Steuerstreit: Schweiz will auch bei gestohlenen Daten Amtshilfe leisten

DPADie Schweiz beugt sich dem internationalen Druck, Steuerhinterziehung stärker zu bekämpfen. Nach dem Willen ihrer Regierung sollen Schweizer Behörden den Steuerfahndern anderer Länder auch dann helfen können, wenn diese mit gestohlenen Bankdaten arbeiten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-916643.html
  1. #1

    Druck

    Der internationale Druck auf die Schweiz nimmt weiter zu. Im Fahrwasser der Amerikaner (die Deutschen spielen eine geringere Rolle, als man hierzulande gerne glauben möchte) versuchen immer mehr Länder, ihrer Steuerflüchtlinge in den diversen Steueroasen habhaft zu werden. Und da die Schweizer naturgemäss konfliktscheu sind, wird dieser Druck auch immer mehr Ergebnisse zeigen. Der automatische Informationsaustausch wird am Ende kommen.
  2. #2

    Geht doch...

    Na also, geht doch. Diese spitzfindige Unterscheidung zwischen "Steuerhinterziehung" und "Steuerbetrug" in der Schweiz empfand ich sowie als eine Groteske. Wer Steuern nicht zahlt, die er zu entrichten hat, ist ein Gesetzesbrecher und damit prinzipiell erst mal einer Straftat schuldig - egal, ob man individuell die Steuern als zu hoch empfindet oder nicht. Bisher hat die Schweiz also Straftäter gedeckt. Vielleicht ist jetzt der Weg zu einem unterschiedslosen Umgang mit Straftätern geöffnet, denn bei einem Bankraub oder Kreditkartenbetrug würden die Schweizer den zu ihnen geflüchteten Täter ja auch nicht vor Verfolgung schützen. Warum also einen Steuerhinterzieher? Die Tat wurde ja begangen und die Beweise wurden nicht mittels Erpressung oder Folter oder verwerflichem Unterdrucksetzen gewonnen. Ob nun das Kopieren von Informationen als "Diebstahl" im strafrechtlichen Sinn zu werten ist, ist unter den Juristen ja auch noch längst nicht abschließend ausgemacht. Seit klar ist, dass mittels massiver Schleier-Abhörung durch die Sicherheitsbehörden Informationen "legal" gewonnen werden, steht eine eventuelle Illegalität mehr denn je in Frage. Warum sollte das Kopieren von eine Straftat belegenden Bankdaten verwerflicher sein als das Kopieren bzw. Mitlesen von Kommunikationsdaten und -Inhalten zur Aufklärung oder Vermeidung von Straftaten? ;-)
    .
  3. #3

    Zitat von trick66 Beitrag anzeigen
    Der internationale Druck auf die Schweiz nimmt weiter zu. Im Fahrwasser der Amerikaner (die Deutschen spielen eine geringere Rolle, als man hierzulande gerne glauben möchte) versuchen immer mehr Länder, ihrer Steuerflüchtlinge in den diversen Steueroasen habhaft zu werden. Und da die Schweizer naturgemäss konfliktscheu sind, wird dieser Druck auch immer mehr Ergebnisse zeigen. Der automatische Informationsaustausch wird am Ende kommen.
    EUs Unternehmer/Familien und die Schweiz sind immer einen Schritt voraus ;-)

    -Seit Jahresbeginn sind nur schon 820 französische Manager neu in der Schweiz gezogen und leiten Ihre Unternehmen in Frankreich aus der Schweiz.

    -Die Tausender wandern vom CH Konto ind Schliessfach.
    Es wurden in den letzen Jahren 25% mehr Schweizer Tausendernoten gedruckt, der Tausender macht nun 60% alles CH Geldes im Umlauf aus. Beim Euro hat der grösste Geldschein nur einen Anteil von knapp 30%.

    -Der Immobilienmarkt in der Deutschschweiz profitiert seit Jahren dank der Zuwanderung der Deutschen oder Ihrem Vermögensnachzug in die Schweiz.

    -Hartes Amerika. Nun Julius Bär wuchs dank Zukauf/Tausch von Kunden der Bank of America 2012 um über 35%. Vontobel und ein paar Genfer Häuser wuchsen 2012 gerade wegen US/USraelische Weissgeldkunden.

    Sie können machen was Sie wollen, ihre unzufriedene EU Bürger als Kunden und Zuwanderer der Schweiz werden immer auf Neue Nischen und Dienstleistungen in der Schweiz stossen.

