Menschen mit Behinderung: Theoretische Inklusion

REUTERSPersönliches Budget, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe: Für Menschen mit Behinderung gibt es eine unübersichtliche Vielzahl von Hilfen. Doch wer sich im Dickicht des Sozialgesetzes zurechtfinden will, bekommt nur schwer einen Überblick.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-911475.html
  1. #1

    optional

    Zunächst einmal wäre zu klären, ob es eine zeitlich befristete Wiedereingliederungsmaßnahme wäre oder eine Dauerhafte. Bei einer zeitlich befristete Maßnahme wäre ich auch dafür, das die Betroffenen nicht auf ihr Privatvermögen zurückgreifen müssen. Dies würde aber wahrscheinlich gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen, da Hartz IV-Empfänger auch zunächst ihr Vermögen bis zur Untergrenze aufbrauchen müssen.

    Bei einer dauerhaften Wiedereingliederung wäre ich dagegen. Warum auch? Behinderte bekommen Hilfsmittel, Umbauten und Betreuungs-/ Pflegepersonal bezahlt, Unterkünfte werden z.T. übernommen und sie haben eine Obergrenze von 1.600 Euro, was weit mehr ist, als jeder Hartz IV-Empfänger.
  2. #2

    Schön wäre es ...

    Tatsächlich sind die wohlfeilen Formulierungen der Gesetzestexte angenehm und - für nicht behinderte Mitmenschen - emotional beruhigend zu lesen.
    In eben diesem Zug findet der Autor auch ein Plätzchen für sich: so stimmen sich (bei mehreren Leistungsträgern) diese sich miteinander ab. Und alles ist gut ... . Nur eben hinterher - bei einem Verdienst von 7000 Euro - (oh graus), da muss eben abgegeben werden.
    Verschwiegen - zum Schutze des (nichtbehinderten) Lesers - wird leider: einen Sch...ß machen die Träger. Die schieben sich die Kostenübernahme gegenseitig zu. Bloß nix zahlen: so ist Sozialhilfe subsidiär. Da streitet man sich gerne. Vor Gericht. Und das über Jahre. Und Kläger ist der Behinderte. Denn der will ja was. Dafür ist die Klage (ohne anwaltliche Vertretung) ja auch umsonst. Nennt sich dann z.B. Feststellungsklage. Festgestellt wird dabei, welcher der wohlfeilen Träger für die wohlfeilen Leistungen nun zuständig ist. Und noch was für den Autor - mal zum Lernen fürs Leben: da wird auch meist nicht studiert. Weil solange der Mensch noch drei Stunden täglich arbeiten kann (wie nun auch immer), da gibt es ALG II. Ist billiger für die Kommune. Und da ist eine Studium ausgeschlossen. Und gerne nochwas: die zusammengewürfelten Begrifflichkeiten sind aus völlig unterschiedlichen Rechtsgebieten ("so funktioniert das Gesundheitssystem in Deutschland").
    Und zur Qualität des Textes hier in Großbuchstaben:
    FÜR EINEN GDB VON 100 MÜSSEN EIN ARM UND EIN BEIN WEGSEIN (mal beispielsweise).
    Traurig einen derart ungenauen (bzw. falschen) Text zusammenzuschustern ....
  3. #3

    Korrektur

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
  4. #4

    Diese Leistungen bekommt aber nur, wer kein Geld hat und auf HartzIV- Niveau lebt. Behinderte, die Einkünfte haben, müssen all die Maßnahmen selbst bezahlen und können das oft nicht, zumindest nicht, wenn von den Einkünften noch mehr Menschen als sie allein abhängig sind. So kostet ein stundenweiser Besuch einer Werkstätte 900 Euro im Monat - wer hat die schon mal so übrig?
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Persönliches Budget, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe: Für Menschen mit Behinderung gibt es eine unübersichtliche Vielzahl von Hilfen. Doch wer sich im Dickicht des Sozialgesetzes zurechtfinden will, bekommt nur schwer einen Überblick.

    Menschen mit Behinderung: Unterstützung und Pflege im Alltag - SPIEGEL ONLINE
    Auf dem Papier sieht das alles sehr nett aus, aber die Realität ist eine andere mit hohen Mauern. Zu 95% muss man sich seine Rechte einklagen! Behörden vergessen dabei eines. Es sind Staatsdiener, diener des Volkes, diener des Bürgers. Sie führen sich aber auf wie Kaiser, Könige, Fürsten und Grafen. Es wird langsam mal zeit das die Behörden mal auf dem Teppich zurückkommen und den Bürger dienen so, wie es gesetzlich vorgesehen ist und nicht das Gesetz ist zwar da, aber Klage mal vielleicht gewinnen wir, vielleicht Du, egal die Klage bezahlt so wie so der Bürger mit Steuergelder!!
  6. #6

