Berufstests: Was Sie wollen? Sagen wir Ihnen!

CorbisKönnen Sie kunstvolle Fotos machen? Würden Sie gern einer erfahrenen Erzieherin begegnen? Mit solchen Fragen sollen Berufstests herausfinden, welcher Job zu einem passt. Berufsberaterin Uta Glaubitz hält das für Unfug - die Tests könnten das Problem sogar verschärfen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-911481.html
  1. #1

    Wer eine Berufsberatung in Anspruch nimmt weiß ja in der Regel noch nicht was er machen möchte. Da macht es im Prinzip Sinn einfach nur mal ein paar ungewöhnliche Berufe vorzustellen, die nicht jeder kennt. Was ein Automechaniker ein Friseur oder eine Krankenpfleger macht weiß eh jeder, würde einen ein solcher Beruf interessieren braucht man keine Berufsberatung.
  2. #2

    wie wahr!

    Erst war ich erschrocken ob der Überschrift und dachte "Na herzlichen Glückwunsch, wieder so ein Artikel bei dem der Widerspruch schon in der Überschrift sichtbar ist und womit die jungen Menschen nur schleunigst in irgendeinen Beruf gelotst werden sollen". Erleichtert war ich dann als ich weiterlas. Eine kritische Betrachtung. Sehr gut. Problem erkannt und kritisch beleuchtet. Ich bin froh meine Meinung dort wiedergefunden zu haben. Man kann nur hoffen dass das auch möglichst viele junge Menschen lesen.
    Das Prinzip "Wir geben ihnen die Anwort auf ihre Fragen" findet sich leider viel zu häufig in Presse und Ratgeberbüchern. Viel wichtiger ist das eigene Empfinden.
  3. #3

    Berufsberatung liegt oft daneben

    Als ich jung und schön war, lange ist es her, wurde mir nach acht Jahren Volksschule, trotz eines (angeblichen) IQ von 113, der Beruf des Großhandelsfachpackers (also Lagerist) vorgeschlagen. Ich lernte Großhandelskaufmann und, über den sog. Zweiten Bildungsweg, wurde ich später Dipl. Betriebswirt, dann abgeschlossenes Jurastudium und bin nun seit Jahrzehnten Freiberufler. Das zum Thema Berufsberatung.
  4. #4

    yo

    Zitat von Urbayer Beitrag anzeigen
    Als ich jung und schön war, lange ist es her, wurde mir nach acht Jahren Volksschule, trotz eines (angeblichen) IQ von 113, der Beruf des Großhandelsfachpackers (also Lagerist) vorgeschlagen. Ich lernte Großhandelskaufmann und, über den sog. Zweiten Bildungsweg, wurde ich später Dipl. Betriebswirt, dann abgeschlossenes Jurastudium und bin nun seit Jahrzehnten Freiberufler. Das zum Thema Berufsberatung.
    Mir wollte damals die Berufsberaterin (kam ungefragt in die Schule) ein Maschinenbaustudium aufschwatzen. Weil der Markt ja dringend welche brauchte. Trotzdem studierte ich, wie "geplant" Physik und hab dabei neben den "ursprünglichen" Dingen wie Relativitätstheorie und Quantenphysik auch den richtigen Umgang mit Computern und alledem gelernt. Dies ist dann auch mein Broterwerb geworden, IT stand damals schon zumindest vor der Tür, trotz dringendst benötigten Maschinenbauern, welche die Berufsberaterin als Empfehlung wohl als Zettel aus ihrem Karteikasten zog und Computer für die wohl sowas wie Steuerelemente für Raumschiffe waren.
  5. #5

    Na toll, mittels Esotherik herausfinden, welche Arbeit zu wem passt. Es wird ja immer bunter am Arbeitsmarkt.
    Ich verstehe, wenn nicht jeder nach der Schule weiß, was er werden will. Jedoch dann schon mit zweifelhaften Methoden und Fragebögen dann den richtigen Beruf suchen ist doch total an den Haaren herbeigezogen. Ein Berufsberater mit Erfahrung ist da eher gefragt oder ein offenes Ohr/Auge des Berufseinsteigers.
  6. #6

