Drahtesel-Boom in Großstädten: Hilfe, ich stehe im Fahrradstau!

Ursula BachMehr Fahrräder sollen Metropolen lebenswerter machen - in manchen Städten Hollands und Dänemarks sorgt die Drahtesel-Flut aber schon für Frust. Und für Staus und Parkprobleme genau wie bei Autos.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...-a-915370.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Fahrräder sollen Metropolen lebenswerter machen - in manchen Städten Hollands und Dänemarks sorgt die Drahtesel-Flut aber schon für Frust. Und für Staus und Parkprobleme genau wie bei Autos.

    Fahrradstädte in Dänemark und Holland - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe 8 Jahre in Münster, der Fahrradhauptstadt Deutschlands, gelebt. Mal abgesehen davon, dass sich dort Radfahrer Rechte herausnehmen, die sie im Straßenverkehr nicht haben, gibt es aber wenig Probleme. Vielleicht ist es einfach vorteilhaft, eine sechs Meter breite "Fahradautobahn" rund um die Innenstadt zu haben, die von Autos nicht befahren werden darf.
  2. #2

    Verschlafen

    In Berlin ist das Problem hausgemacht.

    Berlin hätte mit seinen breiten Straßen ausgezeichnete Voraussetzungen dem Radverkehr angemessenen Raum zu geben.

    Stattdessen wurde das Potenzial des Radverkehrs jahrelang ignoriert. Nun kommt man mit dem Mini-Budget für Radverkehr (1 Euro je Einwohner) nicht hinterher den Realitäten Rechnung zu tragen. Und dieses Mini-Budget von 3,5 Mio soll auch noch um ein Drittel gekürzt werden.

    Aber für einen 3,2km-Weiterbau einer Autobahn gibt man schnell mal 500 Mio Euro aus, davon knapp 100 Mio aus Landesmitteln.

    Dabei wächst der Radverkehr viel stärker als der Autoverkehr. Es gibt Ampeln an denen stehen 10 Radfahrer auf einer einzigen 1,5m breiten Spur, daneben sind 3 Autos die jeweils eine eigene Spur haben. Dass Radfahrer sich überholen ist in der Tat überhaupt nicht vorgesehen, obwohl die Geschwindigkeitsunterschiede hier deutlich größer sind als beim KFZ-Verkehr.

    Die Berliner Politik, allen voran die SPD die in dieser Stadt seit 15 Jahren die Stadtentwicklung leitet, hat ganz offensichtlich kein Interesse an einer guten Fahrradpolitik. Klar, die dicken Spendenschecks an die Partei gibt's ja auch von der Auto- und nicht von der Fahrradindustrie.
  3. #3

    Na, klasse...

    Das Ampelproblem wird von den Velozipedisten in Berlin ganz einfach gelöst - sie fahren bei Rot.
    Und Fußwege werden auch gerne angenommen, wenn die Strasse gerade mal gepflastert ist.
    Die im Artikel vorgeschlagene Lösung der Abtretung von Strassen an die Fahrräder trage ich mit - wenn die Strampler dafür von den anderen Flächen verschwinden und sie auch ihrem Nutzungsanteil entsprechend an den Strassenkosten beteiligt werden.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Fahrräder sollen Metropolen lebenswerter machen - in manchen Städten Hollands und Dänemarks sorgt die Drahtesel-Flut aber schon für Frust. Und für Staus und Parkprobleme genau wie bei Autos.

    Fahrradstädte in Dänemark und Holland - SPIEGEL ONLINE
    Wer hätte das gedacht? Wer konnte das ahnen?
    Solche Bilder hat man ja noch nie gesehen z.B. aus China oder Vietnam.
    Wann wird es wohl den ersten Bericht geben das Elektroautos massenhaft im Stau stehen.
    Ein Sack Reis ist umgefallen.
  5. #5

    Kern des Problems

    Kann es sein, dasz die ganzen heren Ziele bzgl berstärktem Fahrrad-Gebrauchs eigentlich nur eines sollen, nämlich die Ballungsgebiete noch dichter zu besiedeln und Arbeitsplätze noch mehr in die Stadtzentren zu pferchen. - Hier wäre die eigentlcihe Gegenbewegung notwendig: Entflechtung der Zentren. Wiedergeburt bewohnter Innenstädte.
  6. #6

    Das ist wirklich schwer einzusehen,

    wenn ich schon mit helfe, die Luft sauberzuhalten, Lärm zu reduzieren usw. dann will ich nicht in einen Auspuff schauen müssen.
    In Kopenhagen wurde errechnet, dass ein Fahrrad-Kilometer der Stadt rund einen Euro an Kosten einspart. Das sind eben diejenigen Kosten, mit denen die Politik den Autoverkehr sonst unterstützt.
    Letzten Endes heißt es für die Autofahrer aber auch: Je mehr Radler - um so mehr Platz für die (verbleibenden) Autos. Ein Rad braucht ca. ein Zehntel des Platzes.
  7. #7

    optional

    in dieser bornierten autokranken Republik wird es nie eine vernünftige Fahrradinfrastruktur geben! Die Verantwortlichen werden höchstens versuchen, weiter zu privatisieren - was auch immer.
  8. #8

    Interessant...

    ... ist, dass es in Groningen scheinbar fast doppelt so viele Fahrräder wie Menschen gibt. Der Trend geht wohl zum Zweitfahrrad. Aber da kaum jemand seine beiden Fahrräder gleichzeitig fahren kann, ist diese Information für den Artikel komplett überflüssig. Zum Thema Fahrradstau gibt es natürlich viele Lösungsansätze: Fahrt wieder Auto, da sitzt man im Stau wenigstens bequemer. Oder: Autofreie Stadt. Einfach alle vorhandenen Straßen zu Fahrradstraßen umdeklarieren und es ist wieder relativ viel Platz. Oder: Einfach zuhause bleiben. Wer nicht unterwegs ist, verursacht auch keinen Stau!
    Bei solchen journalistischen Highlights wundert sich noch jemand übers Zeitungssterben?
  9. #9

    Was für ein Hohn ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Fahrräder sollen Metropolen lebenswerter machen - in manchen Städten Hollands und Dänemarks sorgt die Drahtesel-Flut aber schon für Frust. Und für Staus und Parkprobleme genau wie bei Autos.

    Fahrradstädte in Dänemark und Holland - SPIEGEL ONLINE
    Es gibt genug Möglichkeiten, sich inner Orts zu Bewegen..Ohne das Auto.
    Heisser Tip für alle Leser hier:Das Finnische Soziale Gesetz. ..Berlin müßte sich in Grund und Boden Schämen ...Wo hier die Berliner Politiker
    so einen Riesen Aufriss von machen,ist in Finnland Überhaupt keine Frage,einer Diskussion.