Tipps für Touren: Wie Radler ihr Gepäck erleichtern

SPIEGEL ONLINEAuf einer Radreise spürt man jedes Gramm zu viel - spätestens am ersten Berg. Wer sein Gepäck intelligent auswählt und in leichte Ausrüstung investiert, kann jedoch bequem mit nur zwei Taschen Urlaub machen. Und selbst abends im Restaurant gut aussehen.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-916135.html
  1. #1

    Das Problem sitzt auf dem Sattel

    Bleiben wir mal sachlich und verlassen das Marketing. Im Zugabteil sehe ich oft diese "Profiradler". Teure Bikes, optimiert um jedes Grämmchen und auf dem Sattel sitzen dann 40 Kg Übergewicht.
  2. #2

    Herberge statt Camping - und vorher abspecken

    Noch mehr Gewicht kann sparen, wer auf Schlafsack und Zelt verzichtet, um in günstigen Herbergen zu schlafen. Das ist oftmals nicht viel teurer als ein Campingplatz. Auf den Camping-Kocher kann verzichten, wenn in günstigen Gasthöfen speist. Und wer vor dem Urlaub noch rasch zwei Kilo abspeckt, darf sich zur Belohnung beim Gepäck ein bisschen mehr Komfort gönnen.
  3. #3

    Quatsch mit Sosse

    Es ist zwar schön mit wenig Gepäck (Rad, Rucksack, etc.) unterwegs zu sein, doch gerade das Fahrrad erlaubt einem ausreichend davon dabei zu haben. Klar, am Berg sind die ersten Meter eine große Überraschung, da man meint da hält einer einen doch fest. Aber moderne Fahrräder haben ja zum Glück eine Gangschaltung und so schaltet man halt ein bs zwei Gänge weiter zurück und es geht auch. Wer es nicht glaubt, guckst Du hier: www.bicimundo.de oder auch www.northcapetour.de

    Wie gesagt, was ich mit meiner o.a. Aussage generell sagen moechte ist, das es sich nicht lohnt an jedem Gramm zu sparen. Wir sind auch mit 75kg bzw. 85kg über 4300m hohe Berge in den Anden geradelt und wir beide sind wahrlich keine Athleten oder Hochleistungssportler. Zudem haben wir, wenn wir uns selbst versorgt haben, wie z.B. sehr oft in Europa ordentlich eingekauft und gut gegessen.
  4. #4

    Warum so teuer?

    In dem Artikel wird der Eindruck erweckt, dass Radtouren mit teurer Ausrüstung einfacher sind. Ich war gerade 2,5 Wochen in Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Österreich unterwegs. Mein Tourenrad habe ich für 130 Euro gebraucht gekauft. Mein Zelt ist ein zwei Personen Kuppelzelt (1,3 kg) das es für 15 Euro bei Ebay gibt. Dazu habe ich für acht Euro eine Abdeckplane (700 g) gekauft, die ich bei Regen über das Zelt lege. Einen guten Schlafsack für somerliche Temperaturen bekommt man für deutlich unter 100 Euro. Ich habe den Schlafsack aufgrund der Wärme nur als Decke verwendet. Mein Modell wiegt dann vielleicht 200 Gramm mehr, kostet aber 500 Euro weniger. Eine gute robuste Isomatte bekommt man für 20-30 Euro von Term-a-Rest. Wenn man eine Radtour macht hat man in der Regel ein Tourenrad mit Stahlrahmen. Dazu kommen noch mehrere Flaschen Wasser sowie etwas zum Essen im Gepäck. Es ist relativ unwichtig, ob die Ausrüstung nochmal ein Kilo mehr wiegt oder nicht. Zumindest entscheidet dieses eine Kilo nicht darüber ob ich den Berg hochkomme oder nicht.
  5. #5

