Hirnforschung: Computer enträtselt Sehsinn von Mäusen und Fliegen

Helmstaedter, Isensee/ Max-Planck-InstitutEs ist der Traum von Neuroforschern: eine Landkarte des Gehirns, die alle Funktionen des Denkorgans nachstellt. Ein kleiner Schritt in diese Richtung ist jetzt geglückt: Wissenschaftler haben per Computer simuliert, wie Mäuse und Fruchtfliegen sehen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...-a-915396.html
  1. #1

    Eine Landkarte mit allen

    Funktionen des Gehirns erstellen? Das schaffen die Wissenschaftler nie.
  2. #2

    Neuromythologie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es ist der Traum von Neuroforschern: eine Landkarte des Gehirns, die alle Funktionen des Denkorgans nachstellt. Ein kleiner Schritt in diese Richtung ist jetzt geglückt: Wissenschaftler haben per Computer simuliert, wie Mäuse und Fruchtfliegen sehen.

    Hirnforschung: Computer enträtselt Sehsinn von Mäusen und Fliegen - SPIEGEL ONLINE
    Ein sehr interessantes Interview zu diesem Thema:

    https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/...b20c64fad6fb0d

    https://www.taz.de/!113458/

    Habe das Buch leider noch nicht gelesen, werde es mir aber besorgen.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Doch dafür müssten alle Prozesse automatisch von einem Computer übernommen werden, denn die vielen menschlichen Arbeitsstunden sind praktisch unbezahlbar. Auch schätzen Experten, dass ein solcher Hirnatlas mehrere Millionen Terabyte Speicherplatz bräuchte.
    Hierzu sei angemerkt, dass das nur deshalb soviel Speicher braucht, weil es eben sehr sehr viele hochauflösende Bilder sind, die von den Studenten dort durchforstet wurden. Die fertige "Karte" lässt sich erheblich platzsparender darstellen.
  4. #4

    Zitat von Pfaffenwinkel Beitrag anzeigen
    Funktionen des Gehirns erstellen? Das schaffen die Wissenschaftler nie.
    Ich möchte gerne wissen woher sie ihren Pessimismus nehmen, wenn ja schon jetzt Kleinteile hinreichend beschrieben werden können.
    Haben sie prophetische Eigenschaften, dass sie wissen was man in 10-20, 100-200 und 1000-2000 oder gar 10000 Jahren erreichen und nachbauen kann?
    Das menschliche Gehirn hat eine endliche Größe und auch nur eine endliche Komplexität. Das mag tausende Petabyte an Daten verbrauchen in einem Rechner, dies ist auch nicht verwunderlich, denn im Gehirn muss ja neben dem Sehen auch noch Wissen, Kreativität etc. nachvollziehbar gespeichert und abgerufen werden können. D.h. wenn sie ein Buch zur Hand nehmen das sie schon einmal gelesen haben werden bestimmte Erinnerungen abgerufen etc. Das sind aber alles auch nur endliche Größen.
  5. #5

    Zitat von doppelpost123 Beitrag anzeigen
    Ein sehr interessantes Interview zu diesem Thema:

    https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/...b20c64fad6fb0d

    https://www.taz.de/!113458/

    Habe das Buch leider noch nicht gelesen, werde es mir aber besorgen.
    Felix Hasler fürchtet die Zerstörung seiner Arbeitsgrundlage durch die Neurowissenschaft.
    In dem Interview gibt er nicht einen brauchbaren Absatz seinerseits, dazu bemüht er das tote Pferd Dualismus in seinem Buch das nach dem Motto geschrieben: "Die böse Pharmaindustrie raubt mir meine Kunden" zumindest wenn es ums Geld geht wird knallhart der Feind beim Namen genannt. Man kann nur hoffen dass nicht zu viele den Bauernfängern auf den Leim gehen.
  6. #6

    Gibt es einen menschlichen Geist ohne Seele?

