Zum Tode von Berthold Beitz: Der Getreue des letzten Stahlbarons

Während der Nazi-Zeit rettete Berthold Beitz Hunderten Juden das Leben, nach dem Krieg heuerte er ausgerechnet bei der einstigen Waffenschmiede Krupp an. Er wurde zum engsten Vertrauten des Konzernchefs und gestaltete den Wiederaufstieg der deutschen Industrie als Vorzeigemanager entscheidend mit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-914148.html
  1. #1

    Da geht er nun.

    Einer der letzten Industrietycoons und Manager, die in ihren Mitarbeitern nicht nur auszubeutende Humanresourcen sah, die man zu entsorgen hatte, sobald sie Kosten verursachen. Sondern einer, der noch Menschlichkeit und soziale Verantwortung zeigte. Möge so einer nach buddhistischer Ideologie wiedergeboren werden. Dann was jetzt in den Aufsichtsräten als Manager von Multikonzernen und Banken rumläuft, wird ganz bestimmt keine Menschen mehr aus den Eisenbahnwaggons vor der Deportation retten, egal welcher Religion oder Ethnie diese sind.
  2. #2

    Sklavenarbeitern 1990 Lohnnachzahlungen verweigern

    Herr Beitz hat sicherlich viel unternommen. Die Firma die er so lange leitete auch, aber auch sehr viel Negatives. So z.B. die Ausbeutung von jüdischen Zwangsarbeitern und Kínder-Sklavenarbeit während der 1940s. Krupp war sehr stark mit dem damaligen deutschen Regime verbunden. Hitler sagte einmal „... der deutsche Junge der Zukunft muß schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl." Leider hat Krupp (und damit Herr Beitz)1990 sich noch geweigert irgendwelche Lohnnachzahlungen an überlebende Sklavenarbeiter zu zahlen. Da sind die anderen Schenkungen an Juden wirklich nur PR-Show gewesen.
  3. #3

    optional

    Graue Eminenz, Vorzeigemanager, ... . Was kann man darunter verstehen? War es nicht einfach so, dass die Amerikaner in der jungen BR Deutschland (man beachte die Schreibweise) ein System installierten, welches den Fortschritt und Aufbau zum Ziel hatte. Selbst Ludwig Erhard war nicht das, was ihm immer zugeschrieben wurde und wird. Es waren Leute, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren. Nicht mehr und nicht weniger.
  4. #4

    Er hat meines Wissens E-RZ 1 niemals selber benutzt. Dieses Autokennzeichen stehe nur dem persönlichen Inhaber der Fa. Krupp zu. Sein 600er Benz hat E-RZ 2.
  5. #5

    Na..

    Zitat von datsenfdöppche Beitrag anzeigen
    Einer der letzten Industrietycoons und Manager, die in ihren Mitarbeitern nicht nur auszubeutende Humanresourcen sah, die man zu entsorgen hatte, sobald sie Kosten verursachen. Sondern einer, der noch Menschlichkeit und soziale Verantwortung zeigte. Möge so einer nach buddhistischer Ideologie wiedergeboren werden. Dann was jetzt in den Aufsichtsräten als Manager von Multikonzernen und Banken rumläuft, wird ganz bestimmt keine Menschen mehr aus den Eisenbahnwaggons vor der Deportation retten, egal welcher Religion oder Ethnie diese sind.
    ..das werden die ehemaligen Kruppianer in Duisburg Rheinhausen ganz anders sehen....:-(
  6. #6

    Charakter und Leistung

    Habe vor einiger Zeit seine Biographie gelesen und war beeindruckt vom Charakter dieses Menschen. Mich verblüfft immer wieder, wie viele Deutsche noch nie von ihm gehört haben - auch in Managerkreisen. War eben eher ein "linksliberaler" Manager.
  7. #7

    Ein anständiger Kerl

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Während der Nazi-Zeit rettete Berthold Beitz Hunderten Juden das Leben, nach dem Krieg heuerte er ausgerechnet bei der einstigen Waffenschmiede Krupp an.(...)

    ThyssenKrupp: Berthold Beitz ist tot - SPIEGEL ONLINE
    Das eine gehört zum anderen. In der Nachkriegszeit gab es keine Juden mehr zu retten, sondern nur ein heruntergekommenes, zerstörtes und ausgeplündertes Stahlwerk mit Tausenden von Arbeitern, die entscheidend waren für den Wiederaufbau des Landes.

    Deutschland sollte aufgebaut werden, weil die neue Grossmacht USA von Deutschland die Kanonen und das Kanonenfutter im Kalten Kriege brauchte. Deshalb wurde der Morgenthau-Plan doch nicht durchgeführt.
  8. #8

    Pr?

    Zitat von raber Beitrag anzeigen
    Herr Beitz hat sicherlich viel unternommen. Die Firma die er so lange leitete auch, aber auch sehr viel Negatives. So z.B. die Ausbeutung von jüdischen Zwangsarbeitern und Kínder-Sklavenarbeit während der 1940s...... Lieder hat Krupp (und damit Herr Beitz)1990 sich noch geweigert irgendwelche Lohnnachzahlungen an überlebende Sklavenarbeiter zu zahlen. Da sind die anderen Schenkungen an Juden wirklich nur PR-Show gewesen.
    Ein Mann der hunderten Menschen das Leben gerettet hat und nicht damit hausieren ging, braucht sich nichts vorwerfen zu lassen.

    99% der Bürger haben und würden auch heute nicht nicht mal ansatzweise den Versuch wagen ähnliches zu leisten. Und wie stets mit Ihnen? Heute schon eine gute Tat vollbracht?
  9. #9

    Welch ein Kontrast zu heutigen Managern...

    wie Nonnenmacher, Middelhoff, Schrempp..... Während Beitz als Generalbevollmächtigter beinahe unbeschränkt über Macht und Geld gebieten konnte und doch Werte als Leitbild wählte, hauen sich die Söldner des Kapitals zuerst selbst die Taschen voll lassen sich von schleimigen Aufsichtsräten einen goldenen Fallschirm packen.