Neues Polit-Kino aus den USA: Die amerikanischen Träumer

20th Century FoxIst Gewalt okay? Sogar gegen Menschen? Zwei neue US-Filme beschäftigen sich mit Polit-Widerstand im eigenen Land, beide erfreulich unhysterisch. In "The Company You Keep" wird ein Anti-Vietnam-Aktivist von seiner Vergangenheit eingeholt, in "The East" kämpfen junge Idealisten gegen Großkonzerne.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/ne...-a-910847.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist Gewalt okay? Sogar gegen Menschen? Zwei neue US-Filme beschäftigen sich mit Polit-Widerstand im eigenen Land, beide erfreulich unhysterisch. In "The Company You Keep" wird ein Anti-Vietnam-Aktivist von seiner Vergangenheit eingeholt, in "The East" kämpfen junge Idealisten gegen Großkonzerne.

    Neue Polit-Filme The East, The Company You Keep von Redford - SPIEGEL ONLINE
    Dumme und eitle Propaganda, die schon von vorne herein auf einer falschen Behauptung fußt ...
    Nein, kollektivistische Ansätze sind nicht "menschlicher" oder besser für die Umwelt ...

    Nein, Freiheit für Gleichheit einzutauschen führt nicht zum besseren Leben, sondern zu weniger Gleichheit, zu weniger Wohlstand und braucht immer die Gewalt einer kleinen politischen Gruppe, die davon -egal wie gut ihre Ausgangsintentionen mal waren - korumpiert wird.

    Nicht umsonst sagte der Gründer von Greenpeace sich von dieser Gruppe los, weil es ein Sammelbecken von "Neo-Marxisten" (seine Worte) geworden war, die Umweltthemen für ihre totalitären Zwecke mißbraucht hat.
    Die "Konsumkritik" - bei gleichzeitiger verehrung von quasi sozialistischen Systemen, die bisher immer entweder zu Verarmung oder zu Genoziden in die 100 Millionen (China) geführt haben - ist nichts anderes als Propaganda.
  2. #2

    Zitat von mustafa20 Beitrag anzeigen
    Dumme und eitle Propaganda, die schon von vorne herein auf einer falschen Behauptung fußt ...
    Nein, kollektivistische Ansätze sind nicht "menschlicher" oder besser für die Umwelt ...

    Nein, Freiheit für Gleichheit einzutauschen führt nicht zum besseren Leben, sondern zu weniger Gleichheit, zu weniger Wohlstand und braucht immer die Gewalt einer kleinen politischen Gruppe, die davon -egal wie gut ihre Ausgangsintentionen mal waren - korumpiert wird.
    Nur weil sich Menschen von Anfang an zu Gruppen zusammengefunden haben, die gemeinsam ein Ziel oder auch eine Idee verfolgen, konnten sie bis heute überleben. Ohne 'Kollektive' wäre der Homo sapiens sicher ausgestorben. Dass es durch die Jahrtausende immer wieder zu Exzessen kam, bei denn einige wenige ihre Macht missbrauchten, um die Mehrheit zu gängeln und zu unterdrücken, spricht nicht dagegen, sondern nur gegen die jeweiligen Systeme.

    Davon hat übrigens bis heute keins besonders überzeugt, ob Feudalismus, Absolutismus, Theokratie, Kommunismus, Sozialismus oder Demokratie, sie alle werden von denen mißbraucht, die durch Krieg, Putsch oder Wahl an die Macht kommen, was wiederum in der Natur des Menschen liegt.

    Die Alternative wäre das reine Faustrecht und damit das Recht des Stärkeren. Mag sein, dass Sie, mustafa, in solch einer Welt leben wollen, die meisten ihrer Mitmenschen wollen das nicht!
  3. #3

    Paranoia

    Warum Paranoia heute weniger angebracht sein soll als 1975 ist nicht ganz klar. Der Vietnamkrieg war sicher ein sinnloses Verbrechen, das auch mit Lügen wie dem Tonkin-Zwischenfall legitimiert wurde. So wie der letzte Irak-Krieg mit "Massenvernichtungswaffen". Und der erste mit Babys die angeblich aus Brutschränken gezerrt wurden. Die dreiste Verlogenheit von US-Regierungen ist nicht zu toppen.
    Und: die Möglichkeiten der Überwachung sind exorbitant gestiegen, und werden exzessiv genutzt. Die Vernichtung der Natur geht rasender denn je von statten, dank gewachsenem Investitionskapital (Kapital das von Normalbürgern seit langen in die Taschen der ohnehin Reichen umgeleitet wird) und technischem "Fortschritt".
    Auf die Idee zu kommen auf die offensichtliche Ohnmacht der Zivilgesellschaft mit Terror gegen Kapitalisten und Naturzerstörer zu antworten liegt auf der Hand. Insofern ist es auch kein Wunder dass zwei Filme das Thema gleichzeitig aufgreifen. Womit beschönigende und wolkige Appelle an brave "demokratische Beteiligung" etwas seicht wirken. Sogar Jimmy Carter sagte gerade explizit dass es derzeit keine funktionierende Demokratie in den USA gibt. Aber - liebe NSA und BND - ihr braucht mich jetzt nicht überwachen, ich bin eher Pazifist und Weichei. Das mag auch verdächtig sein - aber nicht terrorverdächtig.
  4. #4

    Typisch linke Weltsicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist Gewalt okay? Sogar gegen Menschen? Zwei neue US-Filme beschäftigen sich mit Polit-Widerstand im eigenen Land, beide erfreulich unhysterisch. In "The Company You Keep" wird ein Anti-Vietnam-Aktivist von seiner Vergangenheit eingeholt, in "The East" kämpfen junge Idealisten gegen Großkonzerne.

