Krawalle in Brasilien: Polizei nimmt Demonstranten in São Paulo fest

APIn São Paulo ist es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Randalierer demolierten eine Bankfiliale und ein Autohaus, plünderten Geschäfte. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Pfefferspray ein - zwei Menschen wurden verletzt, mindestens 20 festgenommen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-914036.html
  1. #1

    optional

    Das einzige was uns von Brasilien, der Türkei etc. unterscheidet, ist die Tatsache dass diese schon ein Schritt weiter ist. Der Normalbürger spürt es bereits beim Einkaufen, dass er nicht mehr lange durchhält. Wir werden systematisch verarmen.

    Wir haben schon längst den 3. Weltkrieg, nur geht es dieses Mal Reich gegen Arm. Die Reichen sind zwar nur wenige, sie werden jedoch von Polizei und Armee geschützt. Das ganze System wird nur noch durch Gewalt erhalten. Deshalb ist Spionage wichtig, doch nicht wegen der wenigen Terroristen. Diese Bedrohung ist vergleichsweise lächerlich, gegen das Gewitter das so langsam aufzieht.
  2. #2

    Grundsätzlich richtig

    Zitat von privat78 Beitrag anzeigen
    Das einzige was uns von Brasilien, der Türkei etc. unterscheidet, ist die Tatsache dass diese schon ein Schritt weiter ist. Der Normalbürger spürt es bereits beim Einkaufen, dass er nicht mehr lange durchhält. Wir werden systematisch verarmen.

    Wir haben schon längst den 3. Weltkrieg, nur geht es dieses Mal Reich gegen Arm. Die Reichen sind zwar nur wenige, sie werden jedoch von Polizei und Armee geschützt. Das ganze System wird nur noch durch Gewalt erhalten. Deshalb ist Spionage wichtig, doch nicht wegen der wenigen Terroristen. Diese Bedrohung ist vergleichsweise lächerlich, gegen das Gewitter das so langsam aufzieht.
    Ihre Position ist grundsätzlich richtig, doch eines unterscheidet Deutschland noch von den anderen Nationen. Während es überall Widerstand gibt, wird bei uns noch sehr lange darüber diskutiert, ob man nicht vielleicht doch besser fährt, wenn man auf die Schwächeren eindrischt, statt sich gegen die Stärkeren zu wehren. Das in Kombination mit einem nahezu irrationalen Legalismus (bemerkbar daran, dass man z.B. bei Manning oder Snowden diskutiert, ob diese evtl. doch etwas gegen Gesetze verstoßen haben könnten), ist ein Ausdruck höchsten Phlegmas. Und hinterher kann man ja immer noch sagen, man hätte von Nichts gewusst. Lenin stellte dazu einmal fest, dass die Deutschen, sollten sie im Verlauf einer Revolution einen Bahnhof besetzen, zuerst eine Bahnsteigkarte lösen würden. Und wieder hatte er erschreckend recht.
  3. #3

    @privat78

    ich gebe ihnen größtenteils Recht. Allerdings ist es meiner Meinung nach nicht die Gewalt, die die Gesellschaft am laufen hält. Diese Gesellschaft/ dieses System beruht auf systematischer Gehirnwäsche, von klein auf. Solange noch eine Mehrheit an das System glaubt, wird es auch funktionieren. Die Bespitzelung und Gewalt sind nur die letzten Absicherungen um die ungläubigen auszusortieren und zu unterdrücken.
  4. #4

    Naja

    Nungut; grundsätzlich gebe ich allen drei Vorrednern Recht. Ich will hier nun auch keinen Essay über das auf der ganzen Welt zufindene Ungleichgewicht von Armut und Reichtum schreiben. Aber: Der Alltag in Brasilien ist ein anderer als in Deutschland. Die Schere zwischen Arm und Reich ist WESENTLICH größer als in Deutschland. Während Kleinkinder in den Vorstädten verhungern cruist die obere Mittelschicht in klimatisierten Wagen von klimatisierten Shoppingcentern in die gut bewachten klimatisierten Wohnstätten. Ein nicht unerheblicher Teil öffentlicher Investitionen landet in den Brieftaschen der Entscheidungsträger. Die Krimanilität ist hoch und Ergebnis der krassen Kluft zwischen Arm und Reich. Mein persönlicher Werdegang ist stark abhängig von meiner Hautfarbe, meiner Herkunft, meinen Kontakten und meiner Brieftasche. Dass die Brasilianer erst jetzt auf die Straßen gehen, wundert mich.

    Auch in Deutschland wächst die Schere zwischen Arm und Reich. Auch in Deutschland haben Wenige viel Macht.
    Auch in Deutschland lohnt es sich zu demonstrieren. Aber dennoch ist die Situation in Brasilien deutlich (!) gravierender.


