"Reingold"-Premiere in Bayreuth: Wie man aus Trash Gold macht

Bayreuther Festspiele/ Enriquo Nawrath Erfolgszwang für den Regisseur: Zum Wagner-Jubiläumsjahr 2013 musste nicht nur eine neue "Ring des Nibelungen"-Inszenierung her, der "Grüne Hügel" brauchte auch mal wieder einen Hit. Avantgarde-Veteran Frank Castorf griff tief in die Trash-Kiste - und startete mit dem "Rheingold" glänzend.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-913318.html
  1. #1

    sehr gut

    orchester, dirigent und sängerinnen waren fabelhaft. ohne jede einschränkung. so transparent und doch feurig und reich an details, habe ich das rheingold noch nicht gehört.
  2. #2

    Schrecklich

    Kann mir jemand dieses grässliche Kunstverständnis erklären, das hinter diesen "modernen Interpretationen" steht, die in Deutschland quasi das einzige sind, was man vorgesetzt bekommt?
    Es ist ja schön und gut, wenn das einigen gefällt, aber es besteht keine Alternative für die anderen mehr. Egal wo man hingeht, eine schöne, traditionelle Theateraufführung oder Oper mit ansprechenden Kostümen und passendem Bühnenbild, wie es den Werken würdig wäre, lässt sich nicht mehr finden.
    Wie kommt die kleine Gruppe selbstherrlicher "Sachverständiger" dazu, derart anmaßend ihren eigenartigen Geschmack durchzusetzen?
  3. #3

    Nachdem ich die vier

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erfolgszwang für den Regisseur: Zum Wagner-Jubiläumsjahr 2013 musste nicht nur eine neue "Ring des Nibelungen"-Inszenierung her, der "Grüne Hügel" brauchte auch mal wieder einen Hit. Avantgarde-Veteran Frank Castorf griff tief in die Trash-Kiste - und startete mit dem "Rheingold" glänzend.

    Bayreuther Festspiele: Premiere Rheingold Castorf - SPIEGEL ONLINE
    Aufnahmen der Buehnenbilder sah, brauchte ich den Artikel nurf noch zu ueberfliegen. Gott sei Dank haben wir auch den Ring hier in Seattle. Man braucht sich also nicht die Muehe machen und unnoetiges Geld auszugeben, denn hier sind Buehnenbilder und Saenger noch in einem der Oper entsprechendem Format
  4. #4

    nein !!

    Nein über den Wagner Clan kann man nur den Kopf schütteln !! Die Wagners sind ein Relikt der Vergangenheit ewig gestrige die von Richard Wagner zehren die Festspiele passen nicht mehr in die heutiege Zeit !!!
  5. #5

    Trash und Mythos

    Vielen Dank für diese erste Kritik, sie deckt sich sehr mit meiner Wahrnehmung. Allerdings musste ich bei den Frauen auf der Bühne - und wie sie geführt wurden - eher an das etwas altertümliche Wort "Wuchtbrumme" denken, und so waren nicht nur die B-Movies a al Tarantino bei präsent, sondern auch Russ Meyer....was mir allerdings, bei allem "Spaß" doch als Frage bleibt: Was wird aus dem Mythos? Der Speer, der Ring: sie passen so recht nicht rein. Also: wo ist Peter Jackson? Nur noch im Orchestergraben? Ich finde übrigens, dass man aus Loge mehr hätte machen können. Der ist schließlich der Strippenzieher am Ende und zusammen mit Alberich und den Rheingirls einer der Überlebenden des Ganzen. In diese Inszenierung ist es ganz gut, dass es in Bayreuth keine Obertitel gibt. Das hätte wohl nicht funktioniert.
  6. #6

    Was mich immer wieder wundert...

    ... ist, dass man als Politiker scheinbar immer wieder bei Wagner Inszenierungen in Beyreuth vorstellig werden muss. Dass Kaiser Wilhelm und Hitler einst den Oden an Germanengötter lauschten kann ich ja historisch gesehen verstehen. Aber Gauck und Merkel?
    Vielleicht passt es derzeit gerade doch dazu. Die Kanzlerin, die angeblich durch Zeitungslesen vom NSA Skandal wusste und der Präsident, der dazu lange genug schwieg, bekommen einmal den Spiegel vorgehalten. Die Schlechtigkeiten der Mächtigen, mussen auch wir den ganzen Tag mit ansehen und hören. Da passt der Trash der Inszenierung 100% dazu. Grell,hässlich und vor einschüchternder Kulisse bewegen sich komisch und seltsam anmutende Gestalten mit krankem Gehabe. Nichts anderes ist Politik heute. Da passen dann auch die ganzen Vorbesucher des roten Teppichs in die Ahnenreihe der Wagner-Liebhaber wieder dazu. Der SPIEGEL hilft einem doch immer wieder dazu, die Welt zu verstehen...
  7. #7

    Ein sehr viel versprechender, Ring-Auftakt, sowohl musikalisch als auch inszenatorisch, freue mich schon, wenn ich die neue Produktion sehen kann. Wer braucht da die Väter der Klamotte an der US-Westküste außer den ewig gestrigen?
  8. #8

    Fantasie versus Tradition

    Wagners Opern sind manchmal lang, oft sehr lang, eigentlich immer zu lang. Ich bin einem Regisseur wie Castorf dankbar, wenn er mir ein wenig die Zeit vertreibt. Langweilig kann ja jeder, oder?
  9. #9

    optional

    >Die beiden Riesen/Schläger Fafner und Fasolt >bestehen auf ihrer Bezahlung in Gold, sie nehmen >aber auch die hübsche Blondine Freia, Göttin der >ewigen Jugend und Wotans Schwester, erstmal in >Zahlung. Wie das unter echten Männern schon mal >üblich ist.

    Nein, Freia ist NICHT Wotans Schwester, sie ist Frickas Schwester, also seine Schwägerin. Nicht, dass Wagner nicht der heimliche oder unheimliche Erotiker des Realismus' gewesen wäre, aber Inszest kommt erst im nächsten Teil, der Walküre vor. ;)