Tour-Sieger Froome: Eine Frage des Glaubens

AP/dpaDer Brite Christopher Froome gewinnt die 100. Tour de France. Wegen seiner außergewöhnlichen Leistungen polarisiert er wie nur wenige Sieger zuvor. Vor allem der enorme Entwicklungssprung nach einer überstandenen Erkrankung wirft Fragen auf - und erinnert an einen sehr pikanten Fall.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/to...-a-912237.html
  1. #1

    Gestern 3mal Nachrichten geguckt...

    ...und 3 mal von TdF Tageszieg berichtet. Jedes mal aber kein einzigen Wort zum Open Championship Golf MAJOR!!!

    Traurig, wirklich traurig. Die Deutschen tun mir Leid wenn es kein Fussball EM oder WM Jahr ist.
    Ausser Fussball und TdF habt ihr gar nix!
  2. #2

    Was?

    Die Tour ist schon zu Ende?
  3. #3

    Wenn man bedenkt, wer schon alles immer wieder beteuert hat er sei sauber und anschließend dann doch überführt wurde, dann ist es auch nicht verwunderlich dass man Froome nicht so recht glauben will und kann.
  4. #4

    Das Maillot Jaune....

    ....und kein Ende!
    Es gibt wohl kein vergleichbares Sportereignis als die Tour de France und wohl auch keinen vergleichbaren Kult um den Sieger. Eines vorneweg, selbst wenn es im aktuellen Radsport, genau wie in allen anderen Sportarten, immer noch flächendeckendes Doping geben sollte, ist es eine herausragende Leistung und erfordert trotzalledem knallhartes Training, über drei Wochen solch eine Leistung zu bringen.
    Aber gut, bevor hier wieder das Bashing gegen den härtesten Sport der Welt (vom Triathlon mal abgesehen) beginnt, ist es faszinierend zu beobachten, dass auch bei SPON nun endlich mal eine weibliche Journalistin das Thema beackern darf, zu Zeiten von Ullrich und Armstrong war dieser Sport eher den Alpha-Männchen in den Sportredaktionen dieser Republik vorbehalten. Ein Schelm wer schon deshalb vermutet, dass diese Sportart hierzulande völlig am Boden liegt.
    Nun denn, der große Favorit gewinnt die Tour de France 2013 und natürlich ist er, wie alle seine Vorgänger, gedopt gewesen. Natürlich mit einem Mittelchen, welches noch völlig unnachweisbar sein soll. Ich liebe Legenden, andererseits ist man als Fan dieser Sportart in den letzten Jahren schon etwas divergent geworden, schon wenn man weiß, was für Strapazen eine einzige Etappe auf dem Niveau der Tour bedeutet.
    Fakt ist jedoch, dass der Radsport allen anderen Sportarten im Kampf gegen Doping meilenweit voraus ist. Ja, eine Phrase, die manche nicht mehr hören können, die aber stimmt. Man stelle sich vor, Fußballer, Tennisspieler, Leichtathleten oder Golfspieler veröffentlichen ihre medizinischen Daten, werden früh um sechs während eines Wettkampfes von den "WADA-Vampiren" aus den Betten geholt und müssen bei PKs fast ausschließlich Fragen zu ihren Dopingpraktiken beantworten! Ein Sturm der Entrüstung würde auf alle Beteiligten herniederprasseln, man möge doch Messi, Murray oder Bolt endlich in Ruhe lassen, die seien schon sauber, weil Doping in ihren Sportarten nix bringt (und ob es das tut!).
    Aber der Sport ist immer ein Spiegel der Gesellschaft, diese ist geprägt von Naivität, Intoleranz und Unglaube an Dinge, die man selbst für undurchführbar hält. Jeder Couchpotatoe im Fußballshirt glaubt es besser und schneller machen zu können, als Schweinsteiger oder Gomez, aber nur weil er seinen Hintern nicht hochkriegt, um mal ein paar Kilometer anstatt mit seinem SUV mit dem Rad zu fahren, sind die Leistungen im Radsport nicht machbar.
    Ach ja, alle schauen auf Froome, ich persönlich finde die Leistung von Quintana eher zweifelhaft, schon weil Kolumbianer auch eine Dopingtradition haben und sich Kontrollen in ihrer Heimat leicht entziehen können.
    So, und jetzt Bahn frei für die Froome-Basher!
  5. #5

    .