    Für eine technische Lösung sind die begrenzenden Faktoren nur Zeit, Geld und die Physik. Da es ja schon unsere Gehirne physikalisch gibt, bleiben nur die beiden lösbaren anderen Faktoren. Die große Frage ist, ob der menschliche Geist eine Seele braucht oder eben nur eine sehr, sehr komplexe Maschinerie ist. Was würde Letzteres für uns bedeuten? Gibt es keinen Gott? Gibt es keine Sünde, keine Sünne, keine Reue und keinen Glauben mehr? Nur kausale Zusammenhänge, Naturgesetze und das Recht des Stärkeren? Wollen wir das eigentlich mit letzter Bestimmtheit wissen?
  7. #7

    Ich denke das die Sache nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nehmen wird wie vermutet. Wenn die entsprechende Kartographie durchgeführt wurde, kann ein Quantencomputer die Arbeit machen, welche die Menschen in den letzten 4 Jahren in mühevoller Kleinarbeit erledigten. Die Quantencomputer erledigen das mit links, denn diese Aufgabe ist wie für sie gemacht.
  8. #8

    Naja

    Zitat von turm1970 Beitrag anzeigen
    Für eine technische Lösung sind die begrenzenden Faktoren nur Zeit, Geld und die Physik. Da es ja schon unsere Gehirne physikalisch gibt, bleiben nur die beiden lösbaren anderen Faktoren. Die große Frage ist, ob der menschliche Geist eine Seele braucht oder eben nur eine sehr, sehr komplexe Maschinerie ist. Was würde Letzteres für uns bedeuten? Gibt es keinen Gott? Gibt es keine Sünde, keine Sünne, keine Reue und keinen Glauben mehr? Nur kausale Zusammenhänge, Naturgesetze und das Recht des Stärkeren? Wollen wir das eigentlich mit letzter Bestimmtheit wissen?
    Machen wir es kurz:

    1. Nein, nur eine komplexe und bis zu einem gewissen Grad "individuelle" Maschine. Und es gibt immer neue Indizien, die darauf hindeuten.

    2. Gott? Sicher nicht, zumindest nicht in der Form, wie wir uns das vorstellen. Gott war/ist nicht zuletzt auch ein permanenter Platzhalter für Dinge, die wir nicht verstehen können/wollen.

    3. Ja, das MUSS der Mensch wissen. Weil wir nur so langsam aber sicher aus dem Zeitalter des Aberglaubens rauskommen. Das wird natürlich einige soziale Folgen haben, vor allem für die, die lieber glauben wollen. Jedoch kann eine gesellschaftliche Ethik, die auf einer Lüge (der Religion) basiert, auf Dauer auch nicht funktionieren.
  9. #9

    Zu hohe Komplexität... in der Tat

    Natürlich kann man Strukturen aus MR- und CT-Bildern heraussegmentieren und z.B. ein 3D-Modell von großen Nervenbahnen erstellen. Bei so was kommen auch interessante Sachen raus. Eine Simulation eines ganzen Gehirns scheitert an folgenden Problemen:

    1. Begrenzte Auflösung bildgebender Verfahren (d.h. zu wenig Eingangsdaten was Aufbau und Funktion angeht).

    2. Die extrem hohe Komplexität führt zu Tausenden von Simulationsparametern, die jeweils (wie immer in der Biologie) eine Unsicherheit von mindestens 25% haben. Das heißt, biologische Simulationsergebnisse haben schon bei deutlich weniger komplexen Modellen keine Aussagekraft mehr.

    Das soll nicht heißen, dass bei dem Projekt (das ich im Detail nicht kenne) nicht was interessantes rauskommt, und dass biologische Simulationen im Hirnbereich nicht Sinn machen. Aber das ganze als "Simulation des gesamten Gehirns" zu verkaufen ist absolut aberwitzig.

    Das ist jetzt die Einzelmeinung eines Physikers, der z.Zt an einer biologischen Simulation arbeitet.