"Siegfried" in Bayreuth 2013: Gefangen in der Ironiefalle

DPA/ Bayreuther Festspiele/ Enrico NawrathIm dritten Teil des neuen Bayreuther "Rings" lässt es Regisseur Frank Castorf ordentlich krachen. Der "Siegfried" bietet Gewalt, Revolutionsgelüste und Riesenkrokodile auf: Bilder-Amok pur, leider mit faden Pointen.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/s...-a-913723.html
  1. #1

    Was haben wir ...

    Normalos doch für ein Glück , dass wir uns diese Art Hochkultur nicht antun müssen ! Den Spaß gönnen wir gerne unseren Promis , die zur Strafe bei Wagners unendlichen Melodien und tiefgründigem Geraune stundenlang ihr Sitzfleisch strapazieren dürfen .
    Manch eine TV-Serie ist da witziger , klamaukiger , aber auch aktueller und ja doch - sogar lehrreicher . Nicht zu verachten dabei : man kann mal aufstehen , zum Kühlschrank gehen , sich unterhalten , laut lachen , kommentieren und so alles ...
  2. #2

    Den Ring der Nibelungen nicht Bayreuth zu überlassen, zu entstauben, und in die moderne Zeit zu verlegen, finde ich spannend. So erreicht man auch mal ein anderes als das immer gleiche gerontologische Publikum. Nur einmal habe ich ein Stück an der Volksbühne gesehen: eine Biografie über Frida Kahlo. Ich habe nicht alles verstanden, aber da es eine Biografie war, gab es Frank Castorf Spielraum zu kraftvollen, romantischen Bildern, an die ich mich teilweise noch heute (10 Jahre später) erinnere. Dadurch, dass Castorf die "Ring"-Saga ins heute verlegt hat, hat er wahrscheinlich viel Energie in den Kulissenaufbau gesteckt (zumindest sieht es auf den Fotos so aus), um klar zu machen, wo man sich gerade befindet. Ich kann mir vorstellen, dass darunter die Poesie und die traurigschönen Bilder gelitten haben. Wirkt etwas öde und depressiv. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch, immerhin habe ich es nicht selbst gesehen und quatsche nur von Ferne mit. Das Projekt selbst finde ich mutig und interessant.
  3. #3

    Zitat von naseweiser Beitrag anzeigen
    Normalos doch für ein Glück , dass wir uns diese Art Hochkultur nicht antun müssen ! Den Spaß gönnen wir gerne unseren Promis , die zur Strafe bei Wagners unendlichen Melodien und tiefgründigem Geraune stundenlang ihr Sitzfleisch strapazieren dürfen ....
    Dumm nur, dass der gemeine Steuerzahler, der praktisch nie eine Chance auf eine Karte hat, dafür jedes Jahr mit 7Mio Euro zur Kasse gebeten wird. Was schon deshalb inakzeptabel ist, weil dieser ganze kitschige Mummenschanz locker über die Eintrittspreise zu finanzieren wäre.
  4. #4

    Zitat von schnuffschnuff Beitrag anzeigen
    Dumm nur, dass der gemeine Steuerzahler, der praktisch nie eine Chance auf eine Karte hat, dafür jedes Jahr mit 7Mio Euro zur Kasse gebeten wird.
    Hallo gemeiner Steuerzahler! Wieso keine Chance auf Karten?
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    Und hiermit kommen Sie hin.
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  5. #5

    Katharina Wagner Garant für Regieblödsinn

    Katharina Wagner hat es ja mit ihrem Regieverbrechen
    derMeistersinger in Bayreuth vorgemacht und solange
    diese Dame am grünen Hügel regiert werden wohl
    die Herren und Damen Regisseure versuchen sich gegenseitig mit Regieblödsinn zu übertreffen.Tabus auf der Bühne werden hier ständig verletzt und diese Verletzungen werden sich eines Tages bitter,bitter rächen!!
  6. #6

