Kameraüberwacher im sozialen Brennpunkt: "Ich passe auf alle auf!"

Pia Lenz/ NDRWie viel Kontrolle verträgt die Freiheit? Klaus Noll kann die Bewohner der Hochhaussiedlung "Hudekamp" per Kamera bis zur Wohnungstür verfolgen. Die Überwachung ist bei vielen verhasst, doch Noll, den großen Bruder am Monitor - ihn mögen die Mieter.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-911479.html
  1. #1

    Freiwillig

    würde ich da nicht mal wohnen, wenn man mich dafür bezahlen würde.
  2. #2

    optional

    irgendwie passend zu den abhörskandalen auf der ganzen Welt.ich finde solange es sich auf öffentliche Bereiche, und damit meine ich auch Hausflure in Hochhäusern, beschränkt ist das in Ordnung. Nur die Privatsphäre in den Wohnungen sollte gewahr werden, wobei man sich ja durchs Internet sowieso schon gläsern macht.
  3. #3

    Ist so traurig

    Ist so traurig, dass Menschen untereinander sich so verfremden und dann Chaos überall. Die Ordnung ist wie nach einem Beben aus den Fugen geraten.
    Ist schon OK, dass diese Kameras so ziemlich alles wieder
    ordnen und Sicherheit in diese Hochhaus einkehren.
    Doch an allen Orten Kameras zu haben dabei ist mir persönlich
    nicht wohl. In den Supermärkten hat man sich ja schon daran gewöhnt.
    Da sich unsere Gesellschaft immer mehr verfremdet und Delikte zunehmen, steuert unsere Zukunft darauf hin, dass Kameras dann normal sind wie Straßenlaternen.
  4. #4

    Zitat von sudiso Beitrag anzeigen
    irgendwie passend zu den abhörskandalen auf der ganzen Welt.ich finde solange es sich auf öffentliche Bereiche, und damit meine ich auch Hausflure in Hochhäusern, beschränkt ist das in Ordnung. Nur die Privatsphäre in den Wohnungen sollte gewahr werden, wobei man sich ja durchs Internet sowieso schon gläsern macht.
    Die aktuelle Rechtssprechung sieht das zum Glück nicht so wie Sie. Ein Klage gegen diese Überwachung bis zu Wohnungstür hätte sehr große Erfolgschancen.
    Es geht niemanden etwas an, wann, mit wem (Geliebte, Nutte etc.), mit was (Schnapsflaschen etc.) und wie lange man in seiner Wohnung verschwindet.
  5. #5

    Keine Kameras ohne Zustimmung aller Mieter!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie viel Kontrolle verträgt die Freiheit? Klaus Noll kann die Bewohner der Hochhaussiedlung "Hudekamp" per Kamera bis zur Wohnungstür verfolgen. Die Überwachung ist bei vielen verhasst, doch Noll, den großen Bruder am Monitor - ihn mögen die Mieter.

    Hudekamp: Kameraüberwacher im sozialen Brennpunkt - SPIEGEL ONLINE
    Wenn auch nur ein Mieter die Beseitigung der Anlage fordert, dann muss sie abgebaut werden. Es gibt diesbezüglich genügend Urteile. Darin wird auch klargestellt, dass ohne Zustimmung aller Mieter erst gar keine Kameras montiert werden dürfen.
  6. #6

    irrationale und dumme Menschen

    Nur irrationale und dumme Menschen finden Überwachung gut - weil sie nicht begreifen, dass die wirklichen und viel größeren Gefahren für unser Leben ganz woanders auf uns lauern (im Straßenverkehr, beim Rauchen, Alkohol, bei falscher Ernährung, mangelnder Bewegung und einem Leben als Couch-Potato vor der Glotze).

    Allein durch Haushaltsunfälle und Sturz von der Treppe ist jeder von uns 1000x mehr vom Tod bedroht, als durch alle Überfälle zusammen. Aber panische Angst hat komischerweise niemand vor Treppen, vor Autos, vor nikotinverqualmten Wohnungen etc., sondern nur vor irgendwelchen dubiosen Anschlägen und Überfällen.
  7. #7

    Wenn auch nur die Hälfte der Beschreibungen über das Viertel zutrifft: würde ich dort leben müssen, ich würde die Überwachung begrüßen. Solange sie an der Wohnungstür endet.
  8. #8

    Hoffentlich liest ...

    Thilo Weichert den Artikel und man dieser durch SPON auch noch zustimmend beschriebenen Privatschnüffelei ein Ende, aber mit Bußgeld. Auch Bewohner sozialer Brennpunkte haben ein Recht darauf, beim Betreten ihrer Wohnung (wann? mit wem? was unterm Arm?) nicht bespitzelt zu werden. "Blockwart 2013" lese ich hier.
  9. #9

    Als ich 2006 jobbedingt nach Lübeck ziehen wollte, sah ich mir auch zwei Hochhauswohnungen im Hudekamp an. Ich wusste ja nicht wo schlechte Wohngegenden sind.

    Kurzum: die lübecker Version eines Ghettos wie ich es auch aus Berlin kenne.

    Die Wohnung war gar nicht mal so preiswert. Auf dem "Balkon" konnte man einen Stuhl stellen; ansonsten konnte man aussenrum auf einem schmalen Stieg entlang der Wohnung gehen. Alles voll Taubenkot.
    Die Badezimmer in Eitergelb oder Leichenhaustürkis, die Küche nicht der Rede wert und abends würde ich da nicht ohne Personenschutz langgehen.

    Ich bin gegen Kameraüberwachung. Aber DORT kann ich es leider verstehen. Personenschutz (so 5-6 2er Teams) wäre angebrachter.