    Wer glaubt noch einem Radprofi?

    Weniger erwischte Profisportler, egal in welcher Sportart, bedeuten mit Sicherheit eines: die Dopingmittel sind nicht mehr so leicht nachweisbar.

    Wie sieht es eigentlich mit verletzten Sportlern aus, werden die regelmäßig getestet oder fallen die aus dem Testprozedere heraus? Kurz vor großen Wettkämpfen (Leichtathletik-WM oder Fußball-EM bzw. -WM) sind einige der bekannten Sportler verletzt, so dass man um ihre Teilnahme bangen muss. Und dann sind sie doch noch rechtzeitig fit geworden. Zauberei? Wohl kaum.
  6. #6

    Verstehe nicht....

    @pokolop: Wieso Mitleid? Vielleicht interessiert sich die Masse in Deutschland einfach nicht für Golf. (Sie meinten doch ein Golfturnier?) Weshalb sollte dann darüber berichtet werden? Mit Sicherheit gibt es Infos darüber in Spartenkanälen.
    Zum Thema: vermute schon, dass Froome gedopt ist. Die Erfahrungen der letzten Jahre sprechen eindeutig gegen ihn. Ist in meinen Augen wohl nur eine Fage der Zeit. Es ist schade, dass es so ist. Aber wer einmal lügt, dem glaubt man nunmal nicht mehr. Wenn er tatsächlich gedopt hat - dann bin ich gespannt, ob die Toursas überlebt....
  7. #7

    Physiologisch unerklärbar

    sind die Leistungen von Froome nicht, aber am oberen Ende von dem, was ohne Doping machbar ist. Dass Froome ohne Hilfsmittel zum "ultimate human being" mutiert, glaube ich aber nicht...
  8. #8

    Golf und Glaubensfragen

    ....nunja, es mag ja niemand bestreiten, dass die Tour (wie einmal physiologisch festgestellt, eine dem Bau der Pyramiden ähnliche Kraftleistung) ein Riesenspektakel ist. Also ist auch darüber zu berichten, denn milimeterscharfe Sprints, spektakuläre Abfahrten und halbsbrecherische Manöver sind beim Golf doch eher selten. Tatsache aber auch, dass Deutschland ein Fussballland ist ( und hier wird, wie im Tennis, das Doping totgeschwiegen). Immerhin mag ich zugestehen, dass Golf vielleicht die letzte saubere Sportart ist; dennoch kann man/n einer TdF oder der NFL trotz Dopings mehr abgewinnen und das rechtfertigt eben ein -auch gern kritisches (wobei ich dies beim Fussball auch wünschen würde)- Medieninteresse. Golf in sauber gibt's ja immernoch genug....... Beim VW Händler;)
  9. #9

    Ausser Fussball und TdF habt ihr gar nix?

    Doch. Boxen z.B.. Oder Motorsport, Stichwort Formel 1. Golf dagegen ist hierzulande nur eine Randsportart. Und steht seit ewigen Zeiten in dem Ruf, nur etwas für reiche Jüngelchen und gelangweilte Hausfrauen der Oberklasse zu sein. Zeitvertreib für Zahnärzte und dummdreiste Yuppielarven. Welch Wunder also, wenn dieser Sport hier weitaus weniger Anklang in den Medien findet als in den angelsächsischen Ländern.
    Was die Berichterstattung über die Tour de France angeht, so steht diese doch heutzutage in keinem Vergleich mehr zu der von vor 10 Jahren etwa. Die Dopingskandale haben ihr übriges getan. Zumindest den Anschein der Sauberkeit muß es bei uns schon haben. Und im Gegensatz zu Frankreich verbindet man die Tour hier bei uns nicht mehr mit so etwas wie Nationalstolz. Denn das gehört bei uns immer irgendwie zum Sport dazu. Ist es doch das einzige Feld, auf dem wir uns ein solches Gefühl überhaupt erlauben.