Erste Hilfe Karriere: Meuterei gegen Überstunden

DPADie Mitarbeiter leisten Überstunden wie Galeerensklaven und schwärzen sich gegenseitig an, wenn einer pünktlich geht. Gegen solche Auswüchse hilft Solidarität unter Kollegen. Martin Wehrle erklärt, wie man sich im Team gegen Überforderung wehren kann.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-913974.html
  1. #1

    Dämliche Hilfestellung

    Was ist denn das für ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel?
    Spricht der Autor von Mehrarbeit oder Überstunden, weiß er es denn überhaupt, zu unterscheiden?
    Mehrarbeit darf jeder leisten, solange sie sich im Rahmen von 10 Stunden pro Monat bewegen.
    Überstunden, großer Meister der Verwirrung und Ahnungslosigkeit, sind anzuordnen und unterliegen damit der Regelung durch das BetrVerfG.
    Der dämlich klingende Aufruf zur Meuterei mag im Piratenfilm besser aufgehoben zu sein, in der zivilisierten Gesellschaft hilft ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, mit dem Personalbereich, dem Betriebsrat oder einfach mal im Tarifwerk nachlesen.
    Die dämlichen Empfehlungen des Autors sollte man lieber lassen.
  2. #2

    falscher ansatz

    der ansatz ist schon falsch. Arbeit ist ein geschäft: in den allermeisten fällen zeit/anwesenheit gegen geld. In wiederum den allermeisten fällen werden überstunden heutzutage nicht mehr bezahlt. Sprich: wer überstunden macht, schenkt seinem arbeitgeber bares geld. Genausogut könnte man dem chef einen 100,-€–Schein auf den tisch legen.

    Pünktlich schluss machen ist in einer geschäftsbeziehung, und nichts anderes ist arbeiten, schlicht eine selbverständlichkeit. Firmen, in denen das anders gehandhabt wird, chefs, die das anders sehen, sind es schlicht nicht wert, dass man seine arbeitskraft für die verschwendet.

    Und dafür muss ich mich nicht mit meinen mobbenden kollegen solidarisieren, sondern einfach nur selbstbewußt sein. Denn: wer hier wen braucht, um eine arbeit vernünftig und gut (!) erledigt zu bekommen, dürfte doch klar sein. Ansonsten darf der chef und dürfen die lieben kollegen gerne die mehrarbeit alleine erledigen.
  3. #3

    Vorsicht

    Zitat von wilkem Beitrag anzeigen
    Was ist denn das für ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel?
    Spricht der Autor von Mehrarbeit oder Überstunden, weiß er es denn überhaupt, zu unterscheiden?
    Mehrarbeit darf jeder leisten, solange sie sich im Rahmen von 10 Stunden pro Monat bewegen.
    Überstunden, großer Meister der Verwirrung und Ahnungslosigkeit, sind anzuordnen und unterliegen damit der Regelung durch das BetrVerfG.
    Der dämlich klingende Aufruf zur Meuterei mag im Piratenfilm besser aufgehoben zu sein, in der zivilisierten Gesellschaft hilft ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, mit dem Personalbereich, dem Betriebsrat oder einfach mal im Tarifwerk nachlesen.
    Die dämlichen Empfehlungen des Autors sollte man lieber lassen.
    Wenn man selbst keine Ahnung hat, sollte man andere nicht beleidigen - das kann sehr peinlich werden.
    Überstunden sind immer noch die Stunden, die über die persönliche Arbeitszeitvereinbarung hinausgehen. Dieses können bei einer 35 Stundenwoche regelmäßig 40 Stunden sein, ohne auch nur eine Stunde Mehrarbeit geleistet zu haben.
    Mehrarbeit fängt erst dort an, wo die gesetzlichen Grenzen Überschritten werden - z.B. 8 Stunden täglich. Die weiteren Grenzen, Einschränkungen etc. schenke ich mir mal, aber den von Ihnen genannten Umfang "10 Stunden pro Monat...darf jeder leisten" werden Sie in keinem Gesetz finden.
  4. #4

    Wunschdenken!

    Der Autor hat keine eigene Erfahrung, was es bedeutet in einem solchen Arbeitsumfeld tätig zu sein, das merkt man deutlich.

