Firmengründer als Kind: Schummeln, Schwänzen, Karriere machen

CorbisRegeln und Gesetze gelten für Normalbürger, Firmenchefs zimmern sich ihre eigenen. Stimmt's? Eine neue Studie zeigt: Unternehmer sind nicht krimineller oder unsozialer als andere Menschen - außer in ihrer Jugend. Aber gerade in rebellischen Kindern könnte Unternehmergeist wohnen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-915178.html
  1. #1

    Ausnahme

    Ein Verkehrsregelverstoß eines Bill Gates kann sicher nicht verallgemeinert werden. Einem Kind gutsituierter Eltern passiert dies eher als einem Habenichts ohne Auto.
  2. #2

    optional

    Och nö. Gebt doch den ganzen Krawallbrüdern nicht noch eine Rechtfertigung für ihr Verhalten. Es geht mir sowieso schon auf den Zeiger, dass große Fresse und übertriebene Selbstsicherheit zu oft mit Kompetenz verwechselt werden und deswegen die absoluten Dampfplauderer in der Karriereleiter nach oben purzeln, weil irgendein Stoffel sich denkt: "Mensch, wenn der so von sich überzeugt ist, muss er ja wissen, was er tut."
  3. #3

    Im Grunde genommen überraschen diese Erkenntnisse nicht.
    Abgesehen davon, daß ein kindlicher/jugendlicher Nonkonformismus später immer dazu führen wird, einen status quo wo auch immer neu zu überdenken und ggf. zu verbessern, führt eine "harte" Jugend auch eventuell dazu, das Funktionieren der Regeln von Recht und Ordnung schon früher als normal tiefer zu begreifen. Bei der diesbezüglichen Konfrontation mit Autoritätskräften (Eltern/Schule/Polizei/ etc.) bleiben als Kind tiefere Erinnerungen, vor allem, wenn man im Unrecht war, und dies als Kind vielleicht besonders peinlich ist. Das weist dann viel früher Grenzen dem eigenen Verhalten auf als in einem späteren Lebensabschnitt, wo ein vermeintlich geringes Unrechtsverhalten gleich automatisch einen größeren Bereich der Gesetzesübertretung darstellt.

    Eine andere Sache ist die, wer in seiner Kindheit immer alles bekommt, braucht da natürlich nicht aufzumucken bzw. durch auffälliges Verhalten im Wettbewerb mit Anderen aufzufallen, und verspürt eben diese gute "weiche" und selige Kindheit.
    Man lernt dann aber auch nicht, daß man im wahren Leben eventuell auch mal nicht oder nie alles bekommt, was man will. Ein "Nein" wird dann schon mal als feindselige Handlung aufgefaßt, und führt dann früher oder später zu Unverständnis gegenüber sozialen und gesellschaftlichen, und eben auch gesetzlichen Regeln.
  4. #4

    na dann

    Gerade Microsoft fällt nicht wegen Wettbewerbsverstößen, Ideenklau, Überwachung des Wohnzimmers usw. auf. Ein glänzendes Beispiel.
  5. #5

    Verwechslung

    Man hat mit der Untersuchung doch wohl vielmehr heraus gefunden, dass intelligente und kreative Persönlichkeiten eher zum Unternehmensgründer werden. Das geht zusammen mit deren weniger angepasstem und eigenverantwortlichem Lebensstil in der Jugend.

    Dem Narzist und dem Psychopath ist das zu anstrengend. Da gilt die Haltung: "Wozu ein Unternehmen gründen, ich kann doch einfach eins übernehmen." Um die Sache selbst und um das Produkt gehts ihm doch nie. Da fehlt ihm die notwendige Begeisterung, die kann er nur vorspielen.
  6. #6

    Studien-Fetischismus

    Man braucht heute für jeden kleinen Pups eine Studie wie ein Junkie seinen Stoff. Dieser fanatische Glaube an die Studien ist ein dünnes Eis: oft versteckt sich ein gewisser Investor hinter den Studien, und siehe da, ein Wunder! Die Ergebnisse sind günstig für den Investor ausgefallen, so frei nach dem Prinzip der Bananenrepublik.
  7. #7

    Unternehmensgründer sind der Motor ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Regeln und Gesetze gelten für Normalbürger, Firmenchefs zimmern sich ihre eigenen. Stimmt's? Eine neue Studie zeigt: Unternehmer sind nicht krimineller oder unsozialer als andere Menschen - außer in ihrer Jugend. Aber gerade in rebellischen Kindern könnte Unternehmergeist wohnen.

    Firmengründer: Die dunklen Seiten des Unternehmergeists - SPIEGEL ONLINE
    ... für unsere Wirtschaft. Hart und fair ist voll in Ordnung. Allerdings nur dann, wenn sie soziale Kompetenz mitbringen. Im Laufe von mehr als zwei Jahrzehnten musste ich des öfteren feststellen, dass die Zahl der schwarzen Schafe nicht gerade klein ist: Da werden Mitarbeiter gemobbt (vom Boss himself)! Da bleiben Lieferanten auf ihren Rechnungen sitzen, während der Kunde Insolvenz anmeldet und, by the way, derselbe Kunde nach einem halben Jahr mit Hilfe von Frau oder Verwandschaft einen neuen Laden aufmacht und den großen Macker gibt. Ein Beispiel gefällig: Gab es da nicht mal so "Windhund", der mit dem früheren Bundeskanzler "sehr dicke" war? Ein gewissen Maß an Selbstbewusstsein ist unumgänglich, aber, wie gesagt: Anstand gehört dazu. Zwingend.
  8. #8

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Regeln und Gesetze gelten für Normalbürger, Firmenchefs zimmern sich ihre eigenen. Stimmt's? Eine neue Studie zeigt: Unternehmer sind nicht krimineller oder unsozialer als andere Menschen - außer in ihrer Jugend. Aber gerade in rebellischen Kindern könnte Unternehmergeist wohnen.
    Wieso sollten sich Persönlichkeitsmerkmale, die schon in der Jugend (d.h. nach der Pubertät) auftreten, im Erwachsenenalter noch extrem verändern? Das widerspricht eigentlich jeder praktischen Erfahrung.

    Außerdem wäre es wichtig, asoziales und kriminelles Verhalten nicht mit rebellischem Verhalten zu verwechseln. Rebellisches Verhalten mag unbequem sein, ist aber normalerweise weder objektives Unrecht noch gesellschaftlich problematisch (man tut so, als ob es das wäre, faktisch ist es das aber nur in Ausnahmefällen).

    Daß Unternehmer krimineller und asozialer als der Durchschnitt sind, kann man außerdem ganz ohne Studien beobachten. Man muß sich nur den Kapitalismus in seiner vollen Blüte und Entfaltung anschauen. Da existiert wenig Raum für Zweifel.
  9. #9

    Stuss

    Erfolgreich Unternehmer, eben.. nach dem man Milliarden angehäuft hat sich als Wohltäter zu präsentieren ist nicht sonderlich ungewöhnlich. Da spricht für mich auch das schlechte Gewissen:-) Sie sollten die Studie noch um erfolglose Unternehmer ergänzen und schon würde die antisoziale Ader schon etwas mehr zur Geltung kommen. Erfolgreich = Ich muss niemanden mehr besch... das habe ich schon erledigt. Diese Studie hat in etwa den Wert von Hygieneartikel auf Rollen.