Antike Schätze: Grabräuber nutzen Ägyptens politisches Chaos

DPA/ Ministery of Antiquities AffairsÄgyptens kulturelles Erbe ist in Gefahr: Als Folge des politischen Chaos' im Land werden bedeutende archäologische Schätze nicht mehr ausreichend bewacht. Räuber räumen jahrtausendealte Grabkammern leer - die Behörden sind überfordert.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-913887.html
  1. #1

    Zum Glück befinden sich einige ägyptische Altertümer in aller Welt, in Ägypten werden diese keine lange Lebenszeit mehr haben. Bei einem Besuch in Luxor vor einigen jahren hatte ich mich bereits gewundert wie niedrig die offentsichtlichen Sicherheitsvorkehrungen dort sind, da sind die durchschnittlichen Kunsthallen hier in Deutschland besser gesichert. Falls da mal bewaffnete ins Museum reinmarschieren oder Fanatiker Feuer legen/eine Bombe zünden (ein unter Mursi freigelassener Islamist, der schon an der Sprengung der Buddahstatuen in Afghanistan beteiligt war, durfte vor einiger Zeit im ägyptischen Fernsehen seine Anhänger zur Zerstörung der Sphinx aufrufen) sind Teile der schönsten Altertümer für immer verloren. Bei Zeiten sollte man darüber nachdenken ob man nicht internationale Kulturschätze in Kriesenzeiten in ein neutrales Land auslagert und nach dem Ende solcher Unruhen dann zurückführt.
  2. #2

    Ein geduldeter Prozess

    Zum einem wurde unter Mursi den Schätzen ein nicht ganz so hoher Stellenwert zugestanden, einige Sprachen von wertlosen Figuren, andere davon, sie müssten verhüllt werden, schließlich gab es sogat Forderungen, die Pyramiden nieder zu reißen.

    Zum Anderen hat man mit dem Abzug von Sicherheitspersonal überall in Ägypten den Eidruck bestehender Sicherheit vortäuschen wollen.
    Es bleibt zu hoffen, daß die neue Regierung schnellstens den Schutz dieses genialen Welterbes
    wieder garantiert.
  3. #3

    Der Markt machts

    Hätten die illegal ausgegrabenen Antiken keinen Markt im Westen (und zunehmend wohl auch in anderen Ländern), wäre den barbarischen Zerstörungen schon mal viel Elan genommen. Hier müssen endlich wirksame Regulierungen des Antikenhandels her, die halbseidenen "Selbstverpflichtungen" des Handels, die keiner kontrollieren kann reichen da nicht aus!!!
  4. #4

    Zitat von spon-facebook-10000116459 Beitrag anzeigen
    Hätten die illegal ausgegrabenen Antiken keinen Markt im Westen (und zunehmend wohl auch in anderen Ländern), wäre den barbarischen Zerstörungen schon mal viel Elan genommen. Hier müssen endlich wirksame Regulierungen des Antikenhandels her, die halbseidenen "Selbstverpflichtungen" des Handels, die keiner kontrollieren kann reichen da nicht aus!!!
    So nicht ganz richtig, der Markt im Westen wird einige gestohlene Stücke eher noch retten. Gold selbst zählt in der Region ziemlich viel und da nicht wenige Stücke daraus gemacht sind, oder nur damit überzogen wurden würde man keine Sekunde lang zögern die Stücke einzuschmelzen. Vor allem da dann die Herkunft verschleiert ist.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ägyptens kulturelles Erbe ist in Gefahr: Als Folge des politischen Chaos' im Land werden bedeutende archäologische Schätze nicht mehr ausreichend bewacht. Räuber räumen jahrtausendealte Grabkammern leer - die Behörden sind überfordert.

