Machtkampf in Ägypten: Muslimbrüder rufen zur Woche des Widerstands auf

APÄgypten versinkt in Gewalt und ein Ende ist nicht in Sicht. Am "Tag der Wut" sind landesweit bislang mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Trotz vieler Opfer in ihren Reihen wollen die Muslimbrüder weiter gegen die Armee protestieren.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-917048.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Armee und Regierung verurteilen ihre Gegner in den staatlichen Medien dagegen pauschal als Terroristen, für die weder Bürger- noch Menschenrechte gelten dürften.
    Ist das korrekt übersetzt? Bei Übersetzungen aus dem arabischen/persischen Raum muss man ja immer sehr vorsichtig sein, da haben sich schon so manche in die Nesseln gesetzt, siehe Rohanis Aussagen zu Israel.

    Aber wenn es korrekt übersetzt ist, dann MUSS man darauf hinweisen, dass Menschenrechte immer gelten. Deswegen sind es Menschenrechte, sie gelten auch für den Gewalttäter im Gefängnis. Bürgerrechte können entzogen werden, die Würde des Menschen ist aber unantastbar. Wer seinen Gegnern die Menschlichkeit abspricht, setzt sich ins Unrecht.

    Hoffentlich kommen die demokratischen und säkularen Kräfte wieder zur Vernunft und erinnern sich an ihre Werte. Andernfalls sollten sie in Zukunft sich mit einschließen, wenn sie dem Westen Verrat an den eigenen Werten vorwerfen.
  2. #2

    Oh ja, die Menschenrechte

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Ist das korrekt übersetzt? Bei Übersetzungen aus dem arabischen/persischen Raum muss man ja immer sehr vorsichtig sein, da haben sich schon so manche in die Nesseln gesetzt, siehe Rohanis Aussagen zu Israel.

    Aber wenn es korrekt übersetzt ist, dann MUSS man darauf hinweisen, dass Menschenrechte immer gelten. Deswegen sind es Menschenrechte, sie gelten auch für den Gewalttäter im Gefängnis. Bürgerrechte können entzogen werden, die Würde des Menschen ist aber unantastbar. Wer seinen Gegnern die Menschlichkeit abspricht, setzt sich ins Unrecht.

    Hoffentlich kommen die demokratischen und säkularen Kräfte wieder zur Vernunft und erinnern sich an ihre Werte. Andernfalls sollten sie in Zukunft sich mit einschließen, wenn sie dem Westen Verrat an den eigenen Werten vorwerfen.
    gelten im Zweifel für die Täter. Wir dürfen nicht die Werte vergessen, die auch die Täter zum Opfer generierern. Oder doch nicht? Eins zum Thema Arabischer Frühling. Der Begriff wird zwar mit Wollust immer wiedergekäut, hat mit Frühling aber so wenig zu tun wie Sommer mit dem Winter. Ein Land dem Demokratie ein Fremdwort ist, wird durch westliche Beschönigung weder besser, noch interessiert es dort jemanden.
  3. #3

    EU hat versagt

    Wo waren die Kommentare und das Einwirken auf Mursi als er für jeden sichtbar das Land in einen Gottesstaat umwandeln wollte. Mal offen mal versteckt.
    Ein Einschreitebpn damals hätte die heutige Situation möglicherweise verhindern können. Und die USA hat wie immer aller verschlafen. Zur Innenpolitik nicht in der Lage und zur Außenpolitik zu arrogant und dumm.
  4. #4

    Der Islam in Nordafrika wird nach den ganzen Auseinandersetzungen einanderer sein.
    Hoffen wir mal das die gewinnen die es satt haben sich von alten Männern mit Bärten sagen zu lassen vor welcher Schule oder Moschee sie sich für den gerechten Glauben in die Luft sollen. Oder von anderen dafür in die Luft gesprengt zu werden!
  5. #5

    Das sind Brüder

    Das sind so Brüder, die bei den Wahlen eine knappe Mehrheit erzielt haben und gleich danach das gesamte ägyptische Volk unter das Joch einer menschen-rechtsfeindlichen Verfassung peit-schen wollten. Ein Missbrauch der Wahl wie vor 80 Jahren unter dem Massenmörder Adolf Hitler. Die "brüderlichen" Hassprediger werden genau so untergehen wie einst der mörderische "Arier."
  6. #6

    Zitat von Klartext007 Beitrag anzeigen
    gelten im Zweifel für die Täter. Wir dürfen nicht die Werte vergessen, die auch die Täter zum Opfer generierern. Oder doch nicht?
    Ihr Versuch, den Begriff Menschenrechte zu relativieren und auszuhöhlen, ist nutzlos. Menschenrechte gelten für alle, Opfer wie Täter. Der Kern ist, dass eine staatliche Gewalt sie nicht entziehen darf, auch nicht als Strafe. Diese Lektion hat man zu hart gelernt, als dass sie nun für archaische Rachegelüste und Blutrünstigkeit geopfert werden dürfte.