    Für die aktuellen Vorstellungen konnten die Eintrittskarten nur online bestellt werden. Ausverkauft waren die innerhalb weniger Minuten. Das sich daran etwas ändert, wenn man den Preis verdoppelt, um den Steuerzahler zu entlasten, ist nicht zu erwarten.
    Hier wird - aus welchen Gründen auch immer - etwas subventioniert, was sich mit Leichtigkeit selbst finanzieren und darüber hinaus noch erheblichen Profit abwerfen kann.
  7. #7

    Zitat von schnuffschnuff Beitrag anzeigen
    Für die aktuellen Vorstellungen konnten die Eintrittskarten nur online bestellt werden. Ausverkauft waren die innerhalb weniger Minuten. Das sich daran etwas ändert, wenn man den Preis verdoppelt, um den Steuerzahler zu entlasten, ist nicht zu erwarten.
    Hier wird - aus welchen Gründen auch immer - etwas subventioniert, was sich mit Leichtigkeit selbst finanzieren und darüber hinaus noch erheblichen Profit abwerfen kann.
    Das nur eine einzige (Rheingold IV) der Rest läuft immernoch über die übliche Warteliste. Ich hab's mit dem Rheingold IV auch versucht, war dann aber nicht bereit weit über 100€ auszugeben und die günstigeren Karten waren schon weg.

    Problem beim Preise verdoppeln, um den Steuerzahler zu entlasten: Es gibt noch weniger Karten, die sich "der (normale) Steuerzahler" dann auch leisten kann, das ganze verkommt (noch mehr) zur Elitenkultur, und dann stirbt die Oper vielleicht wirklich.
  8. #8

    Ach, leute...

    ...lasst doch mal dieses steuerzahler-spießertum, das auf alles meckernd deutet und grantelt: und das von meinen steuergeldern! Freuen wir uns doch, dass wir die noch immer aufregendsten festspiele auf dem globus haben, auf die zumindest die halbe welt schaut. Da darf der castorf ruhig mal einen drauf machen, wenn so weicheier wie wenders und von trier kneifen, weil sie keine eier haben. Dabei gehört der "ring" zum größten, was je für die bühne ersponnen wurde, jeder regisseur, der das machen darf, erst zu- und dann absagt, ist ein betrüblicher hasenfuß
  9. #9

    Zitat von schnuffschnuff Beitrag anzeigen
    Für die aktuellen Vorstellungen konnten die Eintrittskarten nur online bestellt werden. Ausverkauft waren die innerhalb weniger Minuten. Das sich daran etwas ändert, wenn man den Preis verdoppelt, um den Steuerzahler zu entlasten, ist nicht zu erwarten.
    Hier wird - aus welchen Gründen auch immer - etwas subventioniert, was sich mit Leichtigkeit selbst finanzieren und darüber hinaus noch erheblichen Profit abwerfen kann.
    Ach so, Sie sind ein enttäuschter Fan, der keine Karte mehr gekriegt hat. Nach Ihrem ersten Kommentar hörte es sich so an, als hielten Sie Bayreuth für übersubventioniertes Schmierentheater, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit probt, und nur Promis auf Kosten des Steuerzahlers Eintritt gewährt. - Ja, was soll ich sagen, es ist wie bei jeder Vorstellung, die begehrt ist: lange Schlange und Karten schnell weg. Gekauft vom gemeinen Steuerzahler.

    Vielleicht kann man mehr Sitzplätze einrichten, und das Ganze auf einer Videoleinwand übertragen (Sie sehen schon, ich habe keine Ahnung, wie es da zugeht, um ehrlich zu sein, ich bin ein Kretin, der Bayreuth insgeheim für eine tantige Vorstellung hält.) Vielleicht tröstet es Sie ja, dass ich gelesen habe, dass die Musik zwar toll sein soll, aber die Schauspieler regiefrei durch Bohrtürme stolpern.

    @georgtrakl: Tut mir leid, dass ich Ihre versöhnlichen Worte so übergangen habe, aber das musste ich noch klären. Ich wusste nicht, dass auch Lars von Trier angefragt wurde (habe bei Bayreuther Festspielen immer weggehört), aber macht ja nichts, dass er abgesagt hat, wenn das Bühnenbild sowieso aussieht wie bei Dogville.