Fehler im Praktischen Jahr: Medizinstudent wegen Tod von Baby verurteilt

Michael BilligFataler Fehler im Praktischen Jahr: Weil er einem Baby versehentlich eine tödliche Spritze verabreicht, wurde ein junger Arzt wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Es ist das erste Mal, dass ein Mediziner wegen Fehlern in der Ausbildung belangt wird.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-914839.html
  1. #1

    bekannte Situation

    die pflegerische und ärztliche Ausbildung weist im praktischen Bereich gewaltige Mängel auf. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist. Klare Aufgabenteilung und ein Arbeiten nach Vorschrift werden leider eine Wunschvorstellung bleiben.
  2. #2

    Was soll man dazu noch sagen?

    Der Richter hat völlig recht - er hätte fragen müssen, andererseits ist es auch grob fahrlässig für alles die selben Spritzen zu verwenden...

    Was ich aber am schlimmsten finde ist dass man ein Menschenleben mit etwas Geld irgendwie "aufwiegen" will.
    "böse böse du hat das Kind getötet - nun zahle 1800€ und alles ist ok" - in meinen Augen absolut absurd...
  3. #3

    Nächste Stilblüte

    Hat das Baby den Studenten verurteilt?

    Zum (traurigen) Thema: Während der Mann also schon wieder eine Stelle als Arzt hat, müssen die Eltern noch Jahre den Tod ihres Kindes verkraften. Es ist traurig, schrecklich und ein Unding, dass der Mann mit 90 Tagessätzen davonkommt, als hätte er lediglich eine Sachbeschädigung begangen.
  4. #4

    Schlimm

    Eine fürchterliche Tragödie für alle Beteiligten. Solche Fehler passieren wenn das Controlling ohne Sinn und Verstand Personal einspart und junge Ärzte als Arbeitskräfte und nicht als Lernende betrachtet werden. Es sollte Ethikkommisionen mit Vetorecht bzgl. des Controllings geben.
  5. #5

    Zitat von attackman Beitrag anzeigen
    Was ich aber am schlimmsten finde ist dass man ein Menschenleben mit etwas Geld irgendwie "aufwiegen" will.
    "böse böse du hat das Kind getötet - nun zahle 1800€ und alles ist ok" - in meinen Augen absolut absurd...
    Mal abgesehen, dass ein Zivilprozess wahrscheinlich noch aussteht - was wäre für dich denn eine angemessene Strafe? Auge um Auge? Mit einer Gefängnisstrafe ist genauso wenig wieder alles ok.
  6. #6

    Strafe

    @attackman & becem

    Welche Strafe hättet ihr denn dem jungen Arzt gegeben?
    Es ist traurig was passiert ist, aber es war keine Absicht. Aber wäre es sinnvoll mit einer drakonischen Strafe noch ein Leben zu ruinieren?
  7. #7

    Ich kann mich nur der Verteidigung anschließen.

    Sicher trifft den Studenten eine Mitschuld. Er hätte zumindest Zweifel haben müssen wegen der fehlenden Aufschrift auf der Spritze. Die Hauptschuld liegt allerdings beim Krankenhaus, das zu der Zeit noch nicht nur verwechselbare Spritzen zur Verfügung hatte, sondern den Studenten ohne Aufsicht sich selbst überließ.

    Hier in Los Angeles werden Studenten, die kurz vor der Approbation zum Arzt stehen, in Krankenhäusern entweder von einem "Resident" des Krankenhauses ans Krankenbett begleitet, also von einem approbierten Arzt, oder von der/dem erfahrenen "Headnurse", der/dem leitenden Krankenschwester/pfleger.
  8. #8

    Solche Fehler geschehen täglich in den Krankenhäusern und oft genug kommt nur nichts heraus, weil alle dicht halten und es der Patient gerade so überlebt. Schlimm daran ist, dass zum Teil einfachste Organisationsmängel daran schuld sind, wie das Beispiel zeigt. Eine einfache Kenntlichmachung der Spritze hätte eine Verwechslung unmöglich gemacht. In anderen Fällen hat man bereits die Anschlusssysteme geändert, so dass es nicht mehr zu Verwechslungen kommen kann.

    Wir bräuchten einen ehrlicheren Umgang mit diesem Thema, da so allen Beteiligten geholfen wäre.
  9. #9

    optional

    Eindeutig der Beleg dafür, das praktische Ausbildungssystem im Medizinstudium zu erneuern. Allerdings es ist ja nichtmal genug Zeit für die Patienten da, wo soll man erst die Zeit für die Ausbildung hernehmen ?