Kairos neue Außenpolitik: Ägyptens Militär wendet sich vom Westen ab

APMit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-917124.html
  1. #10

    Nein, und nochmals NEIN!

    Was die Regierungen sagen und propagieren und was sie hinter verschlossenen Türen planen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Keine Regierung im Westen ist so doof, dass sie einen fudamentalistischen Muslimstaat in Ägypten will. Alle wollen lieber eine westliche Militärdiktatur, die berechenbar ist, die den Frieden mit Israel einhält. Doch der Westen muss Bestürzung über die Gewalt heucheln, die ägyptischen Militärs müssen so tun, als seien sie Antiamerikanisch.
  2. #11

    Überheblichkeit(?)

    Ist Ihnen eigentlich klar, dass Sie in diesem Artikel a priori davon ausgehen, dass der Westen "im Recht ist,
    die besten Vermittlungsversuche unternommen hat usw." Welche Überheblichkeit? Vielleicht waren die be-
    mühungen gar nicht so toll, zumindest waren sie nicht
    erfolgreich. Die meisten Ägypter sind jedenfalls davon
    überzeugt, dass die Ablehnung von Kompromissen auf
    der Seite der Muslimbrüder lag, deren Sprecher es ja auch selbst bestätigt hat: Über Kompromisse könne erst gesprochen werden, wenn Morsi wieder im Amt sei
    - conditio sine qua non.
  3. #12

    Demokratie, jaja

    Zitat von seine-et-marnais Beitrag anzeigen
    Die Gefahr, innen- und aussenpolitisch, für die EU besteht darin dass sie zur Zeit den Eindruck macht als sei die Staatsraison der EU der Schutz der islamistischen Moslembrüder statt Schutz der Demokratie und der bürgerlichen Freiheiten innerhalb und ausserhalb der Grenzen der EU.
    Und als Zeichen von "Demokratie und der bürgerlichen Freiheit" wünschen Sie sich vermutlich, der Militärputsch und die folgenden Massaker mögen mit Milliarden für das ägyptische Militär und die alten Mubarak-Seilschaften belohnt werden ja?
  4. #13

    alles wiederholt sich, 1953 kam Nasser an die Macht,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.

    Ägyptens neue Führung unter General Sisi verärgert USA und Europa - SPIEGEL ONLINE

    lehnte sich an die Sowjetunion an, aber das Land war stabil.

    Warum sollte es diesmal mit Russland nicht auch gelingen ?
    Hauptsache, das Land hat seinen Frieden.
  5. #14

    Arabische Republik und andere Versuche..

    Zitat von Rainer_H Beitrag anzeigen
    Wenn es so weiter geht, bekommt Assads Syrien und auch Russland neue Verbündete: Ägypten und die Golfstaaten noch dazu, abgesehen von dem US-hörigen Katar.

    Danach könnte man sich dann wieder Libyen zuwenden, falls dort das Volk aufwacht.
    gab es bereits seit den 60er Jahren mehrfach. Hierbei waren es vor allem Ägypten und Syrien, die immer wieder versuchten eine Republik zu gründen.
    Auch Libyien und andere islamische Staaten waren immer wieder involviert.
    Am Ende blieb die Arabische Liga, die aber Ägypten ausschloss.
    Wenn hier eine Kehrtwendung stattfindet könnte es zu einer Macht im Arabischen Raum kommen.
    Vielleicht ist das für den arroganten Westen mal nötig, um die Machtvakuen, die durch den entmachteten Irak und die Bürgerkriege im Libanon und Syrien entstanden, nicht durch den Westen, sondern durch eine einheitliche Macht der Völker vor Ort, zu füllen, ja zu ersetzen.
    Ich würde mir ähnlichen Widerstand in Europa wünschen.
    Aber das ist fern. Wir haben keine jungen Wilden mehr.
  6. #15

    der 30jährige Krieg war nur äusserlich ein Glaubenskrieg

    Zitat von dr.christian.wittig Beitrag anzeigen
    Die Europäer hatten ihren 30-jährigen Krieg mit Millionen Toter, um die axiomatische Frage zu entscheiden: Gottesstaat oder säkularer Staat. Vor dieser Frage stehen jetzt alle mohammedanischen Staaten. Es steht zu befürchten, dass sie ohne den europäischen Blutzoll auch diese Frage nicht für sich entscheiden können. Die Europäer sollten sich heraushalten, da sie sonst in jeder Form beschuldigt werden könnten. Die besserwisserischen und notorisch unbelehrbaren USA werden sich nicht heraushalten und sich so sehr rasch weitere Feinde schaffen. Der Westen mag die Toten beider Seiten ehrlich bedauern; verhindern kann er sie nicht!
    Dr. Christian Wittig, Düsseldorf

    in Wahrheit ging es um die Macht in Europa. Warum sonst hat sich Frankreich am Endes des Krieges noch schnell das Elsass unter den Nagel gerissen ?
  7. #16

