Dienst nach Vorschrift: Lernen vom Kollegen Faultier

DPADie Fleißigen beobachten sie heimlich aus der Ferne: Die Kollegen, die nie mehr machen, als sie müssen - und der Chef findet sie trotzdem toll. Aber dumm sind erfolgreiche Faultiere nicht. Denn Müßiggang im Job funktioniert nur mit einer ausgeklügelten Strategie.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-913055.html
  1. #1

    Tricks der Faultiere

    Wir haben hier einen Kollegen. Sein Schalter ist geöffnet, trotzdem gehen die Kunden an die anderen Schalter. Der Grund: Der Kollege hällt sich ständig den Telefonhörer am Ohr.So sieht er beschäftigt aus, Kunden wollen ihn nicht unterbrechen und er kann in Ruhe im Net surfen (da ja niemand am Telefon ist und ihn auch niemand anrufen kann)
  2. #2

    Tricks der Faultiere

    Wir haben hier einen Kollegen. Sein Schalter ist geöffnet, trotzdem gehen die Kunden an die anderen Schalter. Der Grund: Der Kollege hällt sich ständig den Telefonhörer am Ohr.So sieht er beschäftigt aus, Kunden wollen ihn nicht unterbrechen und er kann in Ruhe im Net surfen (da ja niemand am Telefon ist und ihn auch niemand anrufen kann)
  3. #3

    noch ein Tipp

    Das Geheimnis sind schnelle Bewegungen. Zumindest auf den Fluren. Wenn man vom Kaffeeklatsch im Zimmer A zum Kaffeeklatsch in Zimmer B hastet - immer mit schnellen Bewegungen. Man muss extrem beschäftigt aussehen. Gerne mit Akten oder Werkzeug getarnt.

    Und wenn man seine Faulheit perfekt tarnen will und einen guten Ruf haben will:
    Alle Anfragen und Probleme prompt klären, wenn diese an einen persönlich herangetragen wurden. Egal, ob man sie selbst erledigt oder deligiert, die Antwort muss kurzfristig und eigeninitiativ erfolgen. Dann fühlt sich der Kollege oder Chef ernst genommen und man wirkt fleißig. Und niemals ein Feedback vergessen!

    Alle Arbeiten hingegen, welche unpersönlich im Pool liegen und an deren Bearbeitung nur allgemeines Interesse herrscht, kann auch die Allgemeinheit ohne die Faulen erledigen. Solche Arbeiten sollte der Faule meiden wie der Teufel das Weihwasser! Lob und Dank werfen sie nicht ab.
  4. #4

    Die sieben Faulen - eine Bremer Saga

    Die waren als Jungmänner in die Welt ausgeschwärmt, hatten viel gelernt und als sie den Hof übernahmen, arbeiteten sie mit diesen Methoden und hatten immer Zeit. Zum grossen Ärger der sich abschuftenden Nachbarn, die allerdings noch genügend Zeit hatten, sich über die die Mäuler zu zerreissen. Das sit wie bei den Fischweiber. Die einen verkaufen, während die anderen nur tratschen.

    Es geht nicht darum, immer überfordert zu wirken, es geht darum seine Ressourcen effektiv einzusetzen und mit der Arbeitsmenge so schnell wie möglich fertig zu werden. Mit Intelligenz.

    Zum Neid der Kollegen, die darüber nur böse sprechen. Aber die sprechen sowieso über jeden nur böse. Und füllen damit ihre Zeit.
  5. #5

    Gesunder Pragmatismus?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Das hat nichts mit Schleimerei oder Opportunismus zu tun, sondern mit gesundem Pragmatismus", erklärt Reinker. Wer sich mit dem Chef gut versteht, kann es sich leisten, entspannt zu sein.
    hat nichts mit Schleimerei und Opportunismus zu tun? Man könnte diese Begriffe in dem Zusammenhang auch als identisch bezeichnen, die Beschreibung des "Loyalitätsverhältnisses" ist geradezu charakteristisch. Nur bevorzugt die Buchautorin Susanne Reinker die euphemistische Variante "Pragmatismus" statt "Opportunismus", weil es nun einmal besser klingt.

    Ein mißliebig gewordener Kollege wird vom Chef gemobbt? Klar, mitmachen, das erfordert die Loyalität (und der "Pragmatismus").

