Von Lüderitz zu !Nami=Nüs: Namibia trennt sich von deutschen Ortsnamen

imago Die deutsche Kolonialherrschaft war bis vor kurzem in die Landkarte Namibias eingebrannt: mit Orten wie Lüderitz und Schuckmannsburg. Doch nun müssen sich deren Bewohner an Namen mit Klicklauten gewöhnen - nicht alle sind damit einverstanden.

Caprivi-Streifen und Lüderitz: Namibia trennt sich von deutschen Namen - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    meine

    Güte, ist Recherche so teuer bzw. die Allgemeinbildung so abgeflacht?

    Mit Mumbai und Bombay einverstanden, aber das Ho-Chi-Minh-Stadt als Kronzeuge zur Abschaffung von Kolonialnamen herhalten muss, ist ja wohl ein Witz. Hier ging es wohl eher um sozialistischen Personenkult, wie wir ihn in der DDR mit Karl-Marx-Stadt oder der UdSSR mit Leningrad, Stalingrad, uva. kennen. Dazu konnte man noch den Namen der Hauptstadt des verhassten Südvietnams tilgen.
  2. #2

    !Kahara Hais

    Im benachbarten Südafrika wurden neue Strukturen umbenannt. Upington zum Beispiel heißt immer noch Upington (nach Thomas Upington (* 1844, † 1898) von 1884 bis 1886 Premierminister der britischen Kapkolonie), aber die größere Verwaltungseinheit heißt eben !Khara Hais. Wird in Namibia wahrscheinlich ähnlich gelagert sein.

    Durban ist Teil von eThekwini, aber auf den Straßenschildern findet man immer noch Durban - sonst würde ja kaum jemand wissen, wo es denn hinginge. Auf Touristeninfos finden sich zum Teil die neuen Namen - mit dem Erfolg, dass unklar ist, wo der Ort denn nun wirklich ist.
  3. #3

    Was ist ...

    ... mit Walfisbay und Swakopmund? Typisch "deutsche" Namen ... in was wurden die umbenannt? In Windows und Ubuntu? Da sind schließlich auch irgendwie "Klicklaute" drin ...

    Mannmannmann, wie man sich nur so dumm anstellen kann, am Besten wir benennen in Deutschland auch mal alles um, wer will schon die verschiedensten Einflüsse der Kelten, Römer usw noch erkennen können. Die Reste des Limes ebnen wir ein, ist ohnehin nur ein Symbol der Unterdrückung und die Hälfte der deutschen Städte in Süddeutschland, die auf römische Ansiedlungen zurückgehen müssen weg. Wer will schon gerne in einer Stadt wohnen, die ursprünglich auf einen römischen Legionär zurückgeht, verdammte Römer ... uff
  4. #4

    Soweit ist es nur gekommen, weil wir nach dem Rückzug Südafrikas das nicht mit dem Einzug des Goethe Institutes und der Bundeswehr ausgeglichen haben. Es wäre aber jetzt ungerecht, einseitig CDU oder SPD dafür verantwortlich zu machen. Beide haben das in etwa in gleichem Masse zu verantworten.
  5. #5

    Sry...

    wie das so ist: Fehler schleichen sich ein, besonders, wenn es für einen Mitteleuropäer phonetisch sowieso keinen Sinn macht. Es heißt //Khara Hais und nicht !Kahara Hais (in der Wikipedia fälschlich ohne Klicks).
  6. #6

    Warum nicht...

    ...eine Lösung wie z.B. in der Bretagne, in der es einfach zwei Ortnamen gibt: Concarneau und Konk-Kerne, Saint Malo und Sant-Maloù, Quimper und Kemper. Damit sind alle glücklich gemacht, niemand braucht sich wegen seines Identitätsverlustes einzunässen und der Geschichte (auch wenn Sie im Falle von Namibia keine glückliche war) wird Rechnung getragen. Aber leider ist man ja hüben wie drüben selten bereit, Kompromisse zu machen, es heiß ja immer entweder - oder.
  7. #7

    Der Witz ist nur: ohne die deutsche Kolonialherrschaft gäbe es weder den Ort Lüderitz noch den Caprivi-Zipfel.
    Aber vielleicht müßte man ja auch Köln umbenennen. Der Name kommt immerhin von Colonia - wenn das kein Relikt des (römischen) Kolonialismus ist. Gibt es schon Vorschläge? Mit Knack- und Zischlauten?
  8. #8

    Typisch Deutsche...

    dürfen die Afrikaner jetzt noch nicht mal ihre eigenen Orte benennen?
  9. #9

    Zitat von fast_weise Beitrag anzeigen
    Güte, ist Recherche so teuer bzw. die Allgemeinbildung so abgeflacht?

    Mit Mumbai und Bombay einverstanden, ...
    Da machen sie schon mal einen groben Fehler: die Siedlung wurde von den Portugiesen als "Gute Bucht" (Bom Bahia) begründet. Mumbai macht nirgendwo Sinn.