Teenager in Großbritannien: Mit Löffeln gegen Zwangsheirat

APDie britische Regierung warnt vor einem Anstieg von Zwangsheiraten in den Sommerferien. Eine Hilfsorganisation gibt betroffenen Teenagern Tipps, wie sie in letzter Minute entkommen können. Das empfohlene Werkzeug: ein Löffel.

Großbritannien warnt vor Anstieg von Zwangsheiraten in Sommerferien - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    optional

    Wieviel Verachtung muss man für seine Tochter empfinden, für wie minderwertig muss man sie halten, um so eine Zwangsheirat durchzuziehen? Das sind doch fast noch Kinder! Und wieviel Verachtung mag ein Kind für seine Eltern empfinden, nachdem es so verkauft und verraten wurde?
  2. #2

    Verachtung

    Zitat von thomas.b Beitrag anzeigen
    Wieviel Verachtung muss man für seine Tochter empfinden, für wie minderwertig muss man sie halten, um so eine Zwangsheirat durchzuziehen? Das sind doch fast noch Kinder! Und wieviel Verachtung mag ein Kind für seine Eltern empfinden, nachdem es so verkauft und verraten wurde?
    und warum lassen manche manche Mütter zu, das mit ihren Töchtern das Gleiche geschieht wie mit ihnen selber vor 17, 20 oder mehr Jahren. Diesen Punkt verstehe ich noch viel weniger.
    Das Selbe lässt sich auch über die Genitalverstümmelung sagen.

    MfG: M.B.
  3. #3

    Optional

    Eine Massnahme: keine Familienzusammenführung von Paaren unter 23 Jahren. Dann ist zumindest ein wirtschaftlicher Anreiz weg.

    Das mittelalterliche Denken, dass man seine Kinder besitzt und mit ihnen machen kann was man will, lässt sich nicht so einfach stopppen, aber man kann es erschweren.
  4. #4

    optional

    auch wenn das alles furchtbar ist, man muß sehen, daß dies alles in den oftmals auch dörflichen Communities in den beschriebenen Ländern Alltag ist und auch sozial gewollt (natürllich nicht von den vergewaltigten Kindern). Wenn man aber gleichzeitig sieht, wieviel Aufwand die britische Regierung z.Zt. aufbringt, um Asylbewerber abzuschieben und wie wenig man gegen das in dem Beitrag beschriebene Problem unternimmt (was natürlich Folge des Umstandes ist, daß in Europa viel zuviele Menschen leben, die unsere westlichen Lebensmaßstäbe nicht akzeptieren bzw. überhaupt nicht vertehen. Bei Integration ist dieses Thema aber viel wichtiger als Sprache und Staatsangehörigkeit, denn die meisten, die hier einer Zwangsheirat anhängen, sind britische Staatsbürger und sprechen englisch.
  5. #5

    unverständlich

    ich habe jeden Respekt vor fremden Sitten und Gebräuche, Religionen und vieles mehr. Bin viel in der Welt rumgekommen.(keine Luxushotels). Aber bei diesem Thema hier fehlt mir echt jeden Respekt. Ist mir völlig unverständlich! Die Regierungen der EU sollten gemeinsam alles nur undenkliche tun, um so etwas zu verhindern.Gegen Kinderschänder können sie doch auch vorgehen. Nichts anderes ist das hier. Da "verkaufen" die Eltern ihre eigene minderjährige Tochter an sonst wem und meinen es wäre legal, da verheiratet. Pfui. Falls EU Staatbürger - Gefängnis, falls nicht- Visa weg. Fertig
  6. #6

    Zitat von Bad_Species Beitrag anzeigen
    Zumindest bei Leuten ohne deutsche Staatsangehörigkeit, sollte Zwangsverheiratung (und natürlich auch Genitalverstümmelung) der eigenen Kinder zu sofortigem Entzug der Aufenthaltsgenehmigung führen. Schlicht und einfach damit diese Mädchen ein Druckmittel haben um sich zu wehren.
    Das wird auch aus anderen Gründen nicht funktionieren. Denn die Zwangsheirat als solche verletzt selbst schon zahlreiche existierenden Gesetze: Entführung, Kindesmisshandlung, Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, Zuhälterei, Beihilfe zur Vergewaltigung, Freiheitsberaubung - allein mit dieser Liste könnten die Eltern für Jahre ins Gefängnis kommen, wonach ihnen als Straftäter die Abschiebung droht, wenn sie keine deutschen (bzw. in diesem Fall britischen) Staatsbürger sind.

    Es braucht also keine neuen, kreativen Gesetze dafür - auch mit den bestehenden Gesetzen könnten die betroffenen Mädchen ihre Eltern massiv unter Druck setzen. Das passiert aber nicht.

