Europa: Schmetterlingsbestände im Sinkflug

Chris van SwaayIn 20 Jahren sind die Bestände der Wiesen-Schmetterlinge in Europa um fast 50 Prozent zurückgegangen, berichtet die Europäische Umweltagentur. Das deutet auch auf den Rückgang vieler anderer Insektenarten hin.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...-a-912617.html
  1. #1

    Erst die Bienen, nun die Schmetterlinge

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In 20 Jahren sind die Bestände der Wiesen-Schmetterlinge in Europa um fast 50 Prozent zurückgegangen, berichtet die Europäische Umweltagentur. Das deutet auch auf den Rückgang vieler anderer Insektenarten hin.

    Bestände von Wiesen-Schmetterlingen schwinden europaweit - SPIEGEL ONLINE
    Wenn sowohl Bienen als auch Schmetterlinge in ihren Beständen immer weiter zurückgehen und somit als Bestäuber von Blüten ausfallen, und die davon betroffenen Pflanzen sich somit auch nicht mehr fortpflanzen können, dann könnte das eine fatale ökologische Kettenreaktion auslösen.
  2. #2

    Schmetterlinge brauchen Wiesen

    Kein Wunder wenn wir überall wo noch eine Freifläche ist Raps für Biosprit und Mais für Biogas und Strom anbauen. Schäfer bekommen kein bezahlbares Weideland mehr verpachtet und Schmetterlingen fehlt die Nahrung. Bedanken können wir uns bei Frau Künast von den Grünen die all diesen Schwachsinn während der rot-grünen Koalition losgetreten hat. Stellt man sie heute zur Rede was sie angerichtet haben, hört man nur die Antwort: Wir haben es ja gut gemeint.
  3. #3

    Katastrophal!

    Seit 20 Jahren gibt es überhaupt erst so etwas wie ein nennenswertes Umweltbewusstsein bei Politik und Bevölkerung. Trotzdem - eine Halbierung der Bestände in dieser Zeit! Die Gleichgültigkeit und Konsequenzlosigkeit mit der solche Meldungen aufgenommen werden lässt Schlimmes ahnen. Die Städter haben ohnehin zur Natur kaum eine Beziehung, und die Landbevölkerung ist es ja selbst, die mit Monokultur, Pestiziden und Flurbereinigung den Schaden anrichtet.
    Ob A. Merkel das Artensterben zur Chefsache macht? Haha, das war natürlich Ironie...
  4. #4

    Traurig

    Ich kann meinen Kindern schon jetzt im Garten lediglich ein paar Pfauenaugen, Weißlinge und Zitronenfalter zeigen. Ein Admiral ist da schon eine kleine Sensation. Meine Enkel werden dann vermutlich gar keine Schmetterlinge mehr kennenlernen.
  5. #5

    Intensive Bewirtschaftung

    sämtlicher Flächen inklusive Wiesen lässt eben kaum noch Lebensraum übrig. Wiesen werden durch (Über)Düngung zu effizientem Anbau von Viehfutter genutzt, Folge sind Gras-Monokulturen ohne Artenvielfalt. Die Agrarindustrie duldet eben nur, was sich auch verkaufen lässt. Und schneidet sich damit den Ast ab, auf dem sie sitzt. Wie soll den irgendetwas angebaut werden, wenn es keine bestäubenden Insekten mehr gibt? Die kann man nicht einfach in Massen "erzeugen".
  6. #6

    Seit vielen Jahren

    schon kann man beobachten, dass sich an den Windschutzscheiben unserer Autos keine Insektenleichen mehr ansammeln. Mein Garten ist voller blühender Blumen – Schmetterlinge Fehlanzeige. Diese Entwicklung beobachte ich schon seit etlichen Jahren.
    Die Folgen dieses Artensterbens werden der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten noch zusätzliche Ernährungsprobleme bereiten. Wie hier schon beschrieben – dies wird offensichtlich nur als unbedeutende Randnotiz angesehen.
  7. #7

    Lichtverschmutzung

    ich hab mal gehört, dass immer mehr Leuchten auch dazu beitragen, dass darin etliche Insekten - auch Falter - verenden.
  8. #8

    Ordnungssinn und Pflegewut sind der Tod für Insekten und Wildkräuter

    Wer am Rande einer Stadt in Gärten mit Blick auf Felder und Wiesen in den letzten 20 Jahren vorwiegend an Schmetterlingssträuchern, Buddleien, in den Monaten von Juli bis Oktober die flatternden Besucher, Tagfalter wie Tagpfauenauge, Kaisermantel, Admiral, Distelfalter und viele andere, beobachtet hat, wird innerhalb dieses Beobachtungszeitraums der Angabe der EUA mit einem Rückgang um 50 Prozent bei den Schmetterlingen kaum zustimmen können. Vor 20 Jahren flogen in dieser Jahreszeit beim Vorübergehn von den Blütenständen dieses Strauchs regelrecht Schwärme der Falter auf, um unmittelbar danach zu den Blüten zurückzukehren, inzwischen ist es fast schon eine Rarität, wenn sich an einem Tag auch nur ein Schmetterling einfindet.

    Dies mag nicht für ganz Europa gelten, aber Deutschland hat mit seinem rigorosen Management, Wegränder, ungenutzte Flächen, Standorte von Disteln und anderen Wildkräutern vom Wildwuchs zu befreien eine Spitzenleistung vollbracht und wenn es auch nur darum ging Bedienstete der Gemeinden für einen radikalen Einsatz zu beschäftigen. Insekten und Wildkräuter stellen vermutlich für die dafür zuständigen Beamten unerwünschte und zu eliminierende wertlose Randerscheinungen dar und mit solchen Herrschaften gehen in der Regel Naturschützer absolut rücksichtsvoll um. Übrigens stellen Randbepflanzungen zur Ausschmückung der Ortseinfahrten und auch innerorts, die an stark befahrenen Straßen dekorativ angelegt werden, ein Lockangebot mit tödlicher Wirkung für viele Insekten dar.
  9. #9

    Nicht die fehlenden Pflanzen, …

    …sondern die Überfütterung der Meisen im Winter ist eines der Hauptprobleme, warum es immer weniger Schmetterlinge gibt.

    Denn einer Meise ist es egal, wie schön und nützlich die dicke Raupe mal werden wird.

    http://www.bundnaturschutz-eichstaett.de/schmetterlingsforum/meisen.htm