschuldigen Islamisten, die Christen angegriffen zu haben. Den Kopten stehen schwere Zeiten bevor. Sie suchen Schutz bei der Armee.

    Ägypten: Islamisten greifen Christen an - SPIEGEL ONLINE
    Also auf der einen Seite die Islamisten. wir erinnern uns: "Islam2 bedeutet "Frieden" wird immer wieder erzählt. Und auf der anderen Seite die Christen, die es sich gerade nicht leisten können, Vergebung zu zeigen und fordern, dass die Muslimbrüder ausgerottet werden müssen.
    Ja, man sieht es immer wieder: Religionen tragen doch viel zur Verständigung bei. Genau, wie sie alle immer behaupten. Auch Toleranz und Moral sind Werte, die sich die Religionen zu recht auf die Fahnen schreiben. Der Artikel ist das beste Beispiel.
  9. #9

    Demokratisches Recht?

    Ich kenne zwar die Ägypter nicht persönlich, dafür aber die in einer vergleichbaren Situation lebenden Tunesier. Religion war früher (vor dem 'arabischen Frühling') Bestandteil des Alltags, aber nichts, über das man sich ereiferte. Ich werde zum Beispiel nie vergessen, wie ich einen Tunesier in einem Hotel tagsüber beim Trinken eines Feigenschnapses während des Ramadan erwischte und er mir auf die Frage, wie er das mit seiner Religion vereinbaren könne antwortete, indem er nach oben zeigte "Hier Dach, hier Allah nicht sieht".
    In Tunesien und in Ägypten sind und waren weit über 90% der Bevölkerung islamischen Glaubens. Es ist völlig natürlich und naheliegend, dass ein solches Volk bei den ersten freien demokratischen Wahlen eine muslimische Partei wählt. Aber jetzt kommt der wichtige Aspekt: (fast) Niemand wählte damit die Scharia, das Verschleierungsgebot, etc., erst recht niemand wollte den gerade entmachteten Diktator durch einen neuen islamistischer Prägung ersetzen!
    Eine vergleichsweise kleine Gruppe radikaler Moslems dominiert nun die Muslimbruderschaft und heizt sie an, um die fast durch eine Art Trickbetrug gewonnene Macht zu erhalten. Dass sich radikale Moslems dabei ausgerechnet auf die Demokratie berufen grenzt an Hohn.
    Die Angriffe auf die Kopten nun sind logische Konsequenz ihrer Weltanschauung: sie werden alles bekämpfen, das nicht auf ihre ewig gestrigen Regeln schwört.
    Vor diesem Hintergrund verstehe ich unsere Regierung nicht, die durch die Kritik am ägyptischen Militär den Muslimbrüdern Unterstützung liefert. Gewaltverzicht zu fordern, selbst aber im klimatisierten und bestens gesicherten Berliner Büro zu sitzen, erweckt bei mir den Eindruck, man wolle sich für den Fall positionieren, dass die Muslimbrüder aus dem 'Kampf' als Sieger hervor gehen.