    Selbst wenn es gelingt und die frommen Wünsche in Erfüllung gehen, der Arbeitgeber wird es nicht auf sich sitzen lassen und sich freiwillig damit abfinden, dass die dummen Schäfchen auf einmal keine unbezahlten Überstunden mehr abliefern wollen. Da wird dann knallhart gegengesteuert und die unschönen Sachen fangen erst an.

    Mein Tipp für den Fragestellerin: Bewerbungen schreiben, Bewerbungen schreiben und ansonsten noch mal Bewerbungen schreiben. Nix wie raus aus dem Laden!
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Mitarbeiter leisten Überstunden wie Galeerensklaven und schwärzen sich gegenseitig an, wenn einer pünktlich geht. Gegen solche Auswüchse hilft Solidarität unter Kollegen. <i>Martin Wehrle </i>erklärt, wie man sich im Team gegen Überforderung wehren kann.

    Überstunden: Wie sich Teams solidarisch wehren - SPIEGEL ONLINE
    Na, ob solch ein Vorgehen bei der Karriere hilft, wage ich zu bezweifeln.

    Sicherlich wird der Chef sofort Meuterei wittern und versuchen herauszufinden, wer dahinter steckt und sich denjenigen besonders vorknöpfen.

    So etwas kann machen, wenn man nichts zu verlieren hat. Ansonsten lieber einen neuen Job suchen und verschwinden.
  6. #6

    Naiv

    Wie naiv ist das denn? Wenn es Solidarität unter Arbeitnehmern gäbe, wäre das alles kein Problem - es gibt sie aber nicht, allenfalls im Streikfall mit der Gewerkschaft im Hintergrund. In meiner Firma, einem Medienbetrieb, gibt es tariflich eine 36,5-Stunden-Woche. Die Redakteure am Desk arbeiten jedoch fast ausnahmslos 45 bis 50 Stunden je Woche. Eine Kollegin hat es versucht, ist jeden Tag pünktlich raus. Sie musste sich jeden Abend beim Abteilungsleiter vor den Augen aller anderen Kollegen abmelden. Das war Spiesrutenlaufen pur! Sie machen es solange, bis sie zermürbt sein wird. Und es steht ihr niemand bei - auch nicht die, die alles total sch...ße finden. Mit praxisfernen Träumern wie dem Autor Herrn Wehrle kommen wir keinen Millimeter weiter - Idealistengeschwafel hilft nix, es macht höchstens noch aggressiver als man schon ist angesichts der Zustände in der Wirtschaft!!
  7. #7

    Arbeitsumfeld

    Zitat von sid_invicious Beitrag anzeigen
    Der Autor hat keine eigene Erfahrung, was es bedeutet in einem solchen Arbeitsumfeld tätig zu sein, das merkt man deutlich. Selbst wenn es gelingt und die frommen Wünsche in Erfüllung gehen, der Arbeitgeber wird es nicht auf sich sitzen lassen und sich freiwillig damit abfinden, dass die dummen Schäfchen auf einmal keine unbezahlten Überstunden mehr abliefern wollen. Da wird dann knallhart gegengesteuert und die unschönen Sachen fangen erst an.
    Vielleicht hat der Autor aber auch einfach die richtige Idee, auf welchen Zustand man hinarbeiten sollte? Hier in "meiner" Firma ist meist Arbeit für 10-12 Stunden pro Nase täglich da. Aufgrund werksweiter massiver Überschreitungen des AZG wurde dann die Kontrolle der 10-Stunden-Grenze eingeführt: wer überschreitet, dessen Vorgesetzter bekommt am nächsten Tag eine Standard-Mail vom Personalchef und muss rechtfertigen, welcher außergewöhnliche Notstand zur Überschreitung geführt hat ("viel zu tun" oder "dringender Auftrag" zählt nicht!). Intern haben wir daraufhin im Rahmen eines Systems von "stand up"-Meetings als Punkt "Sicherheit" definiert, dass wir in der Abteilung "rot" sind, wenn einer länger als 9,5h netto da war (2/3 bis 3/4 der Tage sind "rot"). Das trägt der Abteilungsleiter so aktiv mit. Die Arbeit wird natürlich nicht weniger dadurch und der Druck steigt weiter an, aber das Arbeitszeitgesetz gilt nunmal. Es liegt eben auch an den Leuten in einer Abteilung, was sie mit sich machen lassen und was nicht, und daher ist der Ansatz der Gruppenaktivität genau richtig: wenn es sich nicht um minderqualifizierte und daher schnell austauschbare Leute handelt, wird jeder AL, der seiner Aufgabe gewachsen ist, das Signal klar verstehen, wenn auf einmal die Hälfte seiner Leute klarstellt, dass Überstunden im Rahmen des Üblichen drin sind, aber irgendwo eine Grenze ist. Er will ja seinen Job auch behalten, und wem die halbe Abteilung wegläuft, der ist als Führungskraft schnell rot angezählt (idR zu Recht, wegen erwiesener Führungs-Inkompetenz).