    Grabräuber in Ägypten nutzen politisches Chaos - SPIEGEL ONLINE
    Sehr Unschön aber so alt wie die Grabräuberei selbst - schon immer mussten in Zeiten politischer Unruhe zu allererst (profitable) Kulturgüter dran glauben....
    Seit den Zeiten der Ägyptischen Hochkulturen waren Zeiten politischer Unruhe fast immer mit deratigen Verlusten verbunden - genauso wie immer wieder auftretende Zerstörungen unwiderbringlicher Schätze bei politischen Umbrüchen ist dies ein altbewährtes Prinzip. Dies ist kein Problem Ägyptens und braucht auch nicht zu einem konstruiert zu werden - die Kombination aus Armut, Zeit und Gelegenheit liefert so ein Ergebnis in jedem Land der Welt
  6. #6

    Militär doch gut...

    Gebetsmühlenartig fordert Ägypten die Rückgabe der von Schliemann entdeckten und rechtmäßig erworbenen Norfrete. Nicht auszudenken, was mit der Dame passierte, würden wir den Islamisten auf den Leim gehen. Die noch vernünftigen Menschen in dem Bürgerkriegsland sollten froh sein, daß "ihre" Kunst bei uns in guten Händen ist. Damit, Kunst zurück zu geben, sind jetzt erst mal die USA und Rußland dran. Da können unsere Museen noch kräftih anbauen.
  7. #7

    Volle Zustimmung

    Zitat von schutsch Beitrag anzeigen
    Gebetsmühlenartig fordert Ägypten die Rückgabe der von Schliemann entdeckten und rechtmäßig erworbenen Norfrete. Nicht auszudenken, was mit der Dame passierte, würden wir den Islamisten auf den Leim gehen. Die noch vernünftigen Menschen in dem Bürgerkriegsland sollten froh sein, daß "ihre" Kunst bei uns in guten Händen ist. Damit, Kunst zurück zu geben, sind jetzt erst mal die USA und Rußland dran. Da können unsere Museen noch kräftih anbauen.
    Ich stimme Ihren Ausführungen vom ersten bis zum letzten Satz zu! Schon vor Monaten habe ich meine Sorge ausgedrückt, dass die Kunstschätze Ägyptens angesichts der instabilen politischen Lage gefährdet sind. Wie schon ein Forumskollege äußerte, können wir in der Tat froh darüber sein, dass ein Teil dieser Kunstschätze sich außerhalb Ägyptens befindet, wo sie sicher sind. Das trifft auch für die Büste der Nofretete, Königin Teje und viele andere atemberaubend schöne Kunstwerke zu, deren Rückgabe an Ägypten vor dem Hintergrund der instabilen Lage des Landes meiner Meinung nach ein Sakrileg wäre.

    Die Massenkundgebungen in Kairo finden oft ganz in der Nähe des Ägyptischen Museums statt und ich halte bei der Berichterstattung darüber jedes Mal den Atem an. Es wäre ein Verlust für die gesamte Menschheit, wenn die dort gelagerten Kunstschätze aus allen Epochen der ägyptischen Geschichte zu Schaden kämen. Aber letztlich geht es nicht nur um Kairo, sondern um das ganze Land von Alexandria bis Abu Simbel und da sollte die internationale Staatengemeinschaft mMn ein Konzept mit der ägyptischen Regierung entwickeln, um diese Kunstwerke wirksam zu schützen, und zwar schnellstens - bevor es zu spät ist.
  8. #8

    Erinnert Ihr Euch noch an....

    die Buddhastatuen in Afghanistan? Wenn Mumien in Kairo auf Scheiterhaufen geworfen und die Cheopspyramide sowie die Gräber im tal der Könige als "unislamisch" gesprengt/zugechüttet werden, kapieren wir vielleicht, dass es ein Fehler war Tutanchamun zurück zu geben
  9. #9

    Ähem...

    Zitat von schutsch Beitrag anzeigen
    Gebetsmühlenartig fordert Ägypten die Rückgabe der von Schliemann entdeckten und rechtmäßig erworbenen Norfrete.
    Die Nofretete wurde bei einer Ausgrabung der Deutschen Orient-Gesellschaft in Amarna unter der Leitung von Ludwig Borchardt im Jahre 1912 entdeckt.
    Da war Schliemann schon über 20 Jahre tot.