Israelisches Kinodrama "An ihrer Stelle": Propaganda mit Jungfrauenerotik

NFPDer gefeierte israelische Film "An ihrer Stelle" verspricht einzigartige Einblicke in die streng abgeschottete jüdisch-orthodoxe Community. Doch hinter der keusch-kitschigen Weichzeichner-Erotik des Liebesdramas verbergen sich zweifelhafte Botschaften.

Gefeiertes Kinodrama An ihrer Stelle über orthodoxe Juden - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Gute Kritik

    Und eins muss man auch sagen, dass es ALLE solche Gemeinschaften betrifft, die unter sich bleiben wollen. Auch bei uns gibt es einige Gruppe, die diesem Bild aus dem Film zu 99% entsprechen. Ich bin aber Mal auf die ganze Entwicklung gespannt, wenn jetzt die ultra-orthodoxen zu der Armee müssen, ob sich da endlich anfängt was zu ändern, weil die Leute quasi aus ihrer Gemeinschaft in die Realität versetzt werden und dann auch endlich sehen, welche Folgen ihre Haltung gegenüber den anderen mit sich bringt und welchen Preis die ganze Gesellschaft vor allem wegen diesen "ultra's" dafür zahlen muss. Vielleicht wird sich endlich auch anfangen dort in den Betonköpfen was zu bewegen. Vor allem ist es echt sehr krass, was die "ultra's" wirtschaftlich ihren eigenen Landsleuten antun. Aberwitzig ist auch, dass sie im Grunde den demokratischen säkularen Staat Israel ablehnen, aber diverse Leistungen fordern und auch beziehen.
  2. #2

    Na das ist doch mal anderes

    als das rituelle Anrennen gegen seit Jahrzehnten überkommene Konventionen.
  3. #3

    Ich bin erstaunt, wie viele englische Worte, Terme es gibt, die keine deutsche Entsprechung haben:
    community, message, coming-of-age, ...
  4. #4

    Wieso wird hier eine Propaganda angeklagt und

    einfach mit einer anderen Propaganda ersetzt?
    Wieso wird, statt die aesthetischen Uebertreibungen als ironisch oder eben als persoenliche rosarote Brille einer naiven Person aufzufassen gleich die Keule des Kitsches geschwungen?

    Ist es denn unmoeglich in gegen eine feministische Ueberzeugung funktioniereden Rollenmodellen sein "persoenliches" Glueck zu finden?
    Die Kommentatorin hat hier zu wenig Vertrauen in die Urteilskraft und den Instinkt Ihrer Geschlechtsgenossinen. Warum nur? Weil vielleicht dieses "Sich fuegen", wenn es denn funktionieren wuerde, ein viel zu verlockendes, zu einfaches Lebensmodell ist das die Anstrengungen emanzipiert dieses Glueck zu finden ins laecherliche ziehen wuerde?
    Vielleicht zeigt es einfach einen Lebensentwurf der fuer einige wenige sehr gut funktioniert, eben weil man sich mit den traditionell zugedachten Rolle zufrieden gibt und Ihnen eigenen Sinn gibt (Deswegen auch der Void Titel, nehme ich mal an).
  5. #5

    Worum es bei dieser Rezesion wirklich geht...

    Klar, alle Filmkritiker weltweit haben sich grundlegend in ihrer Einschätzung dieses Films geirrt. Aber, G-tt sei Dank, gibt es die gute Kirsten die uns alle aufklärt. So muss es wohl sein.

    Oder vielleicht doch nicht? Liegt die negative Rezession vielleicht daran das Kirsten einfach selbst unaufgeklärt ist was das orthodoxe Judentum angeht? Vielleicht. (Antisemitismus möchte ich hier allerdings nicht unterstellen. Nur vielleicht etwas Ignoranz. Aber naja.)

    Aber mir scheint das die letzten Zeilen am allermeisten die Kirsten entlarven: "Kurz: Dieser Film behauptet, dass es - angedeutet auch sexuell - befriedigend ist, soziale Normen zu erfüllen. Was so eklig wie entlarvend ist." Es liegt nicht wirklich an den Qualitäten des Films selbst das Kirsten ihn nicht mag. Sie kann es wohl einfach nicht akzeptieren das es gute, G-ttesfurchtige Menschen gibt die sich aus voller Überzeugung für genau so ein Leben entscheiden. Ja, das ist das Tückische am deutschen "toleranten" "humanitärem" Liberalismus -- alles wird toleriert, aber nur solange es nur liberal ist und auf keinen Fall mit einem traditionellem Religionsbild zusammenhängt. Das hat man schon in der ach-so-erleuchtenden Beschneidungsdiskussion gesehen. Zum Kotzen.
  6. #6

    Zitat von 13200723
    (...)daß nämlich das Nicht-Ausbrechen und die strikte Einhaltung traditioneller Geschlechterrollen Garanten sind für Lebensglück und -lust. Kurz: Dieser Film behauptet, dass es - angedeutet auch sexuell - befriedigend ist, soziale Normen zu erfüllen. Was so eklig wie entlarvend ist.
    Wäre schön, der Autor des Artikels (oder Autorin?) hätte uns auch erläutert, warum eine Erfüllung sozialer Normen "eklig und entlarvend" ist. Ist nicht, ebenso allgemein gesprochen, manche 'andere' Norm eher eklig?
  7. #7

    Warum so kritisch?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der gefeierte israelische Film "An ihrer Stelle" verspricht einzigartige Einblicke in die streng abgeschottete jüdisch-orthodoxe Community. Doch hinter der keusch-kitschigen Weichzeichner-Erotik des Liebesdramas verbergen sich zweifelhafte Botschaften.

    Gefeiertes Kinodrama An ihrer Stelle über orthodoxe Juden - SPIEGEL ONLINE
    Jede Gesellschaft braucht ihr Maß an Kitsch. Die Machart "Hedwig Courts-Mahler" muss auch als Seelenbedürfnis gesehen werden. Ist nicht sogar Effie Briest kitschig? Abziehbilder machen im übrigen jede Menge Freude, bei uns im Supermarkt werden sie sogar an Erwachsene verteilt.
  8. #8

    wo bleibt die weibliche Solidarität?????

    Nach dem Lesen musste ich mir doch tatsächlich anschauen, ob ein Mann oder eine Frau den Artikel gelesen hat.

    Siehe da, eine Frau.
    Wie kann auch nur eine andere Frau die elterliche Heiratsvermittlung gutheißen. Genau so, dass es keine Frau geben kann, welche für Geld Pornos dreht oder freiwillig, allein auf Grund der Höhe des Einkommens im FKK-Club arbeitet. Genau wie es keine Frau geben kann, welche ihren Ehepartner nur nach gesell. Stellung und Bankkonto auswählt.

    Vielleicht haben aber diese Frauen recht, es geht darum, dem eigenen Nachwuchs die besten Voraussetzungen zu verschaffen. Da hilft auch eine arrangierte Hochzeit mit der Lebenserfahrung der Mutter.
    Was nicht sein kann, darf nicht sein und muss eklig sein.
  9. #9

    ...so eklig wie entlarvend...

    ... besonders der letzte Abscnitt dieser Rezension!