Junge Japaner in Jobnot: Warum soll ich mich so anstrengen?

REUTERSSie macht den Haushalt, er verdient das Geld: für viele junge Japanerinnen die ideale Rollenverteilung. Doch oft verdienen Männer nicht genug, um eine Familie zu ernähren. Schuld ist die Wirtschaftskrise - und die grassierende Apathie.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-915583.html
  1. #1

    Weltweit hat die jetzige Politik abgewirtschaftet

    in Grossbritannien und Japan sehen wir was auf uns in Europa zukommt, maximal 5 Jahre noch und wir haben die gleichen Verhaeltnisse. Die junge Generation hat keine Chance ein stabiles Leben aufzubauen, Immobilienpreise steigen ins unbegreifliche, Kinderbetreuung ist ein Luxusgut, Rente wird komplet aus dem monatlichen Einkommen erspart werden muessen.
  2. #2

    Nicht viel anders als bei uns

    Bei den meisten Paaren möchten beide arbeiten, aber es scheitert eben an der hohen Arbeitslosigkeit oder an den Möglichkeiten, nebenher eine Familie aufzuziehen.

    Das war selbst in den Zeiten, als das Arbeitsleben in Japan noch klassisch-feudal organisiert war, einfacher, als jetzt wo in japanischen Unternehmen die Amerikanisierung eingesetzt hat, mit dem Ziel die Arbeitnehmer soweit auszuquetschen wie es irgend möglich ist.
  3. #3

    optional

    es liegt nicht nur an der Amerikanisierung. Es liegt generell daran, dass nur noch geld unser leben bestimmt. wenn man sich mal ein bisschen spon durchliest, merkt man, unternehmen machen mehr umsatz als letztes jahr, finanzblase bläht sich wieder auf, irgendein unternehmen will an die Börse, irgendein unternehmen kauft sich ein anderes unternehmen, um in einer sparte verkaufen zu können, um noch mehr geld zu verdienen,es werden preise z.b. von Strom ständig erhöht, nur damit die unternehmen noch mehr verdienen bei gleichzeitigem milliardengeschäft z.b. im energieexport.
    es geht nur noch ums geld, und um nichts anderes mehr.
  4. #4

    Lob für den SPON

    Man muss den SPON auch mal loben wenn er einen Artikel über Japan schreibt, derv tatsächlich von Japan handelt.
    Meistens wiederholen Artikel, und zwar in allen Medien nichts als KLischees und einer schreibt vom anderen ab.

    Das tatsächliche Japan sieht völlig anders aus als man in Deutschland meint, weil man keine wahren Informationen bekommt.

    Dieser Artikel beschreibt ein Stück Realität
  5. #5

    Wandel

    Das ist nicht nur in Japan so, sondern unser aller Schicksal (außer dem berühmten 1% natürlich).
    Mit verkniffenem Enthusiasmus zu erklären man werde "Wachstum" schaffen, Vollbeschäftigung sei möglich, usw., ist nur die billige Eigenwerbung bestimmter Parteien, allen voran FDP und CDU. Mangels Alternativen wollen das aber viele glauben, und machen ergeben ihr Kreuzerl. Hoffend dass wenigstens für sie selbst genug abfällt, um mit den alten Rezepten bis zum Exitus gut weiter leben zu können.
    Aber es muss ein Wandel statt finden der Lebensqualität für alle neu definiert. Aber nach welchen Kriterien? Hier hapert es gewaltig weil unsere Intellektuellen offenbar nicht mehr genug Leidenschaft und Kraft zur Vision aufbringen.
    Ich könnte mir eine Gesellschaft gut vorstellen in der alle weniger konsumieren (müssen), wo man mehr kooperiert, wo Kultur und Soziales eine größeren Stellenwert haben, wo die Natur mehr Aufmerksamkeit und Schutz erhält. Das Einzige was wir wirklich brauchen ist doch eine moderne Medizin und gute Bildung. Neben Deckung der Grudnbedürfnisse natürlich, wie eine vernünftige Wohnung, Nahrung und Kleidung natürlich. Und zwar für alle. Was wir nicht brauchen ist jedes Jahr ein neues Smartphone oder alle drei Jahre den neuen BMW.
    Es gibt allerdings zarte Ansätze in dieser Richtung. Leider stemmen sich die konservativen Betonköpfe und die Profiteure des Status Quo, dagegen. Und es fehlt sozusagen die Fahne hinter der sich die Massen versammeln können. Das Brutto-Sozial-Glück ist sicher kein schlechter Ansatz um rationale Konzepte zu entwickeln.
  6. #6

    da sind die Japaner noch ein stückchen besser dran als bei uns.
    Hier schaffen es nichtmal viele 2 Verdiener anständig über die Runden zu kommen. Mal abgesehen davon gibts hier auch genug Frauen die gerne zuhause bleiben würden aber das darf man in der Öffentlichkeit ja nicht laut sagen sonst ist man gleich der Depp.
  7. #7

    optional

    oder besser noch, ein manager kriegt so und soviel Abfindung oder verdient so und soviel, oder noch besser unsere beamten schreien ständig danach, das sie zu wenig einnahmen hätten, statt mal an den ausgaben zu schrauben. oder jedes jahr wird deren Diät um 1% erhöht, ohne wenn und aber, während die arbeiter der realwirtschaft alle paar jahre für schlappe 3 % kämpfen müssen, oder nehmen wir burger king, mcdoof, etc, beruht auch nur auf Ausbeutung um eine Gewinnmaximierung zu erreichen.oder nehmen wir die ölfirmen, die jedes mal um ein paar cent die Benzinpreis erhöhen um noch mehr geld zu verdienen.
  8. #8

    Man muss nicht....

