Psychiatrie-Unterbringung: Hoffnung für die Schwerverbrecher

DPADas Bundesverfassungsgericht billigt die Unterbringung von psychisch kranken Straftätern. Auch nach Verbüßung ihrer regulären Haftstrafe dürfen sie in psychiatrischen Kliniken verwahrt werden. Dennoch können laut einem Rechtsexperten Gefangene auf Freilassung hoffen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-915543.html
  1. #1

    Mehr Schutz für die (potentiellen) Opfer wäre wichtiger!

    Die Unterbringung sei daher nur dann zulässig, wenn "eine hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten festgestellt werden kann" (Az.: 2 BvR 2302/11 und 2 BvR 1279/12).
    Wenn also "nur" schwere Gewaltverbrechen beispielsweise auch an Kindern zu befürchten sind, dann muss nach dieser "Rechtsprechung" der Gewalttäter freigelassen werden. Das ist dann der Bevölkerung offenbar zuzumuten. Furchtbare Juristen, die wir da am Bundesverfassungsgericht sitzen haben und der Europäische Gerichtshof ist noch weitaus schlimmer.
  2. #2

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    Zitat von spon-facebook-10000159648 Beitrag anzeigen
    Wenn also "nur" schwere Gewaltverbrechen beispielsweise auch an Kindern zu befürchten sind, dann muss nach dieser "Rechtsprechung" der Gewalttäter freigelassen werden. Das ist dann der Bevölkerung offenbar zuzumuten. Furchtbare Juristen, die wir da am Bundesverfassungsgericht sitzen haben und der Europäische Gerichtshof ist noch weitaus schlimmer.
    Die vom BVerfG aufgestellten allerschärfsten Voraussetzungen (...eine hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten festgestellt werden kann...) wird wohl kaum ein Gutachter in der Praxis bei einer prognostischen Zukunftseinschätzung eines Falles bestätigen. Somit dürfte das ThUG in der Praxis de-facto ins Leere laufen.
  3. #3

    Zitat von spon-facebook-10000159648 Beitrag anzeigen
    Die Unterbringung sei daher nur dann zulässig, wenn "eine hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten festgestellt werden kann" (Az.: 2 BvR 2302/11 und 2 BvR 1279/12).
    Wenn also "nur" schwere Gewaltverbrechen beispielsweise auch an Kindern zu befürchten sind, dann muss nach dieser "Rechtsprechung" der Gewalttäter freigelassen werden. Das ist dann der Bevölkerung offenbar zuzumuten. Furchtbare Juristen, die wir da am Bundesverfassungsgericht sitzen haben und der Europäische Gerichtshof ist noch weitaus schlimmer.
    Optimal wäre es, wenn der Staat sich bemühen würde, zu VERHINDERN, dass Menschen überhaupt solche Taten begehen, z.B. psychosoziale Betreuung für Kinder/junge Menschen in Krisensituationen, Sozialarbeiter usw. Aber da spart der Staat natürlich...Dann lieber später einen immensen volkswirtschaftlichen und menschlichen Schaden in Kauf nehmen, wenn Problemkinder zu gewalttätigen Erwachsenen geworden sind.
  4. #4

    optional

    Also gegenüber einem Aufenthalt in der Psychiatrie ist ein Aufenthalt im Gefängnis aber deutlich besser. Und wie der Fall Mollath zeigt, sind die Gutachter eh unfähig, hier geht es in erster Linie doch eh nur darum, den Mob zu besänftigen und nicht darum, einen Straftäter zu rehabilitieren und ihn / sie wieder einen Teil der Gesellschaft werden zu lassen.
    Da können wir ja gleich wieder die Todesstrafe einführen, weil das ist definitiv humaner, als das was da jetzt abgezogen wird!
  5. #5

    auf die taten kommt es auch an

    ich weiß garnicht, wie ich richtig in worte fassen soll...
    ich habe kenntnis von taten, die jenseits jeder vorstellungskraft sind, bei denen die täter absolut jede form halbwegs normaler menschlicher regungen vermissen liessen. ohne abwerten zu wollen, dass das schlagen einer frau oder das zerstechen von autoreifen zu den dingen gehört, die man(n) nicht machen sollte ist es für mich doch immer noch ein unterschied dazu, wenn jemand mehrfach ritualmorde begeht oder kleine kinder schändet. mag sein, dass ich hier eine begrenzte sicht auf die welt habe, aber nicht alle schwerverbrecher können ohne wirkung auf die rechtsprechenden instanzen in freiheit gesetzt werden - genauso wie es für mich ebenso unverständlich ist, dass herr mollath wegen seiner vergehen unendlich in der psychiatrie untergebracht werden konnte. aber nochmal: nicht jede person kann jetzt wegen der geschehnisse um den fall mollath herum einfach freigesetzt werden. meine persönliche, feste meinung - unabhängig davon, wie die juristen ihren job erledigen müssen.
  6. #6