    Den Grund findet man bei einem anderen Verbrechen, was uns weniger kulturfremd ist: der Vergewaltigung. Das BKA schätzt, dass über 90% alle Vergewaltigungen im engsten Familienumfeld geschehen. Das Bundesministerium für Familie hat ermittelt, dass ungefähr 10-20% aller Frauen in Deutschland mindestens einmal im Leben Opfer einer Vergewaltigung werden - das sind etliche Millionen. Zusätzlich werden auch etwa eine halbe Million Jungen mindestens einmal im Leben vergewaltigt. Dennoch kommen, wie Auswertungen von Gerichtsakten zeigen, etwa 98% aller Anzeigen wegen Sexualstraftaten niemals zur Verurteilung; den geschätzten ein bis zwei Millionen Vergewaltigern in Deutschland stehen einige hundert Verurteilungen pro Jahr gegenüber.

    Wie kann es sein, dass ein Verbrechen, das von der Bevölkerung geächtet und vom Gesetz schwer bestraft wird, fast nie zur Anzeige kommt? Die Antwort lautet: Angst und Scham. Wie bei Zwangsheiraten auch handelt es sich bei Vergewaltigungen in der Regel um Familienverbrechen. Die Täter stehen dem Opfer nahe und haben Macht über es. Sie haben die finanziellen Mittel, aber auch den sozialen Druck als Waffe. Sie können sich sicher sein, dass die Gesellschaft das Opfer stigmatisieren wird. Deswegen schweigen Vergewaltigungsopfer, und deswegen schweigen Opfer von Zwangsheiraten. Im radikalen Umfeld solcher Familien gelten die Töchter, die sich der Zwangsheirat entziehen, als Verräterinnen, schlimmstenfalls müssen sie mit Gewalt und Tod rechnen. Für den Rest der Gesellschaft sind sie aber nichts weiter als Kopftuchmädchen, die in Zukunft selbst "lauter kleine Kopftuchmädchen produzieren" werden. Sie werden dann kurz in die Öffentlichkeit gezerrt, dienen den Hetzern als Material für ihre Kulturkampfbücher, und verschwinden dann wieder in der Versenkung. Falls sie nicht von einem radikalen Familienmitglied ermordet oder mit Säure übergossen werden.

    Da helfen Ideen zur kreativen Strafverschärfung rein gar nichts, weil sie nicht an die Wurzeln der Probleme reichen. Eine Aufklärungskampagne wie im Artikel beschrieben erscheint mir um ein Vielfaches hilfreicher.
  7. #7

    Recht auf Heirat ....

    ... aber kein Recht auf Familiennachzug mehr - schon gar nicht bei diesem Alter!
    Meistens geht es ja bei diesen Heiraten nur darum, weitere Personen nach Europa zu holen.
    Die Ehe sollte von einem "Menschenrecht mit fürsorgerischen Verpflichtungen des Staates" auf einen ganz "normalen Vertrag" heruntergeholt werden - die "fürsorgerische Verpflichtung des Staates" sollte sich auf Einzelpersonen beschränken.
  8. #8

    Recht auf Liebesleben in eigener Regie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die britische Regierung warnt vor einem Anstieg von Zwangsheiraten in den Sommerferien. Eine Hilfsorganisation gibt betroffenen Teenagern Tipps, wie sie in letzter Minute entkommen können. Das empfohlene Werkzeug: ein Löffel.

    Großbritannien warnt vor Anstieg von Zwangsheiraten in Sommerferien - SPIEGEL ONLINE
    Es geht bei dieser Thematik nicht "nur" um Zwangsheiraten allein, sondern ganz grundsätzlich darum, ob muslimische (und z.T. auch hinduistische) junge Frauen ein "Liebesleben in eigener Regie" haben dürfen - d.h. in eigener Regie, selbstbestimmt irgendwann den ersten Freund haben dürfen, tanzen gehen dürfen, das erste Mal Händchen halten, irgendwann den ersten, zarten Kuss usw. - so, wie das für westliche junge Frauen selbstverständlich ist.
  9. #9

    Da haette ich aber gerne gewusst

    Zitat von marinusvanderlubbe Beitrag anzeigen
    in arrangierten ehen sind sehr glücklich, weil die eltern ihre kinder natürlich am besten kennen. andere länder, kulturen und traditionen brauchen sich an die westlichen vorstellungen, wann eine person heiratsfähig ist, nicht zu binden.
    leider denkt der westen immer noch kolonial und versucht der ganzen welt sein werte und moralsystem aufzuzwingen
    woher Sie denn diese Statistik haben, dass die meisten arrangierten Ehen sehr gluecklich waeren und Sie glauben im Ernst, dass "der Westen" wie Sie sagen kolonial denkt? Weiter sagen Sie, "der Westen" zwaenge anderen sein Moralsystem auf, haben Sie einmal einen Blick auf die islamischen Nationen geworfen was die tun? Ich glaube, Sie haben noch einen enormen Nachholbedarf an Realitaet.