    Bitte verstehen sie mich nicht falsch. Ich will nicht bahaupten, dass es sich nicht lohnt gegen aktuelle Entwicklungen zu kämpfen; dennoch sind die Demonstationen in Brasilien und anderswo nicht nur Folge eines kulturellen "Wir kämpfen" Wertes. Deutsche mögen politisch etwas träge sein. Brasilianer stehen uns in diesem Punkt aber bei gleichen Ausgangsbedigungen in Nichts nach.

    Beste Grüße
  5. #5

    agents provocateuers?

    "50 Randalierer, die teilweise mit Hämmern bewaffnet und maskiert waren"
    So doof ist doch niemand...
    Verzweifelt genug aber schon, wenn es so weitergeht...
  6. #6

    Baixada Fluminense ...

    Zitat von Afrojüdischer_Sozi-Sinti Beitrag anzeigen
    "50 Randalierer, die teilweise mit Hämmern bewaffnet und maskiert waren"
    So doof ist doch niemand...
    Verzweifelt genug aber schon, wenn es so weitergeht...
    Googeln Sie mal nach dem obigen Begriff. Es gibt dazu eine interessante soziologische Untersuchung, leider nur auf Portugiesisch.

    Titel:
    Baixada Fluminense, a violencia na construção do poder.
    (Baixada Fluminense, die Gewalt in der Konstituierung der Macht).
    Beschreibung des Inhalts:
    O padrão de violência existente na Baixada Fluminense será aqui analisado dentro do processo de formação histórica da região. Na compreensão deste fenômeno, expresso nos permanentes e elevados índices de homicídios e na atuação dos grupos deextermínio, a relação desta violência com o poder local torna-se central. Assim, parte da estratégia política de determinados setores, a violência estará inscrita na construção de bases políticas sobre as quais se fundamentarão não só o poderlocal, mas os demais grupos políticos estabelecidos no plano estadual e federal. A permeabilidade das instituições democráticas aos mecanismos de perpetuação desta violência ilegal se associará à pobreza de uma imensa periferia urbana, possibilitando a construção de trajetórias políticas calcadas tanto no medo como no clientelismo. Mandatos populares de matadores surgirão assim, não como expressão da barbárie de uma sociedade à margem da civilização e impregnada por umacultura da violência, mas como possibilidades historicamente construídas pelas relações de poder. O resultado da morte de milhares de pessoas, na sua maioria não-identificadas e ignoradas pelo sistema de justiça criminal, corresponde, assim àtransformação destas mortes em credenciais políticas, reconhecidas pelos donos do poder local, pelos grupos políticos "supra-locais" e por ampla parcela da população. Exumar socialmente o processo de formação desta realidade é o que s.
    Kurzer Auszug:
    Historisch Analyse der Ursachen der Gewalt in der Baixada Fluminese (dies ein Konglomerat von Elendsvierteln mit 3 Millionen Einwohnern).
    ...
    Die Existenz von Todeskommandos (grupos de exterminio) kann nur verstanden werden im Zusammenhang mit der Lokal-Macht, die diese kontrolliert.
    ...
    Die Lokal-Macht steht in engem Zusammenhang mit der politischen Macht und den politischen Kräften in der Stadt und im Staat RJ. Deren Macht stützt sich in diesem Raum auf die Instrumente des Klientellismus und der Gewalt. Mord ist nicht Ausdruck eines "Barbarismus" vielmehr ein Instrument des Machterhalts und der Machtausweitung. Der Tod Tausender nichtidentifizierter Menschen, von Polizei und Justiz nicht zur Kenntnis genommen, ist ein Ausdruck "politischer Willensbildung" (credencias politicas), der von der dortigen Bevölkerung, der lokalen und überregionalen Politik zu Kenntnis genommen wird.

    Bei Wahlen spielen diese Wahlkreise eine ausschlaggebende Rolle.

    Wer mal nach RJ, der "cidade maravilhosa", kommt, sollte mal jemanden fragen wo die "baixada fluminense" liegt. Die Reaktionen können ganz amüsant ausfallen.
  7. #7

    Es gibt Lebewesen, die sind ganz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In São Paulo ist es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Randalierer demolierten eine Bankfiliale und ein Autohaus, plünderten Geschäfte. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Pfefferspray ein - zwei Menschen wurden verletzt, mindestens 20 festgenommen.

    Krawalle in São Paulo: Polizei nimmt Demonstranten fest - SPIEGEL ONLINE
    einfach wertlos. Eigentlich schade dass es Gestalten gibt, die zu nichts nuetze sind und dem Volke Schaden zufuegen. Laeuse zerquetscht man. Was solle man aber mit diesen Randalierern tun?