    Zitat von ohne_benutzername Beitrag anzeigen
    Also gegenüber einem Aufenthalt in der Psychiatrie ist ein Aufenthalt im Gefängnis aber deutlich besser. Und wie der Fall Mollath zeigt, sind die Gutachter eh unfähig, hier geht es in erster Linie doch eh nur darum, den Mob zu besänftigen und nicht darum, einen Straftäter zu rehabilitieren und ihn / sie wieder einen Teil der Gesellschaft werden zu lassen.
    Da können wir ja gleich wieder die Todesstrafe einführen, weil das ist definitiv humaner, als das was da jetzt abgezogen wird!
    Aus welchem Geschichtsbuch von Anno dazumal haben Sie Ihre Vorstellungen von Psychiatrie entliehen? Sie können doch kaum meinen, dass die heutige forensische Psychiatrie in Deutschland schlimmer als die Todesstrafe ist!

    Ich hab ein wenig Einblick in die Materie. Was dort läuft, zielt tatsächlich auf Rehabilitation der Menschen ab. Neben der eigentlichen Therapie gibt es dort ein enormes Angebot und vielseitige Unterstützung um ein "Teil der Gesellschaft" zu werden - vom nachgeholten Schul- und Berufsabschluss bis hin zu ganz praktischen Anleitungen wie man einkauft, kocht, einen Haushalt organisiert, mit dem Geld zurecht kommt, sich eine Wohnung sucht und so weiter. Und ja, die allermeisten Menschen dort brauchen diese elementaren Anleitungen, denn der hochintelligente, Ärzte veralbernde Patient ist die absolut megaseltene Ausnahme. Reine Verwahrung zur Mob-Besänftigung ist der "Normalknast", nicht die forensische Psychiatrie!

    Und ich möchte weder Richter, noch Gutachter in diesen Fällen sein. Ist man zu vorsichtig, begeht man eventuell eine Freiheitsberaubung und somit einen massiven Verstoß gegen Grund- und Menschenrechte. Ist man zu großzügig, macht man sich an den potentiellen Opfern mitschuldig, zumindest moralisch. Und den exakten Mittelweg zu finden und wirklich richtig zu liegen, das stell ich mir extrem schwer vor...
  7. #7

    Öffentlichkeit hat Recht auf Schutz

    Der Schutz der Öffentlichkeit sollte immer vor Täterrecht stehen.
  8. #8

    Zitat von tomduhli Beitrag anzeigen
    ich weiß garnicht, wie ich richtig in worte fassen soll...
    ich habe kenntnis von taten, die jenseits jeder vorstellungskraft sind, bei denen die täter absolut jede form halbwegs normaler menschlicher regungen vermissen liessen. ohne abwerten zu wollen, dass das schlagen einer frau oder das zerstechen von autoreifen zu den dingen gehört, die man(n) nicht machen sollte ist es für mich doch immer......
    Ich sehe das genauso. Die Proteste wg. Mollath waren und sind gerechtfertigt. Jeder, der sich damit befasst hat konnte eindeutig erkennen, dass in dem Fall Mollath Recht gebrochen- und das von Beate Merk auch noch abgesegnet wurde. Hier sollte ein Kritiker für immer weggesperrt werden, der für die kriminellen Machenschaften hochrangige Politiker zur "Gefahr" wurde. Auch gibt es gweiss noch sehr viele "Mollaths" die keine Fürsprecher haben, doch ich würde nicht so weit gehen, die Gesetze zur Psychiatrie-Unterbringung von Staftätern zu lockern. Ich denke Mollath wird sich nach seinem Prozess noch zu Wort melden, denn keiner kann sich ein besseres Urteil bilden, als der, der schon einmal unschuldig in einer Anstalt eingesperrt wurde und kaum Gehör fand, oder dem Personal hoffnnungslos ausgeliefert war.
  9. #9

    Mollath war nie eine Gefahr...

    er war ein "angeblicher Reifenstecher" und hat seine Frau "angeblich geschlagen"
    Ich kenne genug Vorfälle wo eine Frau blau und grün geschlagen wurde, und der Ehemann nicht einmal eine Geldstrafe bekam.
    Was aber die Sicherheitsverwahrung anbelangt, muss!!!! aus meiner Sicht, klar überprüft werden, wie gefährlich Extrem-Gewaltverbrecher sind. Besonders Pädophile und Vergewaltiger. Wer hier nachweislich, eindeutig verurteilt wurde, darf nicht auf Grund eines oder zweier Gutachten einfach unkontrolliert frei gelassen werden. Denn er/sie stellt grundsätzlich eine Gefahr für Kinder und Frauen dar.
    Klar, dass auch solche Menschen eine 2. Chance verdient haben. Man darf sie nicht aus der Gesellschaft ausschließen. Auch wenn ihre Taten und Vergangenheit, Angst und Ablehnung verusachen.