Kältemittelstreit : EU-Experten erhöhen den Druck auf Daimler

DaimlerDaimler droht womöglich eine großangelegte Rückrufaktion: Experten der EU-Mitgliedsstaaten billigten den Schritt Frankreichs, die Zulassung für mehrere Mercedes-Modelle auszusetzen. Grund für den Streit ist ein klimaschädliches Kühlmittel.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/e...-a-911718.html
  1. #1

    Mal abwarten,

    wenn es in den USA die ersten Opfer durch austretendes Kältemittel,das sich im Motorraum entzündet und Flusssäure entwickelt hat gibt und die darauf folgenden Produktklagen in 3-stelliger Millionenhöhe eingereicht werden.
    Das ist geradezu ein Gelddruckprogramm für US-Anwälte.
  2. #2

    Was sind denn die meisten Neuwagen?

    Könnte der Redakteur mal bitte den letzten Satz erklären? Fast alle Neuwagen, die derzeit auf den Markt kommen, habe eine Typgenehmigung, die es erlaubt, dass alte Kältemittel zu verwenden.
    Die Verwendung vom Kältemittel hat fast nichts mit dem Herstellungsdatum zu tun. Kann der Redakteur umgekehrt ein Modell, dass schon mit dem neuen "klimafreundlichen" Kältemittel auf den Markt kommt?
  3. #3

    Daimler bekommt seine Grenzen aufgezeigt

    und das mit gutem Recht. Auch Daimler muss sich an Zulassungsrecht halten, genau wie jeder Hersteller (auch Nicht-Europäische) wenn Fahrzeuge in Europa verkauft werden sollen.
    Es ist schon prekär und dürfte einmalig sein, dass die EU dem KBA damit offen erklärt mehrere Genehmigungen absichtlich und rechtswidrig erteilt zu haben.
    Bin mal gespannt wie diese Genehmigungen wieder eingefangen werden sollen.
  4. #4

    EU neben der Spur

    Zitat von sp66 Beitrag anzeigen
    und das mit gutem Recht. Auch Daimler muss sich an Zulassungsrecht halten, genau wie jeder Hersteller (auch Nicht-Europäische) wenn Fahrzeuge in Europa verkauft werden sollen.
    Es ist schon prekär und dürfte einmalig sein, dass die EU dem KBA damit offen erklärt mehrere Genehmigungen absichtlich und rechtswidrig erteilt zu haben.
    Bin mal gespannt wie diese Genehmigungen wieder eingefangen werden sollen.
    Die Sicherheit der Autokäufer ist wichtiger als Umweltschutz, Daimler handelt absolut korrekt und im Sinne der Kunden. Die EU handelt mal wieder nur ideologisch.
  5. #5

    Korrekt!

    Die Klagen wird es geben, aber wohl eher gegen den Hersteller, der es nicht schafft, sichere Fahrzeuge zu konstruieren! Zur Erinnerung: auch das im Fahrzeug mitgeführte Benzin könnte brennen!
    Dass ein Hersteller sich über (für alle) geltendes Recht hinwegsetzt, ist schon ein starkes Stück und zeigt die Arroganz und Überheblichkeit von Mercedes. Vielleicht ist es aber auch nur ein neues Sparprogramm, denn das alte Kältemittel R134a kostet nur einen Bruchteil des neuen Mittels R1234yf...
    Schlimm ist nur, dass Deutschland am Ende das Vertragsverletzungsverfahren der EU am Hals hat und so der deutsche Steuerzahler dafür bezahlen wird, dass das KBA in Flensburg einen einzelnen Hersteller hofiert.
    Die Typgenehmigung ist im Grunde ein Witz. Die Übereinstimmungen der neuen Modelle mit den alten gibt es aus technischer Sicht nicht. Die einzige echte Übereinstimmung ist wohl die selbsttragende Karosserie...
    Wenn alle Hersteller sich so verhalten, werden gesetzliche Vorgaben (z.B. Abgasnormen, Sicherheitsrichtlinien etc.) nicht mehr durchsetzbar, denn jedes neue Modell könnte unter der Typgenehmigung des Vorgängers laufen und so alle neuen Vorschriften umgehen. Die Industrie akzeptiert für sie positive Regelungen, was nicht ins Konzept passt, wird ignoriert.
    Toll!
  6. #6

    Gleiches Recht

    Liebe Foristen, jetzt mal bittschön ganz ruhig bei die Pferde. Mit Umweltschutz hat das wenig zu tun, höchstens mit dümmlicher Politik.

    Fakt ist: Die EU hat Richtlinien erlassen, die technisch offenbar nicht so umsetzbar sind, dass dies ohne erhebliches Gefährdungspotenzial für die Konsumenten oder einen erheblichen Mehrverbrauch einhergeht. Auch die CO2 Kühlung hat ihre Tücken und ohne Kältemittel ist der Wirkungsgrad grottenschlecht, sprich Spritmehrverbrauch.