    Leider versuchen alle möglichen "Ratgeber" (im Interesse von wem eigentlich?) kriecherisches und überangepasstes Verhalten als richtig und "pragmatisch" hinzustellen.

    Wie man es richtig macht, haben Manning und Snowden gerade exemplarisch gezeigt. Die "pragmatische" Variante führt geradewegs in die Kriminalität und den Totalitarismus.
  6. #6

    Zitat von Baur.eta Beitrag anzeigen
    Wir haben hier einen Kollegen. Sein Schalter ist geöffnet, trotzdem gehen die Kunden an die anderen Schalter. Der Grund: Der Kollege hällt sich ständig den Telefonhörer am Ohr.So sieht er beschäftigt aus, Kunden wollen ihn nicht unterbrechen und er kann in Ruhe im Net surfen (da ja niemand am Telefon ist und ihn auch niemand anrufen kann)
    Meistens sind es diese Leute die sich am lautesten beschweren wenn sie gemobbt werden
  7. #7

    Da ist etwas Wahres dran

    Zitat von archie21 Beitrag anzeigen
    hat nichts mit Schleimerei und Opportunismus zu tun? Man könnte diese Begriffe in dem Zusammenhang auch als identisch bezeichnen, die Beschreibung des "Loyalitätsverhältnisses" ist geradezu charakteristisch. Nur bevorzugt die Buchautorin Susanne Reinker die euphemistische Variante "Pragmatismus" statt "Opportunismus", weil es nun einmal besser klingt.

    Ein mißliebig gewordener Kollege wird vom Chef gemobbt? Klar, mitmachen, das erfordert die Loyalität (und der "Pragmatismus").

    Leider versuchen alle möglichen "Ratgeber" (im Interesse von wem eigentlich?) kriecherisches und überangepasstes Verhalten als richtig und "pragmatisch" hinzustellen......
    Die Faultier-Strategie ist auch eine Folge davon, dass die meisten Chefs nicht zugänglich für konstruktive Kritik oder Vorschläge sind, solange diese Dinge nicht von ihnen selbst kommen. In Konzernen dürfte das noch weitaus verbreiteter sein als bei Mittelständlern.

    Das Faultier, das selbst zum größten Chef-Schwachsinn Hurra sagt, lebt eindeutig gesünder und bequemer als Kollegen, die dagegen angehen.

    Man kann folgende These aufstellen: Je mehr Faultiere es in einem Bereich gibt, desto unfähiger ist der Chef.
  8. #8

    Zitat von archie21 Beitrag anzeigen
    hat nichts mit Schleimerei und Opportunismus zu tun? Man könnte diese Begriffe in dem Zusammenhang auch als identisch bezeichnen, die Beschreibung des "Loyalitätsverhältnisses" ist geradezu charakteristisch.
    Nein, das sind zwei ganz verschiedene Dinge:
    Wenn ich zum Chef (oder zu Kollegen) vorne rum freundlich bin und dafür lästere was das Zeug hält, sobald die Person nicht da ist, ist das Schleimerei (und hat nichts mit Loyalität zu tun).

    Loyalität ist, wenn ich genau umgekehrt die sinnvollen Entscheidungen vom Chef (und genauso von Kollegen) verteidige, wenn der/diejenige nicht da ist. Und wenn ich eine Entscheidung für nicht sinnvoll halte, sage ich's demjenigen ins Gesicht, anstatt hinten rum zu meckern.
  9. #9

    Mehr wäre dumm

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Fleißigen beobachten sie heimlich aus der Ferne: Die Kollegen, die nie mehr machen, als sie müssen - und der Chef findet sie trotzdem toll. Aber dumm sind erfolgreiche Faultiere nicht. Denn Müßiggang im Job funktioniert nur mit einer ausgeklügelten Strategie.

    Wenig Einsatz, voller Erfolg: So gelingt der Müßiggang im Büro - SPIEGEL ONLINE
    Warum soll ich mich übermäßig ins Zeug legen, wenn ich am Monatsende ebenso viel verdiene, wie die etwas langsameren Kollegen?

    Mir ist es übrigens völlig egal, ob mich meine Chefin toll findet. Wichtig ist, dass mein Gehalt auf dem Konto landet und ich nicht übermäßig ausgepowert in den Feierabend/das Wochenende starte.

    Eine ausgeklügelte Strategie erübrigt sich, wenn man wie ich über eine lange Berufserfahrung verfügt und weiß, wie man abtauchen kann.