Achilles' Verse: Wessi-Weichei gegen Ost-Raubein

CorbisEinheit, Gleichheit, alles Deutsche? Von wegen. Ost und West pflegen grundverschiedene Gesundheitskulturen. Der zarte Westler will Spaß, der stählerne Ostler sucht den Kampf gegen die Elemente. Der vereinigungsselige Dauerläufer Achim Achilles über einen Triathlon unter Brüdern und Wölfen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...-a-916167.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von Berlin geht's über Wandlitz direkt in ein Funkloch namens Brandenburg.
    bis dahin kann man durchaus noch mitgehen, die informationstechnische Erschließung unseres Miniaturlandes ist schließlich schon viel zuviel für Wirtschaft und Politik, aber

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Navi setzt aus.
    an der Stelle würde ich mir dann doch schon Gedanken machen, ob das Problem nicht etwas näher bei mir liegt. GPS funktioniert selbst im Osten zuverlässig, es sei denn, man besichtig gerade den Führerbunker!
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    der stählerne Ostler sucht den Kampf gegen die Elemente. Der vereinigungsselige Dauerläufer <i>Achim Achilles</i> über einen Triathlon unter Brüdern und Wölfen.

    Achilles' Verse: Wessi-Weichei gegen Ost-Raubein beim Triathlon - SPIEGEL ONLINE
    Lustig geschrieben - und es ist was Wahres dran. Der gemeine Wessi hält sich wahlweise für Messi (wenn er mit seinen Kindern Fußball spielt), gern auch für Armstrong (natürlich ungedopt), wenn er in den Ferien mit dem geliehenen Rennrad einmal um den Block fährt oder wahlweise Schumi, wenn er mal auf der geraden BAB das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückt. Vor allem erzählt er seine Heldentaten gern lang und breit und entsprechend ausgeschmückt. Der Ossi ist da bescheidener, macht den Marathon überdurchschnittlich und sagt dann noch "Ach, das war doch nichts, andere sind noch viel besser"...was so ein paar Jahrzehnte doch für kulturelle Unterschiede hervorbringen können. Extrovertierte Schaumschläger auf der einen Seite, introvertierte Duckmäuser auf der anderen Seite.
  3. #3

    Ossi Messi

    Zitat von ergoprox Beitrag anzeigen
    Lustig geschrieben - und es ist was Wahres dran. Der gemeine Wessi hält sich wahlweise für Messi (wenn er mit seinen Kindern Fußball spielt), gern auch für Armstrong (natürlich ungedopt), wenn er in den Ferien mit dem geliehenen Rennrad einmal um den Block fährt oder wahlweise Schumi, wenn er mal auf der geraden BAB das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückt. Vor allem erzählt er seine Heldentaten gern lang und breit und entsprechend ausgeschmückt. Der Ossi ist da bescheidener, macht den Marathon überdurchschnittlich und sagt dann noch "Ach, das war doch nichts, andere sind noch viel besser"...was so ein paar Jahrzehnte doch für kulturelle Unterschiede hervorbringen können. Extrovertierte Schaumschläger auf der einen Seite, introvertierte Duckmäuser auf der anderen Seite.
    Da ich meinen letzten 4 Schuljahre in den neuen Bundesländern verbracht habe. Es sei Ihnen versichert. Es gibt den Ost Messi, Ost Schumi und Ost Armstrong genauso wie den West Osi gibt der auch der Meinung ist das das gar nichts war. Das mag bei der älteren Generation vieleicht stimmen aber ich habe in meiner Generation keinen Unterschied feststellen können. Der einzige Unterschied war das man vorm Sport doof rufen sollte "Sport frei" ansonsten waren die Jungs und Mädels ähnliche sensibilchen wie in den Schulen im Westen.
  4. #4

    Zitat von fox111 Beitrag anzeigen
    Da ich meinen letzten 4 Schuljahre in den neuen Bundesländern verbracht habe. Es sei Ihnen versichert. Es gibt den Ost Messi, Ost Schumi und Ost Armstrong genauso wie den West Osi gibt der auch der Meinung ist das das gar nichts war. Das mag bei der älteren Generation vieleicht stimmen aber ich habe in meiner Generation keinen Unterschied feststellen können. Der einzige Unterschied war das man vorm Sport doof rufen sollte "Sport frei" ansonsten waren die Jungs und Mädels ähnliche sensibilchen wie in den Schulen im Westen.
    Das glaube ich Ihnen. Mein Beitrag bezog sich insbesondere auf die Personen, die einen Großteil ihres Lebens/ihrer Jugend in den jeweiligen Staaten zugebracht haben, ich sag mal die Generation ab einem heutigen Alter von ca. 40 ;-)
  5. #5

    Zum Glück ist diese FKK-Unsitte vorbei

    Keine Ahnung wies im Osten aussieht, auf bzw. in Helgoland, Norderney, Wilhelmshaven Cuxhaven, Amrum, Sylt, Borkum, Föhr usw. usf. lebt diese angebliche Unsitte weiter. Achim, ich vermute, Du wirst einfach alt. ;)
  6. #6

    Manchmal dauerts 13 Jahre ...

    ... bis auch Westberliner die Natur und die damit verbundenen Freizeitmöglichkeiten des Berliner Umlands entdecken - sei es nur für einen Triathlon, bei dem man sich nunmal über sauberes Wasser und eine Laufstrecke ohne Stadtverkehr freut.
    Übrigens gibt es in Brandenburg Regionen, in denen die Funklöcher weitaus größer sind und die Infrastruktur geringer ausgeprägt ist als am Werbellinsee - siehe Rainald Grebes "Brandenburg".
    Vielleicht fühl ich mich als Ost-Berliner beim Lesen des Artikels leicht gekränkt, was ich jedoch vermisst habe, ist die Erklärung, warum ein "Ossi" den Wettkampf verbissener sehen sollte als ein "Wessi". Oder ist es doch nur ein seltener, politischer Ausreißer der ansonsten sportlich orientierten Kolumne? Die Kontrolle der Einhaltung des Windschattenverbots passt in meinen Augen ganz gut zum "Geh bügeln, du Lutscher!" ... vielleicht unterscheiden sich dort Ost und West, was die Skrupel anbelangt, Regeln zu brechen, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.
  7. #7

    Die Pathologisierung des Anderen ...

    Was auffällt, ist die anhaltende Neigung des Westdeutschen, das andere - also selbst das, was so nahe liegt und sich eigentlich nur marginal vom Eigenen unterscheidet - dauerhaft zu pathologisieren. Dies ist eine hartnäckige Einstellung, die man im der Rest der Welt nur schwer findet. Die kleine bundesdeutsche Welt, in der alles seine gewohnte Ordnung hat, wird unumstößlich immer wieder zum Maßstab aller Dinge. Abweichende Lebens- und Erfahrungswerten geraten indes - seien die Unterschiede auch noch so marginal - zu Gegenwelten, die dem Alt-Bundesdeutschen die Angst auf die Stirn treiben. Auf diese Angst reagiert er mit seinem ausgeprägten Herreninstinkt, der die Bewohner anderer Welten als Deformierte zur Schau stellt. Statt sich dem Neuen und Anderen mit Neugier zu widmen, zitiert der Bundesdeutsche selbst die armseligsten Unterschiede in einer Manier, die nur einen Schluss zulässt: Er besitzt ein inneres Ranking seiner Eigenwelt, auf der er sich selber wie von Zauberhand immer an erster Stelle positioniert. Woran dies liegt ist mir bis heute ein Rätsel. Denn obgleich die Absurdität dieser Grundeinstellung des >>Herrenmenschen