    So ein Richtlinien-Bullshit soll ja in der EU mal ab- und zu vorkommen, nicht nur bei PKW, sondern auch z.B. bei Bananen oder der Vorratsdatenspeicherung. Dies ist nichts neues, auch wenn es die Eurokraten ungerne zugeben.
    Andere Hersteller haben das Problem bisher durch Zulassungserweiterungen auf die lange Bank geschoben und genau auf die hat Daimler auch umgestellt, als sie gemerkt haben, dass das neue Kältemittel brandgefährlich ist.
    Nun meinen die Eurokraten, gerade bei Daimler, aus was für Motiven auch immer, alle Register ziehen zu müssen.

    Ich bin für gleiches Recht: Auch im Finanzwesen sollte man mal die EU Richtlinien ganz genau so exakt umsetzen wie es die Franzosen bei den PKW fordern. Also so richtig knallhart dogmatisch. Dann sparen wir hier in Deutschland viel Geld, weil nämlich gewisse Hilfen nach Südeuropa (Hallo: "No bail out", Verträge sind einzuhalten!) entfallen. Ach so, da gehen dann französische Banken pleite. Hmm, kann man leider nicht ändern, EU Recht und so. Einfach mal durchziehen, dann schauen, wie lange es dauert, bis die Eurokraten einknicken und das bewährte Kältemittel wieder zum Einsatz kommt. Das Argument mit der Klimaschädlichkeit ist nämlich ziemlich an den Haaren herbeigezogen, gegenüber den alten FKW ist das alles Gold. Hier geht es nur um ziemlich dümmliche Machtspielchen.
  7. #7

    Zitat von sp66 Beitrag anzeigen
    Es ist schon prekär und dürfte einmalig sein, dass die EU dem KBA damit offen erklärt mehrere Genehmigungen absichtlich und rechtswidrig erteilt zu haben.
    Herrlich! wenn es nicht so ernst waere koennte man herrlich darueber schmunzeln.
    "Die EU"; ein durch nichts und wieder nichts legitimierter Haufen von lobbygesteuerten und korrupten absoluten Idioten will der demokratisch legitimierten und geradezu altehrwuerdigen Institution namens "Kraftfahrtbundesamt" "erklaeren" wie das mit den Typgenehmigungen so aussieht.
    Dem Kraftfahrtbundesamt mit fast 70 Jahren Erfahrung in diesem Metier und absolut einwandfreiem Leumund.
    Grosses Kino.
    Es bleibt nur zu hoffen dass diese Kaeltemittelgroteske einer der letrzten Sargnaegel fuer diesen unfassbaren Sauhaufen namens "EU" sein wird.
    Dass die nicht selber merken wie unfassbar laecherlich sie sind, da in Bruessel...
  8. #8

    Immer diese Quertreiber

    Zitat von heinz4444 Beitrag anzeigen
    wenn es in den USA die ersten Opfer durch austretendes Kältemittel,das sich im Motorraum entzündet und Flusssäure entwickelt hat gibt und die darauf folgenden Produktklagen in 3-stelliger Millionenhöhe eingereicht werden.
    Das ist geradezu ein Gelddruckprogramm für US-Anwälte.
    SAE-Untersuchung[Bearbeiten]Die durch die Daimler-Tests neu angefachte Debatte über die Sicherheit von Tetrafluorpropen führte nicht dazu, dass Daimler mit seiner Auffassung allein und isoliert dasteht, wie der bedeutendste Verband von Automobilingenieuren, die SAE Ende 2012 herausstellte. Ein innerhalb der SAE eingesetztes Expertenteam (CRP-1234-4 Team) sollte die Vorbehalte neu untersuchen und Ende Februar 2013 vorläufig und im Sommer final dazu berichten. Wegen offenbar unüberwindlichen konträren Auffassungen gaben sowohl Daimler, als auch BMW und Audi Anfang Februar 2013 bekannt, die SAE-Expertengruppe vorzeitig zu verlassen.[18]
    Im April 2013 verkündete die SAE als Ergebnis von durchgeführten Untersuchungen, dass R1234yf für die Verwendung in Fahrzeugen sicher sei. Der von Daimler verwendete Test wäre unrealistisch, da einige Faktoren eines realen Unfalls nicht beachtet worden seien.[19] Der endgültige Bericht wurde im Juni 2013 veröffentlicht. Demnach sei das Risiko, dass sich R1234yf entzünde, nahezu sechsmal geringer als bei bisherigen Kältemitteln
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Daimler droht womöglich eine großangelegte Rückrufaktion: Experten der EU-Mitgliedsstaaten billigten den Schritt Frankreichs, die Zulassung für mehrere Mercedes-Modelle auszusetzen. Grund für den Streit ist ein klimaschädliches Kühlmittel.

    EU stärkt Frankreich im Kältemittelstreit und erhöht Druck auf Daimler - SPIEGEL ONLINE
    Das Mittel von Daimler ist technisch überlegen und umweltfreundlicher. Besser wäre natürlich reines CO2, aber die Diskussion wiederholt sich hier ja ständig. Ohne dass die SPON-Redakteure was dabei lernen würden ...