    12 Mrd. von den Golfstaaten?

    ...dann mal los.
    Das Militär und Empörkommlinge haben sicher eine Verwendung dafür.
    Ohne die Hilfe des Westens wird es dort nie eine Wirtschaft geben, die halbwegs in der Lage ist, den Interessen der Mensc hen dort gerecht zu werden. Die demografische Entwicklung sagt etwas anderes. Die Sterberate liegt bei etwa 5/1000 und die Geburtenrate bei 24/1000 Einwohner. Selbst Deutschland als entwickeltes und modernes Industrieland wäre nicht in der Lage, jährlich 700000 Jugendliche, die auf den Arbeitsmarkt strömen, eine wirtschaftliche Zukunft zu bieten.
    Wissenschaftler rechnen, dass 2050 etwa 130 Mio Ägypter gibt.
    ...und nun soll mal einer sagen, "Ich löse unsere Probleme".
    Wenn wir uns jetzt noch vor Augen halten, dass nur ca. 10% der Landfläche bewirtschaftet werden kann, dann sagt dies über die Probleme dieses Landes eigentlich schon alles.
    ...aber wenn die Militärs meinen, dann sollen sie machen. Die kochen auch nur ihr eigenes Süppchen. Immerhin erwirtschften die führenden Militärs über 30% des BIP.
    Ich persönlich halte noch ganz andere Szenarien für möglich.
    Das Land versinkt im Bürgerkrieg und Engländer, Franzosen und Amerikaner besetzten die Kanalzone - mit oder auch ohne UN Mandat.
    ...weil der ist zu wichtig für Europa.
    Die Amerikaner haben dies in den 80iger Jahren in Panama schon mal durchgezogen.

    Solange dieses Land nicht sein demografisches Problem löst, wird dieses ganze Land seine Probleme nicht lösen können.
  8. #17

    Obama und die EU-Flaschen

    haben wieder einmal auf ganzer Linie versagt. Nur Kerry hat vernünftig gesprochen. Ansonsten nur Flaschen und die größte unter allen ist ein Herr Westerewelle, der nur dümmstes Zeug zu den Muslimbrüderterroristen sagt. Deutschland macht sich zum Kasper der Region. Wie wäre es, wenn Herr W. mal Kenner des Nahen Ostens in seinen Stab beruft und nicht nur verdiente Parteisoldaten.

    Es bleibt nur zu hoffen, dass wir bald einen anderen Außenminister haben.

    P.S.: Herr Fischer hätte sich wahrscheinlich genau so dummpaddelig wie Guido geäußert. War Willy Brandt wirklich der letzte gute Außenminister.

    Obama verspielt die letzten Chancen für die USA!
  9. #18

    irgend wie widersprüchlich....

    auf einer Seite ist doch allgemein die westliche Welt auf der Seite der sakulären Kräfte in der muslimischen Welt.... andererseits verteidigen jetzt alle die extremistischen Muslime, welche doch gerade den gesamten Westen verachten.... nun pocht Sisi gegen den Westen, wo das doch allgemein ein Lieblingsthema radikaler muslimbruderschaften war (?)....
    ich bin verwirrt..... da soll mal einer durchblicken.....
    letztendlich interessiert doch niemanden das Wohl unbeteiligter Bürger in den Regionen.... hier geht es um Sachen die der normalobürger nicht erfahren soll.....
  10. #19

    Blutiger Militärputsch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.

    Ägyptens neue Führung unter General Sisi verärgert USA und Europa - SPIEGEL ONLINE
    Daß dies ein Militärputsch ist, wissen wir. Daß er blutig ist, erfahren wir täglich. Daß die "Regierung" Sniper und Schlägertrupps einsetzt, entnehmen wir zahlreichen Meldungen und Belegen.
    Ob man die Muslimbrüder mag oder nicht: Sie hatten den ersten demokratischen Wahlsieg errungen und wissen sich um diesen Erfolg betrogen und beraubt. Das Blutvergießen wird die Märtyrerideologie bestärken und diese religiös-politische Bewegung, die es seit der Zeit des britischen Mandats gibt, wieder in den Untergrund und wahrscheinlich in den Terrorismus treiben.
    Die "westlich-demokratischen Kräfte", deren Aufruhr gegen Mursi den Stein ins Rollen gebracht hat, sind zu Steigbügelhaltern der Militärdiktatur geworden. Das war seit 2011 sicherlich nicht ihre Absicht, aber sie wurden schlußendlich zu nützlichen Idioten der alten und jetzigen Machthaber. Der Ofen ist aus und man kann nur hoffen, daß es nicht zum Bürgerkrieg kommt.
    Die antiwestliche Volte der Militärs ist logisch und führt zum Bündnis der arabischen Autokraten. Da wir das Öl brauchen werden unsere Regierungen nach einem Schwänzeltanz nach Art der Bienen wieder Kurs nehmen zu den Quellen des Öls.