Lehrerausbildung: Wenn Kevin nervt

CorbisPlötzlich kommt der Praxisschock: Lehrer lernen nach dem Studium den harten Unterrichtsalltag kennen. An der Uni Mainz trainieren künftige Pädagogen jetzt schon vorher im Rollenspiel, nervige Schüler zu bändigen.

Rollenspiele sollen im Lehramtsstudium helfen - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    eine Bekannte von mir hat Lehramt studiert. Die Studiumsinhalte gehen zum Teil völlig an der Realität vorbei. Da werden 10 Definitionen gelehrt, was lernen ist, aber wirklich praxisrelevantes Handwerkszeug kommt oft zu kurz!
  2. #2

    .

    Dass die Rolle des Lehrers mitsamt der entsprechenden Konfliktbewältigung erst im Unterricht richtig eingeübt werden kann, leuchtet ein. Was ich allerdings nicht ganz verstehe, ist, dass so viele Lehramts-Studenten von einem Praxis-Schock berichten. Man sollte doch meinen, dass die eigene, 13 Jahre währende Schulzeit noch nicht so weit zurückliegt (in der Regel vier oder fünf Jahre), dass man vergessen hat, welche Konflikte sich im Klassenzimmer abspielen können.
    Im Grunde ist dies doch der einzige Studiengang, bei dem man bereits ziemlich genau die Abläufe kennt, die einen im Berufsleben erwarten.
  3. #3

    Das der Störenfried immer Kevin heißt...

    zeigt mal wieder das hier massiv Vorurteile am Werk sind - siehe die ganzen Berichte über Benachteiligung von Kevins durch die Lehrer nur aufgrund des Namens. Das Wichtigste kann kein Lehrer durch Rollenspiele lernen, sondern maximal verfeinern: eine gestandene, in sich selbst ruhende, souveräne Person zu sein. Denn Kinder lassen sich Grenzen nur von Menschen setzen, die sie auch respektieren - und Respekt kann man nicht erzwingen.
  4. #4

    Ich studiere Lehramt und kann deinen Kommentar voll und ganz bestätigen. Studium und Schule sind sehr weit auseinander!
  5. #5

    optional

    Die Unterrichtsstunden die ich während meinem Studium gehalten habe kann ich beinahe an einer Hand abzählen.
    Hat sich bisher im Referendariat nicht unbedingt ausbezahlt.....
  6. #6

    Warum immer Kevin

    Die armen Kevins. Immer wird auf ihnen rumgehackt. Wurde dieser Name doch in einer Studie von 2009 als typisches Beispiel der angeblichen Namensgebung in bildungsfernen Schichten angeführt, weitere Beispiele in der Studie waren Justin, Marvin oder Cedric und bei Mädchen Vanessa, Angelina, Chantal oder Mandy. Schülern mit entsprechenden Namen begegnen viele Lehrer mit Vorurteilen, die klassischen Problemkinder eben. Obwohl das nicht zweifelsfrei belegt ist und in vielen Fällen gar nicht stimmen wird. Entsprechende Kinder könnten im Leben sogar Nachteile haben, weil entsprechende negative Assoziationen in der Bevölkerung weit verbreitet sind.

    Studie an Schulen: "Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose" | ZEIT ONLINE

    Der Autor des SPON-Artikels folgt damit genau diesem Vorurteil. Es wäre mal zu überdenken, ob das fair ist.
  7. #7

    Als Elternvertreter...

    ... habe ich jahrelang die teilweise abstrusen Vorstellungen anderer Eltern und die Auswüchse deren Sprößlinge im Unterricht mitbekommen und konnte nur den Kopf schütteln. Solange die Lehrer nicht von den vorgesetzten Dienststellen und letztlich der Politik den Rücken gestärkt bekommen, durchzugreifen und solche Elemete wie Kevin wirkam zu sanktionieren, fühlen sich die Kevins nur bestärkt und stören einfach weiter. Die linkslastige Bildungssociety muß endlich erkennen, daß eiabeia Pädagogik nicht dazu führen wird, daß der Lernstoff bewältig werden kann.
  8. #8

    Das ist zu peinlich, um wahr zu sein

    Es ist bezeichnend für die Lehrerausbildung in Deutschland, dass man glaubt, etwas mit Rollenspielen lösen zu können. Noch mehr Spiel und Spaß ist ganz sicher nicht die Lösung.

    Wer sich die Lehrämtler der Unis anschaut, der weiß, wo das Problem liegt. 80% der Studenten sind absolut ungeeignet. Bei den meisten sieht man es schon am unsicheren, schüchternen auftreten, bei anderen offenbart sich eine zum Himmel schreiende Dämlichkeit nach fünf Minuten im Gespräch. Die Falschen Leute wollen Lehrer werden, Leute, die nicht wissen, was sie machen wollen, Leute, die spießig, risikolos und einen zu starken Hang nach Sicherheit haben. Leute, die ihre Studienfächer wählen, "weil wegen Leistungskurs eine 2".

    Und dennoch: Diese Leute können sich immatrikulieren und in der Regel absolut problemlos ihren Master bekommen. Kein Wunder, dass Schüler sie nicht ernst nehmen. Das gilt wohl auch für die Menschen im Beitrag: Wer sich als erwachsener Mensch schamlos an solchen Rollenspielen beteiligt, dem ist nicht mehr zu helfen. Hoffentlich werden sie nicht die Lehrer meiner Kinder.
  9. #9

    Zitat von somasemapsyches Beitrag anzeigen
    Als ehemaliger Lehrer kann ich nur sagen:
    Kevin nervt nicht, aber Ali, Mohamed, Laila und Ovambo nerven. Dazu grüne Poltiker und islamistische Eltern, die uns mit ihrer aufgeblasenen "Frömmigkeit" auf die Nerven gehen.
    Aber das darf man ja alles nicht sagen. Deswegen geht ja auch so Vieles schief.
    Sie dürfen noch viel zu viel sagen. Deswegen geht ja auch so Vieles schief.