    Interessanterweise finden amerikanische Kollegen unsere deutsche Regelung im AZG im eher persönlichen Gespräch oft ziemlich gut. Klar, ein CEO oder VP wird nie sagen "oh, super, ich darf meine Leute nicht ausbeuten", aber die wirklich arbeitenden Fachkräfte, die nicht nur heiße Luft absondern, leiden auch den USA oft. Es gibt eben nicht nur Start-Ups voll mit hippen Mittzwanzigern, die voller Leidenschaft 16 Stunden am Tag für ihr "Baby" brennen (wobei da auch immer latent die Frage im Raum steht, wieviel von den 16 Stunden wirklich effizient gearbeitet wurde und ob nicht ein erfahrener deutscher Experte das auch in 9 Stunden hinbekommen hätte...was wir an unserem Standort mit 18 Leuten schaffen, schaffen unsere Kollegen an der US-Ostküste mit 32 Leuten, selbes Geschäftsvolumen...).
  8. #8

    Zitat von jdnissen Beitrag anzeigen
    Wie naiv ist das denn? Wenn es Solidarität unter Arbeitnehmern gäbe, wäre das alles kein Problem - es gibt sie aber nicht, allenfalls im Streikfall mit der Gewerkschaft im Hintergrund. In meiner Firma, einem Medienbetrieb, gibt es tariflich eine 36,5-Stunden-Woche. Die Redakteure am Desk arbeiten jedoch fast ausnahmslos 45 bis 50 Stunden je Woche. Eine Kollegin hat es versucht, ist jeden Tag pünktlich raus. Sie musste sich jeden Abend beim Abteilungsleiter vor den Augen aller anderen Kollegen abmelden. Das war Spiesrutenlaufen pur! Sie machen es solange, bis sie zermürbt sein wird. Und es steht ihr niemand bei - auch nicht die, die alles total sch...ße finden. Mit praxisfernen Träumern wie dem Autor Herrn Wehrle kommen wir keinen Millimeter weiter - Idealistengeschwafel hilft nix, es macht höchstens noch aggressiver als man schon ist angesichts der Zustände in der Wirtschaft!!
    Gerade die Medienbranche, in der sich offenbar das "Überstunden nennen wir jetzt einforderbare Mehrarbeit"-Märchen am frühesten und nachhaltigsten manifestiert hat, hat den riesig großen Trumpf im Ärmel, dass größtenteils Fachkräfte vor Ort von Nöten sind, und man seine Agentur nicht mal eben so an einen osteuropäischen Standort verlegen kann, weil in dieser Branche im Kerngeschäft größtenteils wie eben bei Friseuren etc. für deutsche Kunden gearbeitet wird. Ein bisschen weniger "hach was brauchen wir einen Betriebsrat"-Gelaber und etwas mehr Solidarität auf breiter Ebene können Wunder wirken!
  9. #9

    Wie kleinlich...

    ...hier manche User Argumentieren, unglaublich. Sicherlich klingt der geschrieben Artikel etwas realitätsfern. Doch wollte der Autor nur Ansatzpunkte darlegen welche ich aus meinem Arbeitsleben kenne und erfolgreich umsetze. Gespräche und ein offenes Wort bewegen unglaubliche Dingen welche zuvor so fern schienen. Aber wer nicht spricht und stets nur in sich hinein meckert der wird diese Erfahrung nie machen. Jeder ist seines Glückes Schmied. Bedeutungen nach Wikipedia: Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er in seinem Leben glücklich und erfolgreich WIRD!!!