    Zitat von andimey3 Beitrag anzeigen
    Noch mehr Gewicht kann sparen, wer auf Schlafsack und Zelt verzichtet, um in günstigen Herbergen zu schlafen. Das ist oftmals nicht viel teurer als ein Campingplatz. Auf den Camping-Kocher kann verzichten, wenn in günstigen Gasthöfen speist. Und wer vor dem Urlaub noch rasch zwei Kilo abspeckt, darf sich zur Belohnung beim Gepäck ein bisschen mehr Komfort gönnen.
    Beim Klicken durch die Fotostrecke dachte ich mir auch, dass ich allein für den Gegenwert des Schlafsacks zwei Wochen prima in kleinen Pensionen übernachten kann.
  6. #6

    habe erst neulich

    bei einem grossen deutschen Motorradzubehörladen einen Schlafsack gesehen. im ganzen nicht größer als zwei, drei Gaskartuschen, Komfortbereich 16° und das ganze für 29€. Es geht also auch günstiger.
  7. #7

    In der Tat ...

    ... was soll das Grammfitzeln, solange man denn noch die Kraft hat, das Rad zu tragen? Im Vergleich zum Körpergewicht ist es jedenfalls Peanuts, ja der Gesamt-Schwerpunkt liegt mit Leichtkrams unbequem hoch. Bei flachen Strecken ist schwerer/leichter höchstens beim Beschleunigen kurz spürbar.
    Tipp ansonsten: Rad 'mal richtig aufpumpen, Öl in die Kette.

    ... Muss ich teures Zeugs kaufen, wenn ich denn glaube, Gesamtgewicht reduzieren zu müssen? Keine überteuertes Material aus Kunststoff, sondern Einfachheit. Ich kann (in normalen Gegenden) nachhaltigtouristisch auch mein Essen und Trinken am Ort kaufen.

    ... ach ja, und sehr gewichtsfreundlich ist auch das obendrein günstige Yps-Zelt: Plastikfolie mit Schnur.
  8. #8

    Optimierung kennt seine Grenzen

    Als Opfer mehrwöchiger sportlicher Camping-Radtouren durch unbewohnte Areale konnte ich den Eindruck gewinnen, dass es nicht so sehr die komplett überteuerte Outdoorausrüstung ist, die das Gewicht mit sich bringt, sondern vor allem viele Getränke, die im Hochsommer schlichtweg mitzuführen sind (je nach Abgelegenheit der Tour können das schon mal 8-15 Liter sein), wenn man pro Tag deutlich dreistellig fahren möchte und trotzdem noch etwas von der Welt sehen. Eine Isomatte ist zwar sperrig, wiegt aber heute bereits kaum etwas, und der Rest variiert i.d.R. um maximal 4 Kilogramm. Der Radler wiegt oft mindestens 10 kg zu viel, wie schon angeklungen ist. Der Effekt der leisen Gewichtsoptimierung, welche die Outdoorkonzerne uns schmackhaft machen wollen - die natürlich etwas bringt, aber eben zu wenig für den horrenden Preis - lässt sich zudem viel preisgünstiger über ein bisschen spezifisches Training im Vorfeld erreichen. Das kostet lediglich ein bisschen Zeit, bringt Spaß und nebenbei jede Menge Fitness, die auch über den Urlaub hinaus hält.
  9. #9

    Radreisen also nur was für Finanzelite?

    Meine erste Radreise habe ich mit einem 3-Gang-Hollandrad absolviert, bepackt mit einem schweren Hauszelt, Kochgeschirr, Daunenschlafsack etc. Gesamtgewicht jenseits der 40-Kilogramm-Grenze. Und was soll ich sagen? Die Reise durch die Normandie hat ebensoviel Spaß gemacht, wie die Reise durch die Niederlande.
    Heute fahre ich nur unwesentlich anders: Mein Reisetrekker ist über 20 Jahre alt, ich habe ihn von einem freundlichen Menschen geschenkt bekommen. Mein Zelt ist etwas leichter, und ich nehme nicht ganz so viel unnötigen Krempel mit. Ansonsten fahre ich als Überzeugungstäter in der Budget-Klasse und fühle mich absolut super damit. Menschen, die glauben, für eine solche Reise müsse man mit teuren Hightech-Material ausgerüstet sein, kann ich nur bedauern.
    Viele Grüße an die KollegInnen aus dem Radreise- und Fernradler-Forum!