    ***

    Zitat von spon-facebook-1841160415 Beitrag anzeigen
    Auf dem Papier sieht das alles sehr nett aus, aber die Realität ist eine andere mit hohen Mauern. Zu 95% muss man sich seine Rechte einklagen! Behörden vergessen dabei eines. Es sind Staatsdiener, diener des Volkes, diener des Bürgers. Sie führen sich aber auf wie Kaiser, Könige, Fürsten und Grafen. Es wird langsam mal zeit das die Behörden mal auf dem Teppich zurückkommen und den Bürger dienen so, wie es gesetzlich vorgesehen ist und nicht das Gesetz ist zwar da, aber Klage mal vielleicht gewinnen wir, vielleicht Du, egal die Klage bezahlt so wie so der Bürger mit Steuergelder!!
    Leider muss ich das so bestätigen. Diese Langvogt-Mentalität ist in deutschen Ämtern erstaunlich verbreitet, und zwar so sehr, dass ich mich frage, ob in deren Ausbildung eigentlich Ethos und berufliche Pflicht keine Rolle spielt. Es geht nicht darum, blindlings Geschenke zu verteilen, sondern darum, die Betroffenen mit Respekt zu behandeln und korrekt die Arbeit zu tun.

    Beispiel: eine Beamtin berechnet etwas falsch. Ich weise sie darauf hin. Sie besteht darauf, ich lege Widerspruch ein. Daraufhin zitiert sie mich ins Amt. Ich denke, sie braucht noch weitere Informationen, aber nein, sie hat mich lediglich ins Amt zitiert, um mich unter Druck zu setzen, den Widerspruch zurückzunehmen. Ich sage, dass sie falsch berechnet hat. Sie: "Das machen wir hier immer so" (!!!). Ich lege Widerspruch ein und bekomme - natürlich - Recht, was von Anfang an klar war, aber sie hats halt versucht.

    In einem anderen Fall bekam ich seitenlange Auflistungen, was ich alles nachweisen soll, u. a. Dinge aus früheren Jahrzehnten, aus anderen Wohnorten usw., die für die aktuelle Situation weder erforderlich sind, noch relevant. Taktik ist offenbar: die Betroffenen so zu zermürben und auch finanziell zu belasten, dass sie irgendwann aufgeben. Das wird dann offenbar als "Sieg" verbucht. Ich habe das mal einem Beamten einer anderen Stadt gezeigt, der die Arbeit seiner Kollegen als - so wörtlich - "groben Humbug" bezeichnet hat.

    Das Problem ist, dass man solchen Leuten wirklich ausgeliefert ist und dass sie ja nicht als Privatpersonen agieren, sondern als Vertreter des Staates. Sie benehmen sich aber, als ob Recht und Gesetz für sie keine Gültigkeit hätten.

    Gerade für Behinderte ist sowas ganz schlimm, weil man ja sowieso in vielen Bereichen schon eingeschränkt ist, sich gegen solche Willkür zur Wehr zu setzen. Moralisch ist so ein Verhalten unter aller Sau, und es wäre gut, wenn der Bürger auch mal endlich eine effektive Handhabe bekäme gegen solche Willkür. Auch das hat was mit Inklusion zu tun. Denn hier wird die Schwäche von Behinderten gnadenlos ausgenutzt, damit Gemeinden ihre Haushalte sanieren können. Einfach nur ekelhaft. Der Behindertenbeauftragte in diesem Amt existiert offenbar nur auf dem Papier, ich habe ihn noch nie erreicht und noch nie gesehen. Unfassbare Zustände sind das.
  7. #7

    Behinderte = Hartz IV- Empfänger

    Mich schockiert die Selbstverständlichkeit, mit der Sie die Bedürftigkeit wegen Schwerbehinderung und die wegen Langzeitarbeitslosigkeit etc. (Hartz IV) gleichsetzen.
    Ich weiss aus eigener Erfahrung, wieviel Kraft und Disziplin es kostet, trotz Behinderung erfolgreich einen Beruf zu erlernen und auszuüben. Und ich weiss, wie sehr es frustriert, die Früchte der Arbeit nicht geniessen zu können, weil die Lebensführung mit Behinderung so teuer ist. Während die Kollegen Autos kaufen, Urlaub machen, Häuser bauen, reicht es bei Behinderten nicht einmal für eine angemessene private Altersvorsorge (die sie wegen des höheren Risikos dringend bräuchten). Dabei kann ich nichts für meine Behinderung: Ich wurde so geboren - normales Schicksal sagten die Richter, die die "Geburtshelfer" freigesprochen haben. Heisst im Umkehrschluss: Auch Sie hätten betroffen sein können. Auch Ihr Einkommen hätte auf einem -eher bescheidenen- Niveau eingefroren werden können- auf Lebenszeit. Alle anderen haben die Hoffnung, durch ihre Arbeit oder bessere Qualifikation den Lebensstandard steigern zu können.