H7N9: Forscher wollen Virus für Tests aggressiver machen

CorbisUm das gefährliche Vogelgrippevirus besser erforschen zu können, wollen Wissenschaftler dessen Aktivität künstlich erhöhen. So ließen sich bessere Impfstoffe entwickeln. Kritiker warnen vor künstlich gezüchteten Biowaffen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-915359.html
  1. #1

    Natur regelt das

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Chef-Epidemiologe von Chinas Zentrum für Seuchenbekämpfung, Zeng Guang, findet derartige Forschungen fahrlässig: "Künstliche Veränderungen des Virus sind sehr gefährlich." In der Natur könne die Veränderung eines Erregers viele Jahre dauern. [/url]
    Mit letzterem hat er Recht, aber in der Natur leben die Tiere nicht zu abertausenden in Hallen zusammengedrängt, sondern weit verteilt im Wind und unter zahlreichen anderen Lebensformen.

    Die Mutationen im Zeitraffer entstehen in erster Linie in den Massentierhaltungsanlagen und ich bin mir ganz sicher dass da schon mehr bekannt ist als veröffentlicht wird. Das ist eigentliche Ursache für das was bald kommen wird, nicht die Forschungen. Die Massentierhaltung ist wie eine Vollgasfahrt in eine Sackgasse, die Natur schaltet das aus.
  2. #2

    Könnte ...!

    Zitat: "In der Natur könne die Veränderung eines Erregers viele Jahre dauern." Das ist genau der Punkt "könnte"! Die schlimmste aller möglichen Mutationen könnte aber genau so gut schon entstanden und auf dem Weg in dicht besiedelte Gebiete sein. Ausserdem möcht ich Herrn Zeng Guang noch in einem anderen Punkt widersprechen: Aus meiner Sicht besteht die größte Gefahr beim Influenza Virus nicht darin, dass es zu Mutationen kommt, sondern im so genannten "Reassortment" d.h. darin, das zwei verschiedene Stämme den selben Organismus infizieren und es dabei zum Austauch ganzer Genomabschnitte zwischen den Stämmen kommt. Dieses Risiko besteht bei kontrollierten Versuchen mit einzelnen Stämmen unter Laborbedingungen nicht, es sei denn man legt es gezielt darauf an.
  3. #3

    Jetzt wird ja wieder nur bestätigt das die ganzn Viren aus dem Laboren stammen !!! Wenn die das so kontrolliert aggressiver machen können dann können sie es auch in die Gegenrichtung steuern ... Ey die Medien zeigen die Dinge offentsichtlich und die Leser checken es immer noch net -.-
  4. #4

    Zitat von mesopotamien00 Beitrag anzeigen
    Jetzt wird ja wieder nur bestätigt das die ganzn Viren aus dem Laboren stammen !!! Wenn die das so kontrolliert aggressiver machen können dann können sie es auch in die Gegenrichtung steuern ... Ey die Medien zeigen die Dinge offentsichtlich und die Leser checken es immer noch net -.-
    Natürlich können die Forscher das auch in die Gegenrichtung machen. Sie können sogar noch viel mehr machen: Sie können die Viren im Labor lahmlegen oder abtöten.

    Damit haben sie aber noch kein einziges Virus gekillt, was da draußen rumfliegt. Denken Sie nochmal über den Beitrag nach, den Sie geschrieben haben, dann fällt Ihnen vielleicht auch der Denkfehler auf.
  5. #5

    Play with Fire and you´ll get burned

    Ich erinnere mich noch gut an die Meldung vor nicht allzu langer Zeit, dass ein Schädling, der für das Massensterben von Bienen in den USA verantwortlich gemacht wird, in Europa aus einem Hochsicherheitslabor entkommen konnte und sich seitdem auch bei uns verbreitet. Da können wir uns schon auf die Meldung freuen, dass Gleiches bald auch mit einem überzüchteten H7N9-Virus passiert. Aber ehrlich gesagt geschieht das den Tierquälern in ihren Labors ganz recht, wenn das passiert. Die Menschheit braucht eben immer erst den Super-GAU um aufzuwachen. Leider trifft es dann aber nur selten die eigentlichen Schuldigen.
  6. #6

    ...