    Neue Polit-Filme The East, The Company You Keep von Redford - SPIEGEL ONLINE
    "Wir haben Fehler gemacht, aber wir waren im Recht."

    sagt Susan Sharadon am Ende.

    Besser kann man die linke Weltsicht nicht beschreiben. Als Bessermenschen und Besserwisser haben sie immer Recht, und das rechtfertigt alle Mittel. Wer in ihren Augen jedoch Unrecht hat, der darf nicht einmal rechtstaatliche Mittel für seine Zwecke einsetzen.

    Heuchlerisch bis unter die Haarspitzen.
  5. #5

    brilliant geschrieben
  6. #6

    Paranoider Staat

    Hierzulande können sie doch kaum einen Debatierabend organisieren, ohne das Staatsschutz, Landes- und Bundesamt f. Verfassungsschutz, BKA und sonstige "Sicherheitsorgane" ganz lieb auf sie aufpassen. Und dank rechnergestützter Vollüberwachung und den richtigen Algorithmen wissen die Schergen demnächst sogar vor den jeweiligen Bürgern, dass sie zu Dissidenten werden.
  7. #7

    ...

    Anlass zur intellektuellen Auseinandersetzung über fehlgeleitete und legitime Formen des Widerstands.

    Die Interpretation welche Maßnahmen fehlgeleitet sind und welche legitim, wird doch danach getroffen, ob der Widerstand erfolgreich war.

    Ich bin ganz froh darüber, daß die Franzosen in ihrer Revolution gewaltsam waren oder daß man gewaltsam (wenn auch zu spät) gegen die Nazis vorgegangen ist. Bestimmte Dinge ändert man nicht anders. Bestimmte "Eliten" verstehen keine andere Botschaft. Bestimmte "Führer" müssen physisch von dieser Welt verschwinden, damit Freiheit, Friede, Glück herrschen kann. Wer das leugnet, ist meiner Meinung nach einfach nur sehr dumm.

    Erstaunlich unhysterisch verhandeln beide Filme die Frage, wo erforderlicher Protest endet und willkürlicher Terror beginnt. Dabei kritisieren sie eindeutig die Methoden, allen voran den Einsatz von Gewalt, ohne jedoch die Intentionen zu diskreditieren.

    Auch hier, das Mantra, daß Gewalt per definition schlecht sei. Man denkt dabei immer an physische Gewalt. Aber ist es nicht auch Gewaltausübung, wenn eine kleine Minderheit sich auf Kosten der Mehrheit bereichert? Ist es nicht auch Gewalt, wenn man Menschen Perspektiven nimmt, die sie in einem Normalzustand haben könnten? Ist es nicht auch Gewalt, wenn man die Menschen an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindert, wenn man sie unglücklich macht, in prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen? Woher nur kommt die Annahme, diese Art von Gewalt wäre besser, als die Reaktion darauf?

    Wir sind reichlich verlogen, wenn wir so tun, als ob die ständig ausgeübte Gewalt durch Unterdrückung nicht so schlimm wäre. Als wenn sich daraus nicht die Legitimation ergäbe, die Verhältnisse wieder gewaltsam zu ändern. Aber die Menschen haben noch nie eine Revolution begangen, weil sie gerade mal Lust dazu hatten, sondern weil sie jahre- und jahrzehntelang unter Druck standen. Aber sowas darf man in unserer ach-so-freien Gesellschaft nicht sagen, weil man dann Gewalt gutheißt. Wie schrecklich. Ein schlimmer Mensch ist man dann. Nicht zu vergleichen mit den Bestien in Nadelstreifen, die unser Leben bestimmen, obwohl sie kein Recht dazu haben.
  8. #8

    ... Schützengräben ...

    ...erstmal schliesse ich mich meinem Vorredner an: Die Rezension von David Kleingers ist brilliant geschrieben. Danke dafür.

    Auch ich habe mich 40 Jahre lang an diesen Rechts-Links-Grabenkämpfen beteiligt: bis mir die Idee kam, dass diese Rituale nur dazu dienen, das eigene Denken zu behindern. Heute bin ich weder rechts noch links: ich bin gegen Ausbeutung und Unterdrückung - egal von welcher Seite. Aus meiner Sicht habe ich den Schützengraben verlassen und stehe erstmals in meinem Leben auf freien Feld. Die Perspektive wird dadurch eine ganz andere, sie wird nur noch durch das eigene Denkvermögen begrenzt.
  9. #9

    Zitat von mustafa20 Beitrag anzeigen
    Dumme und eitle Propaganda, die schon von vorne herein auf einer falschen Behauptung fußt ...
    Nein, kollektivistische Ansätze sind nicht "menschlicher" oder besser für die Umwelt ...
    Spannend wäre in der Tat etwas anderes. Etwa folgender Plot:

    Die mysteriöse Gruppe "The West" macht die Führungspersonen von Öko-NGOs zum Ziel drastischer Aktionen, um so auf Heuchelei und Korruption aufmerksam zu machen. Aufnahmen ihrer spektakulären Sabotageakte verbreitet die Zelle in viralen Internet-Videos, was für zusätzliche Unruhe in den Chefetagen sorgt. Nun soll Sarah "The West" finden, infiltrieren und ausheben lassen.

    Mutig, relevant, noch nie dagewesen. Aber wer will schon Kino, das aufrüttelt? Das wäre ja eine "inconvenient truth"...