    Auch SPON bot einmal einen Studienwahltest in 19 Fragen an, den ich gerade über die Suche gefunden habe. Er ist nicht einmal so schlecht, weil er auf dem ersten Platz genau die Studiengänge auflistet, die mich am meisten interessieren, obwohl die Fragen gar nicht direkt auf diese Studiengänge ausgerichtet waren (und mein aktueller Job dennoch ein anderer ist). Der Explorix Test existiert auch tatsächlich, aber es scheint, dass man dafür bezahlen muss. Als ich noch in der Schule war, wurden uns auch verschiedene ähnliche Tests angeboten. Die Ergebnisse dieser Tests waren ziemlich seltsam, muss ich sagen, vor allem, als ich noch keine Ahnung hatte, was ich in meinem Leben machen wollte. Das Programm bot sogar Berufe an, in denen es wahrscheinlich nur ein Dutzend Stellen in ganz Deutschland gibt. Das ist natürlich ziemlich nutzlos. Ein zweites Problem ist, dass die Interessen oft bei den Befragten ähnlich sind. Wer gibt zum Beispiel nicht an, gerne ins Theater zu gehen, wenn die Alternativen "Lösung schwieriger Probleme" oder "Verwaltungstätigkeiten erledigen" sind? Aber das bedeutet nicht, dass jemand, nur weil er Theater mag, gleich etwas mit Medien studieren sollte. Es sollte auch nicht übersehen werden, dass neben den eigenen Interessen und Fähigkeiten die Arbeitsmarktbedingungen berücksichtigt werden müssen. Es ist nutzlos, wenn alle meine Interessen und Schulnoten darauf hindeuten, dass Schauspieler ein geeigneter Beruf wäre, wenn es für die Mehrzahl der Schauspieler schwierig ist, genug Geld zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Neben der Tatsache, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man die Eignung für bestimmte Tätigkeiten nur anhand von Schulnoten und der Beantwortung einiger einfacher Fragen testen kann.
  7. #7

    parship

    Das solche seltsamen Befragungen ein sinnvolles Ergebnis bringen, ist nach meinen bisherigen Erfahrungen sehr unwahrscheinlich.
    Als bestes Beispiel kann ich hier das Partner-Matching beim Kuppeldienst parship anführen, das nicht zum Erfolg führt (außer Gebühren für parship).
    Ich war zuerst ganz angetan von dem Test, der in verschiedenen Kategorien eine durchaus annehmbare Persönlichkeitsanalyse lieferte.
    Damit habe ich auch eine erhebliche Menge interessanter Menschen kennengelernt. Aber der eigentliche Zweck, einen (potentiellen) Partner zu finden, wurde nicht annähernd erreicht.
    Ohne parship ging's dann allerdings recht gut.
  8. #8

    Nun ja.....

    Da ja der Explorix-Test mitnichten das Ergebnis "Werd ErzieherIn!" auswirft sondern auskunft darüber gibt, wofür man sich interessiert, was einen motiviert und für welche Arten von Beschäftigung(en) man sich interessiert (nein, nicht für welche Berufe), und ich jetzt nicht dazu neige,andere Menschen herabzuwürdigen, enthalte ich mich einmal eines Kommentars zur Kompetenzanmutung der Autorin.
  9. #9

    Artikel ohne Aussagekraft

    Interessantes Thema. Aber leider ist der Artikel ohne Aussagekraft. Lediglich eine Ist-Analyse mit vielen wertenden (und nicht belegbaren) Aussagen. Aber eine Lösung? Nicht mal im Ansatz.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Können Sie kunstvolle Fotos machen? Würden Sie gern einer erfahrenen Erzieherin begegnen? Mit solchen Fragen sollen Berufstests herausfinden, welcher Job zu einem passt. Berufsberaterin <i>Uta Glaubitz </i>hält das für Unfug - die Tests könnten das Problem sogar verschärfen.

    Berufsberaterin Uta Glaubitz hält Berufstests für Unfug - SPIEGEL ONLINE