    Zitat von mesopotamien00 Beitrag anzeigen
    Jetzt wird ja wieder nur bestätigt das die ganzn Viren aus dem Laboren stammen !!! Wenn die das so kontrolliert aggressiver machen können dann können sie es auch in die Gegenrichtung steuern ... Ey die Medien zeigen die Dinge offentsichtlich und die Leser checken es immer noch net -.-
    Um sich ein Bild von der Wirklichkeit zu machen, hilft es manchmal, sich zu informieren.
    Wenn Sie mal ein Semester Biochemie studieren würden, würden Sie erkennen, daß es eine Sache ist, wenn Forscher etwas behaupten tun zu wollen, und eine ganz andere Sache, wenn sie etwas tun. Die Hälfte aller Heilsversprechen und die Hälfte aller Horrormeldungen ist völlig unrealistisch.

    Was dabei gerne übersehen wird, die Russen haben, zumeist ganz ohne ausgefeilte Gentechnik, im Tonnenmaßstab Biowaffen produziert, deren Verbleib nicht mal geklärt ist. Es waren zeitweise mehrere Zehntausend (!) Wissenschaftler in dem Programm beschäftigt. DAS interessiert aber niemanden. Irgendein hypothetisches Virus ist viel interessanter.

    Was auch gerne übersehen wird, die Natur bringt die schlimmsten Viren immer noch selbst hervor. Zum Teil ist das unserer Arroganz geschuldet (man könnte z.B. in Asien einfach mal das Konzept überdenken, mit seinen Tieren unter einem Dach wohnen zu wollen), zum anderen Teil unserer grenzenlosen Ignoranz. Die ganze Welt ist voller Viren, von denen wir faktisch NICHTS wissen! Wir haben bisher vielleicht 1% untersucht. 99% sind vermutlich aus medizinischer Sicht aktuell auch uninteressant, aber nicht, wenn es um die Evolution neuer Stämme in der Zukunft geht.

    Schließlich ein dritter Punkt, der gerne übersehen wird. Nicht irgendwelche obskuren Biowaffenerreger in virologischen Forschungseinrichtungen sind unser Problem, sondern Tuberkulose und Malaria und nicht zuletzt Masern, weil es immer noch genug Dumme gibt, die sich Impfgegner nennen. Diese Menschen richten bedeutend mehr Schaden durch ihre Dummheit an, als irgendein Forscher, der im Labor einen Virus zu Forschungszwecken aggressiver machen will.
  7. #7

    Forscher, die Viren aggressiver machen,..

    ... sind potentielle Massenmörder. Ich glaube eher, dass sie im Auftrag von Pharmakonzernen Viren erschaffen, damit Impfstoffe und andere Mittel einen höheren Absatz finden. Die Menschheit hat bislang auch ohne derlei Pfuscherei gut überlebt - da braucht es nicht aggressive Superviren und möchtegern-Arzneien, um dem Menschen zu "helfen".
  8. #8

    Verantwortungsvolle Wissenschaft muss vom worst case ausgehen und so lange der in einer annähernd sicheren Umgebung simuliert werden kann, muss das stattfinden, um bei einem Fall in der Natur einen Notfallplan bereits in der Schublade zu haben, als erst beim Ausbruch mit der grundlegenden Erforschung des Problems zu beginnen.
    Punktmutationen geschehen bei der Replikation +/- alle 10.000 Basen. Meist ist das ohne Effekt, aber bei hunderten Viren pro Zelle, Millionen von Zellen und hunderter befallener Tiere liegt die Warscheinlichkeit eines unglücklichen Zufalls im Bereich des Möglichen. Treffen mehrere solche Ereignisse über Virengenerationen ein, kann es auch auf natürlichem Weg zu dieser Gain-of-Function-Mutation kommen und wer dann nicht vorgesorgt hat, der hat ein Problem.
  9. #9

    Edit an MEsopotamien.
    Bei dem Beitrag springt einen die Ahnungslosigkeit nur so an.
    Was bringt es, ein Virus im Labor harmloser zu machen gegen die Dinger in der großen weiten Welt da draussen?

    Ihrer Logik folgend: würde ich einen Mörder im Labor erschießen, dann wären alle anderen Mörder auf der Welt tot?
    So, wo ist der Denkfehler?