    ....bis nach Japan schauen, um ganz ähnliche Probleme zu bemerken. Auch in Deutschland verbreitet sich unter jungen Frauen die Sehnsucht nach Herd und Kinder. Ich persönlich finde es unerträglich, aber ändern kann man es nicht. Es ist eben nur logisch, dass sich vor allem das vermeintlich schwächere Geschlecht (eine dumme Platitude) in schwerer Zeit nach einem Dasein als Hausfrau sehnt und der Mann das Geld nach Hause bringt. Letzteres ist aber auch hierzulande kaum noch möglich, der Netto-Durchschnittsverdienst in den neuen Bundesländern für Männer liegt ja bei noch nicht mal 1.500€, bei Frauen ist es noch schlimmer. Für mich ist es aber auch auffällig, dass vor 10 Jahren diese Summe vielleicht noch gereicht hätte, um eine Familie allein durchzubringen. Diese Zeiten sind aber definitiv vorbei, schon die Mietnebenkosten (Strom, Wasser, Heizung) haben sich in den letzten Jahren vervielfacht, da nutzt es nichts, dass Lebensmittel, Autos und Elektronik billiger als anderswo sind, Strom und GEZ bezahl ich ja monatlich, sind notwendige Pflicht und damit fällt es mehr ins Gewicht. Ein weiterer Punkt, der mir persönlich auffällt, sind die, trotz der eben aufgezählten Probleme, immer noch hohen Lebensansprüche in Deutschland. Hier möchte jeder/jede ein Haus mit Garten oder wenigstens ne Eigentumswohnung, dafür ist jedoch ein Mindestgehalt nötig und horrende Ersparnisse notwendig, die ohne Eltern oder Erbschaft eigentlich kaum jemand mehr haben kann. Die jetzige Lage Japans Frauen ist also auch mit der aller anderen auf der ganzen Welt zu vergleichen und somit nur ein Beispiel, wenn auch ein hervorstechendes.
  9. #9

    Selber Schuld !

    Zitat von kumi-ori Beitrag anzeigen
    Bei den meisten Paaren möchten beide arbeiten, aber es scheitert eben an der hohen Arbeitslosigkeit oder an den Möglichkeiten, nebenher eine Familie aufzuziehen.

    Das war selbst in den Zeiten, als das Arbeitsleben in Japan noch klassisch-feudal organisiert war, einfacher, als jetzt wo in japanischen Unternehmen die Amerikanisierung eingesetzt hat, mit dem Ziel die Arbeitnehmer soweit auszuquetschen wie es irgend möglich ist.
    Japan hat schon seit dem Platzen der "Bubble" Anfang der 90iger Jahre abgewirtschaftet und mir war es immer schleierhaft wie das Land trotzdem solch einen hohen Lebensstandard aufrecht erhalten konnte. Auch heute sind die meisten Firmen personell komplett überbesetzt und trotzdem sitzen die meisten Mitarbeiter noch 10 bis 12 Stunden am Tag im Büro ab ( ich habe 8 Jahre in Japan gelebt und gearbeitet und kenne kein Land wo so ineffizient gearbeitet wird, dies aber durch lange Arbeitszeiten und faktisch keinen Urlaub kompensiertt wird). Japan schottet sich immer noch in vielen Bereichen wirtschaftlich und gesellschaftlich massiv ab und der absolute Mangel an Fremdsprachenkenntnissen führt im Informationszeitalter auch nicht unbedingt zu neuen Impulsen. Ein komplettes Desinteresse der Bevölkerung an Politik, Wirtschaft und gesellschaftspolitischen Themen ist erschreckend, ansonsten liesse sich kaum erklären wieso ein Shinzo Abe, der schon bei seinem ersten Versuch als Ministerpräsident grandios gescheitert ist, nochmals wiedergewählt wurde. Deficit-spending, Ausbau des Militärs, Wiederaufnahme der AKW´s und harsche Töne gegenüber China sind bestimmt keine Themen die Japan derzeit braucht, die Überalterung der Gesellschaft, Defizite im Umweltschutz, die Lethargie und Mutlosigkeit der Bevölkerung werden hingegen gar nicht thematisiert. Solange die jungen Japaner sich dem abgehalfterten System komplett unterordnen und keinerlei Impulse für die Zukunft aus der neuen Generation kommen wird sich nichts ändern, der Niedergang Japans ist hausgemacht und wird sich eher noch beschleunigen.