    Menschenrechte, die nicht für jeden Menschen gelten, sind keine Menschenrechte. Bürgerrechte kann man entziehen, z.B. das Recht auf Freiheit. Menschenrechte jedoch nicht. Wenn ein Staat dies tut, aus welchen Gründen auch immer, verlässt er den Weg des Rechtsstaates.
  7. #7

    Würde, Menschenrecht Unantastbar...

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Ist das korrekt übersetzt? Bei Übersetzungen aus dem arabischen/persischen Raum muss man ja immer sehr vorsichtig sein, da haben sich schon so manche in die Nesseln gesetzt, siehe Rohanis Aussagen zu Israel.

    Aber wenn es korrekt übersetzt ist, dann MUSS man darauf hinweisen, dass Menschenrechte immer gelten. Deswegen sind es Menschenrechte, sie gelten auch für den Gewalttäter im Gefängnis. Bürgerrechte können entzogen werden, die Würde des Menschen ist aber unantastbar. Wer seinen Gegnern die Menschlichkeit abspricht, setzt sich ins Unrecht.

    Hoffentlich kommen die demokratischen und säkularen Kräfte wieder zur Vernunft und erinnern sich an ihre Werte. Andernfalls sollten sie in Zukunft sich mit einschließen, wenn sie dem Westen Verrat an den eigenen Werten vorwerfen.
    In welchem Jahrhundert sind diese Sätze entstanden und machten Sinn. Wer sich gegen seine Mitmenschen stellt, ihre Selbstbestimmung, Religion und Freiheit mit Füßen tritt kann wohl kaum erwarten dass ihm Herzlichkeit, Liebe und Anerkennung entgegengebracht wird. Selbst wenn bei diesem Menschen eine religiöse Gehirnwäsche stattfand hat er sich ausgegliedert und verliert sein Recht auf Mitgliedschaft in der Gesellschaft. Welches Recht auf Würde kann er noch erwarten. Ich glaube "kein Recht", da er es für sich verspielt hat. Religionsfreiheit ja, aber nur für Religionen nicht jedoch für Aggressive Religionsvereine die das Ziel der Unterdrückung haben.
  8. #8

    Die Wut-MBer

    Erst ein Tag der Wut, dann eine Woche der, dann wahrscheinlich permanente Wut. Die extremen Muslimbrüder haben inzwischen von Al-Qaida viel gelernt. Sollen wollen ihren islamisch geprägten Gottesstaat um jeden Preis, die Verletzten und Toten sind ihnen im Grunde willkommen, können sie damit doch weitere extreme Anhänger gewinnen. Und der Westen will in Gesprächen alle zusammenbringen, friedlich. Welche Utopie und Verkennung der Lage. Die Muslimbrüder lehnen jede Gespräche ab, weil sie hoffen, dass ihnen die Gewalt mehr einbringt. Kirchen und Staatsgebäude brennen, Christen werden verfolgt. Wie wollen denn die Regierenden Europas das verhindern? Alles verlogen. Man muss Position beziehen und sagen was man will! Zu einem möglichen Gottesstaat werden dann die diplomatischen Beziehungen abgebrochen, weil die Lage an der Levante gefährlich wird, schließlich hat man ja beste Beziehungen zur libanesischen Hisbollah. Man glaubt also. also seine späteren politischen Gegner noch die Wange tätscheln zu müssen. Es ist einfach keine europäische Linie im Verhalten der Regierungen erkennbar. Die Menschen- und Völkerrechte zählen derzeit nicht in Ägypten. Hier wird der Stärkere gesucht, der dann das Volk unterdrücken will. Bei einem Militärsystem unter Sisi besteht wenigstens noch die Chance, das eine Art ägyptischer Demokratie entstehen kann, unter den MB ist schon der Ansatz einer Demokratie nicht möglich, sie wollen im Grund eine islamische Diktatur. Die derzeitige Berichterstattung spricht von einem "brutalen" Vorgehen, die Frage ist nur, wer hier brutal ist. Wer hat denn auf allen Protestversammlungen aus der Menge heraus auf Andersdenkende scharf geschossen? Man braucht nur die Berichterstattungen durchgehen! Wer sich bewusst in Gefahr begibt, weis, welches Risiko er/sie für das Leben eingehen. da es oftmals an Intelligenz fehlt, wird blinder Hass weitergegeben. Hier kann nur die eine oder die andere Seite gewinnen, dabei wird es noch viele Tote und Verletzte geben. Diejenigen, die solches Blutvergießen angezettelt und zu verantworten haben, werden dann aus Land flüchten. In einem Jahr denkt niemand mehr an die Toten ...
  9. #9

    Im 21. Jahrhundert

    und im Zeitalter der Internetkommunikation kann man keine legitim und demokratisch gewaehlte Regierung nach weniger als zwei Jahren Amtszeit per Militaerputsch absetzen. Das haetten sich die Herren Sisi und vor allem diejenigen die ihn dazu ermutigt haben doch denken koennen! Die Hoelle waehre los wenn in irgend einem europaeischen Land sowas gemacht wuerde.