    AUCH IN 20 JAHREN WERDEN SIE NOCH DARÜBER JAMMERN
  4. #4

    Einebnen

    Bedauerlich, dass sich die Schweiz Schäuble & Co beugt. Denen würde ich, wenn ich's denn hätte, jeden Cent verweigern. Denn nur durch Steuerboykott und Steuerverweigerung ist es möglich, den Euro und Europawahnsinn zu stoppen. Der Gedanke, durch eigene Abgaben beizutragen zum Brüsseler Technokraten- Wahnsinn und Demokratieabbau, ist unerträglich. Das Sperrfeuer gegen die Schweiz dient nicht der Gerechtigkeit, sondern der Einebnung des Kontinents.
  5. #5

    Unterschied

    Zitat von chb_74 Beitrag anzeigen
    . Wer Steuern nicht zahlt, die er zu entrichten hat, ist ein Gesetzesbrecher und damit prinzipiell erst mal einer Straftat schuldig - egal, ob man individuell die Steuern als zu hoch empfindet oder nicht. Bisher hat die Schweiz also Straftäter gedeckt. Vielleicht ist jetzt der Weg zu einem unterschiedslosen Umgang mit Straftätern geöffnet, denn bei einem Bankraub oder Kreditkartenbetrug würden die Schweizer den zu ihnen geflüchteten Täter ja auch nicht vor Verfolgung schützen. ? ;-)
    .


    Hier geht es m. E. um die Beweise. Wenn Beweismittel illegal beschafft werden, wird es eben nicht anerkannt.
    Übrigens, einen Straftäter kann man nur decken, wenn seine Straftat bekannt ist, bzw. von diesem Land anerkannt wird.
  6. #6

    Der automatische Datenaustausch gemäß ...

    ... verbindlichen OECD Richtlinien kommt, die Banken wollen verbindliche Regeln. Es gibt nichts schlimmeres und ineffizienteres als Rechtsunsicherheit und tausend verschiedene Abkommen.

    Straftäter sollen nicht weiter unter dem Deckmantel des Bankgeheimnisses gedeckt werden, das ist der Wille einer breiten Öffentlichkeit von links bis rechts. Allerdings wird die Schweiz ihre Banken nicht einfach opfern, sie will auch in dieser Beziehung Regeln und Gleichberechtigung. D.h., auch die anderen Steueroasen, vorneweg die USA werden in dieses international verbindliche Regelwerk eingebunden werden. Dazu gehört dann eben auch ein gegenseitiges Datenaustauschen, wie am G20 Gipfel von Bunderätin Widmer-Schlumpf vorgeschlagen. Es dürfte spannend werden, wie weit da man "gegenseitig" gehen wird!

    Die "Weissgeldstrategie" und das Vertrauen in die hocheffizienten und sicheren Finanzplatz Schweiz zahlen sich aus, der Neugeldzufluss ist gigantisch!

    Einebnen, werter Poster mit Namen produster, einebnen wird schon von der schieren Masse der Alpen schwierig werden. Sie haben aber Recht, die Schweiz steht einmal als Fels in der Brandung, hoffen wir doch, dass die Wellen des Kontinentalen Debakels Namens Euro daran abprallen werden!
  7. #7

    Zitat von produster Beitrag anzeigen
    Bedauerlich, dass sich die Schweiz Schäuble & Co beugt. Denen würde ich, wenn ich's denn hätte, jeden Cent verweigern. Denn nur durch Steuerboykott und Steuerverweigerung ist es möglich, den Euro und Europawahnsinn zu stoppen. Der Gedanke, durch eigene Abgaben beizutragen zum Brüsseler Technokraten- Wahnsinn und Demokratieabbau, ist unerträglich. Das Sperrfeuer gegen die Schweiz dient nicht der Gerechtigkeit, sondern der Einebnung des Kontinents.
    man kann zu europa stehn wie man will.es laeuft nicht alles so wie es sein sollte. fakt ist auf jeden fall eines. dass die ach so hochgelobte schweiz seit jahrzehnten geld und zwar sehr viel mit den verbrechern dieser welt verdient und verdient hat. darauf muss man nicht unbedingt stolz sein. und ein vergleich zwischen deutschland mit der wiedervereinigung und der schweiz verbietet sich wohl von selbst.ein gemeinwesen mit 80 millionen einwohnern ist mit sicherheit schwieriger zu managen als eines mit 7 oder 8 millionen.
  8. #8

    und jetzt noch die Steueroasen in USA und UK

    zur Zusammenarbeit bringen, dann werden überall die Steuern sinken und dann ja dann lohnt sich Steuerhinterziehung nicht mehr. wenn dann noch in der BRD der Steuerverschwendung und derKorruption (siehe Asse, Bahn, C...) ein Riegel vorgeschoben wird dann können wir aufatmen, schliesslich verursacht die Steuerhinterziehung im vergleich zur Korruption und Steuerverschwendung einen Schaden im Promilebereich. Allein der Schaden welcher durch falsche Gutachten bzgl. der Asse angerichtet wurde, dürfte sich bei einer professionellen Behebung auf einen dreistelligen Millarden im unteren Bereich belaufen. Wenn man diese Schäden durch Korruption und Steuerverschwendung in Zukunft vermeiden kann und diese Leute in die Haftung bringt, dann lohnt es sich in Deutschland zuleben. Unsere Leistungsträger kommen zurück, wir werden nie mehr peinliche Situation erfahren wie Flughafen Berlin, die Republik muss sich nicht mehr das Gehirn zermattern weil drei von fünfzehn Mitarbeitern eines Stellwerks in Urlaub gehen. ich liebe teuscheland
  9. #9

    Deutschland

    bzw. Merkel/Schäuble/FDP sind offenbar zufrieden mit der Schweiz, - im Gegensatz zu Indien.
    Bananenrepublik Deutschland?